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Rasenreport
09.12.2018
Langkamp und Friedl

Erst Partner, jetzt Konkurrenten

© nordphoto


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Vor dem Werder-Spiel gegen Düsseldorf wurde sehr viel über sie gesprochen, nach der Partie bestimmten dann ganz andere Themen das Stadtgespräch. Und das war zweifellos ein gutes Zeichen, denn es bedeutete: Sebastian Langkamp und Marco Friedl hatten als Vertreter der etatmäßigen Innenverteidiger Niklas Moisander (gesperrt) und Milos Veljkovic (verletzt) einen guten Job gemacht. Vorher hatte es durchaus Bedenken gegeben, denn als Langkamp und Friedl schon einmal in der Startelf gestanden hatten, war Werder gegen Leverkusen mit 2:6 untergegangen. Beim 3:1-Sieg über Düsseldorf aber ließ das Duo wenig zu. „Sie haben sehr kontrolliert gespielt, und das ist ein Lob“, sagte Trainer Florian Kohfeldt. 

Tatsächlich verloren die beiden Innenverteidiger nur einmal so richtig die Kontrolle, als Langkamp mit einem Handspiel den Elfmeter verursachte, der zum zwischenzeitlichen 1:1 führte. Ansonsten hatten der 30-jährige Langkamp und der 20-jährige Friedl über weite Strecken der Partie alles im Griff. Das zeigt auch die Statistik: Bei Friedl kamen 91 Prozent der Pässe an, bei Langkamp waren es 89 Prozent. Auf die Passsicherheit hatte Kohfeldt großen Wert gelegt, damit gegen die konterstarken Düsseldorfer keine Bälle im Spielaufbau verloren gingen. Langkamp, Friedl und auch Maximilian Eggestein auf der Sechser-Position sollten mit „Köpfchen spielen“, wie der Trainer betonte, und das taten sie auch zumeist. Zusätzlich hatte Langkamp fünf klärende Aktionen, der Topwert bei Werder. 

Selbstkritischer Langkamp

Dennoch zeigte sich der 30-Jährige nach dem Abpfiff selbstkritisch: „Ich hatte zwei, drei Dinger dabei, da habe ich gemerkt, dass der Rhythmus fehlt.“ Dafür sprach Langkamp seinem Nebenmann Friedl ein „Riesenkompliment“ aus: „Er hat ein klasse Spiel gemacht.“ Dieses Lob zeigt Langkamps Teamfähigkeit eindrucksvoll, denn die beiden Innenverteidiger, die am Freitag noch als Duo gefordert waren, sind ab sofort Konkurrenten. Beim Spiel in Dortmund am Sonnabend kann Moisander nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder eingesetzt werden, und der Abwehrchef rückt dann aller Voraussicht nach in die Startelf.

Da Veljkovic mit einem Muskelfaserriss weiterhin ausfällt, ist neben Moisander ein Platz frei, um den nun Langkamp und Friedl konkurrieren. „Ich gebe ab dem nächsten Training wieder Vollgas. Vielleicht klappt es, dass ich dann wieder in der Startelf stehe“, sagte Friedl, der seine Leistung gegen Düsseldorf als „Wiedergutmachung“ für den schwarzen Tag im Leverkusen-Spiel bezeichnete. Langkamp hielt es derweil für möglich, dass sogar beide in Dortmund zum Einsatz kommen: „Dort wartet ordentlich defensive Arbeit auf uns, ich glaube, da haben alle die Chance zu spielen.“ 

Kohfeldt will nicht nachbessern

In jedem Fall muss sich Kohfeldt mit Blick auf das Dortmund-Spiel nicht mehr den Kopf darüber zermartern, welche Abwehralternativen er für den Fall der Fälle noch in der Hinterhand hätte. Gegen Düsseldorf saß nämlich kein Innenverteidiger mehr auf der Bank. Im Notfall hätte wohl Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie nach innen rücken müssen. Unter der Woche hatte Kohfeldt zwar die U23-Spieler Julian Rieckmann und Fridolin Wagner als mögliche Ersatz-Innenverteidiger im Training getestet, im Kader stand dann aber keiner der beiden.

Trotzdem betonte Kohfeldt nun: „Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit der Qualität und der Anzahl der Abwehrspieler in unserem Kader. Gegen Düsseldorf war es ein absoluter Sonderfall mit gleich zwei Ausfällen.“ Deswegen jetzt in der Winterpause noch einen Verteidiger zu verpflichten, hält der Coach nicht für notwendig. „Ich sehe da keinen Handlungsbedarf“, betonte Kohfeldt. „Nehmen wir mal an, dass wir einen fünften Innenverteidiger dazu holen und dann alle gesund sind. Dann muss ich mir überlegen, was ich mache.“

wolfgramm am 09.12.2018, 17:00
Einen IV würde ich auch nicht holen,wohl aber einen 6er,weil man mit Bargfrede einfach nicht mehr planen kann.In Dortmund könnte man sogar mit Friedl und Langkamp spielen,Moisander war zuletzt oft unglücklich in seinen Aktionen.Warum wieder umstellen?Gute Leistungen sollten belohnt werden,obwohl das Handspiel von Langkamp natürlich auch unglücklich war,ich weiß.In Dortmund entscheidet sowieso der Sturm,die Dortmunder sind hinten anfällig,aber man muss dann seine Chancen,die kommen,eben nutzen.Hinten wird Pavlenka entscheidend sein,wenn man überraschend was mitnimmt.Eigentlich ist Dortmund mal fällig.
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susanneundjens am 09.12.2018, 18:50
Ihr Wort in Gottes Ohr. Aber für Dortmund sind Sie optimistischer als ich. Ich glaub die sind einfach zu gut. Ich fahr da ohne große Hoffnung Samstag hin und dann gucken wir mal.
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WERDER2016 am 10.12.2018, 00:05
Jede Serie reißt einmal und gegen den BVB hat man in den letzten auch mageren Jahren meist besser ausgesehen als gegen die Bayern. Ich habe heute jedenfalls noch ein ganz gutes Gefühl, zumal Dortmund unter der Woche noch CL spielen muss. Da ist dann auch gegen gute Teams immer etwas mehr drin als sonst.
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wolfgramm am 10.12.2018, 12:18
@susanneundjens-Ja,es kann auch böse in die Hose gehen.Aber Dortmund ist wirklich mal fällig,die haben schon manchmal Dusel,oder sie sind inzwischen so abgebrüht wie Bayern zu seinen besten Zeiten.Man muss in Dortmund an sich glauben und alle müssen endlich mal wieder eine Topleistung bringen,dann kann es klappen.Und wie gesagt,Pavlenka wird entscheidend sein,er ist ein Torwart,der Spiele entscheiden kann.
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WERDER2016 am 10.12.2018, 00:01
Quantität ist nicht Qualität. Aus meiner Sicht ist Werder mit 4 IV quantitativ gut bestückt und qualitativ halten diese 4 gegenüber den Durchschnittsteams auch mit. Auf lange Sicht und im Hinblick auf die gesetzten Ziele müssen alle aber noch eine Schippe drauflegen oder man hat das Glück, einen guten Transfer zu machen.

Das Spiel gegen den BVB wird defensiv sicherlich eine Herausforderung und könnte andeuten, in welche Richtung man steuert.
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