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Rasenreport
17.05.2019
Kommentar zum Kruse-Abgang

Enttäuschend – aber höchstprofessionell

© nordphoto


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Werder hat Max Kruse in den vergangenen Jahren den roten Teppich ausgerollt – und der inzwischen 31-Jährige ist genüsslich darüber hinweggeschritten. Welche Freiheiten er sich auch immer herausnahm, der Verein hielt seine schützende Hand über ihn. Max Kruse durfte wieder der Max Kruse sein, der er sein wollte. Und das in einer Welt, in der viele Fußballer dazu neigen, abseits des Platzes bloß nicht zu sehr aufzufallen, weil sich entweder die Medien oder aber die Fans in den Sozialen Netzwerken an jedem noch so kleinen Fehltritt abarbeiten.

Vor seiner Rückkehr nach Bremen im Sommer 2016 galt Kruse als verkappter Skandal-Profi, sein Ruf war nicht mehr der allerbeste. Sportliche Qualität hin oder her. Dank Werder ist es ihm gelungen, sich ein neues, sauberes Image zuzulegen. Es ist schwer vorstellbar, dass ihm das an einem anderen Bundesliga-Standort derart öffentlichkeitswirksam gelungen wäre.

Es liegt also ein Hauch von Undankbarkeit in der Luft, doch der Schein trügt. Kruse zahlte das unerschütterliche Vertrauen mit vielen guten Leistungen zurück, selbst an schlechteren Tagen gehörte er nicht selten zu den Besten. Keine Frage, der ehemalige Nationalspieler konnte den Unterschied ausmachen, wenn es auf dem Platz um Punkte ging. Dass er den Verein jetzt ein zweites Mal in seiner Karriere verlässt, wird Werder ohne Wenn und Aber fußballerisch treffen. Vielleicht wird es sogar eine ganze Weile dauern, bis es nicht mehr auffällt, dass er fehlt. Dennoch: Auch ein Max Kruse wird ersetzbar sein.

Werder wirkt vorbereitet

Zumal Werder der Abschied nicht völlig unerwartet trifft. Die Verantwortlichen haben ihrem Leistungsträger zwar ungewohnt viel Bedenkzeit eingeräumt, sich vielleicht sogar ein wenig zu sehr hinhalten lassen – und doch zeigt die jetzige Entwicklung, dass sie sich nicht demütig vor die Füße ihres Topspielers geworfen haben. Vielmehr wird der Klub längst im Hintergrund an der Verwirklichung seiner Alternativpläne gearbeitet haben.

Und doch bleibt ein emotionales Loch zurück. Es ist nicht der Umstand, DASS Max Kruse geht, sondern dass er JETZT geht, der schmerzt. Gerade zu jenem Zeitpunkt, als Werder einen neuen Anlauf nimmt, das alte Werder zu werden, macht sich ein wichtiger Entwicklungshelfer vom Acker. Ein Helfer, der selbst enorm von jener Entwicklung profitierte. Trainer Florian Kohfeldt hat Max Kruse nicht nur zum Kapitän gemacht, sondern ihm zusätzlich die Chance eingeräumt, ein Gesicht des Vereins zu werden. Wirklich Lust hat Kruse auf dieses Angebot augenscheinlich nicht – weil es wie ein anderes Angebot nicht seinen Vorstellungen entsprach. Das ist menschlich, in der Welt des Fußballs vermutlich sogar höchstprofessionell. Und doch ist es enttäuschend.

susanneundjens am 17.05.2019, 17:11
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JayJailrat am 17.05.2019, 17:17
Nüchtern und mit Dankbarkeit betrachtet wünsche ich Max alles erdenklich gute. Er soll seine gewünschten Titel gewinnen. Bei uns wäre höchstens der DFB Pokal mal drinnen gewesen in Zukunft. MAXIMAL! Ich bin gespannt bei welchem Topverein er landet. Ich hoffe wirklich sehr das ihm gelingt. Ein bischen denke ich aber das der weg nach Gladbach führt. Gerade jetzt weil Hecking weg ist. Und ob das der Topverein ist, naja. DAS hätte ein kleines Geschmäckle. Doch ich bin Dankbar für all die schönen Momente. Max hat gesehen an Pizarro was ein Spieler für einen Verein wie Werder sein kann. Eine Ikone, unser ein und alles! DIE LEGENDE. Max wäre auf dieser Ebene aufgesprungen. Für ewig in die Geschichtsbücher als derjenige, der Kapitän der den Weg Richtung Europa eingeschlagen hat. Er hätte den Verein als Gesicht geprägt in Zukunft und in der Vergangenheit. Doch das ist nunmal nicht sein Ziel. Es ist alles in Ordnung trotz blutendem Herzen. Jetzt kann ich mir unsere Aufstellung aber gut vorstellen. Jetzt fehlt noch ein gestander ZDM als Bargfrede Ersatz. Ein wirklicher großer Transfer. Denn dann kann Klaassen seine offensiven Qualitäten mehr ausleben und Meggestein seine Box 2 Box Qualität noch mehr ausbauen. Im Sturm Rashica,Lücke und Jeggestein. In der Innenverteidigung fehlt Geschwindigkeit. Bin gespannt ob da viel passiert. Sehe in Friedl einen klasse Spieler. Bejmo muss Spielpraxis bekommen. Ich würde ihn nicht abschreiben. Es ist eine größere Umstellung als Rashica aus Holland oder auch Ludde und Delaney von DEM Club schlechthin. Championsleague etc kommt da noch zu. Naja, bin gespannr wie das Team jetzt zusammenarbeitet. Danke Max Kruse, Danke!
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Viertelstimme am 17.05.2019, 17:23
Schade. Max Kruse wird sportlich eher als menschlich zu ersetzen sein.
Solche Spieler gibt es leider nicht mehr viele.
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Frank1969 am 17.05.2019, 17:43
Hätte er wirklich bleiben wollen dann wäre die Vertragsverlängerung längst durch, dann wäre die Tinte schon längst trocken.
Je länger sich das Theater hinzog umso klarer war zu erkennen wie es enden wird.
Ich bin Max nicht böse. Er muss tun was er für richtig hält.
Einen Wechsel zu Hoffenheim oder Leipzig wäre natürlich enttäuschend ebenso zu Schalke. Ich glaube da würde er sich unbeliebt machen
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alpha_interzone am 17.05.2019, 18:31
guter kommentar.
ich hoffe inständig, dass der verein vorbereit ist/war.
ohne (!) die anderen spieler jetzt abzuwerten, haben wir mit klaassen, rashica, eggestein bros. ein gutes gerüst. die krake dazu, friedl, sargent, bartels, harnik, vielleicht mbom.
schaun mer mal.
die ganze sache ist ehrlich + professionell, doch der fruststachel sitzt heute erstmal derbe tief.
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Pit88 am 17.05.2019, 18:31
Er möchte zu einem absoluten Topverein, am liebsten nach England. Ganz ehrlich, wenn ich mir die Leistungsstärke der englischen Mannschaften so ansehe - Max Kruse sehe ich da nicht. Wird wohl eher die Bundesliga sein. Womöglich wird er Werder noch mal hinterhertrauern, wenn andere Vereine versuchen, ihn zu verbiegen.
Meine Dankbarkeit hält sich in Grenzen. Max hat einen guten Job gemacht- dafür wurde er auch gut bezahlt. Er hat geholfen, Werder wieder in die Spur zu bringen. Werder hat ihm geholfen, seinen Namen wieder in den Fokus zu bringen, und durch Leistung auf sich Aufmerksam zu machen und nicht durch Eskapaden. Good luck, Max.
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