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Rasenreport
13.05.2019
So bereitet sich Werder auf Leipzig vor

Eine Woche, ein Plan, ein Ziel

© nordphoto


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Dass es keine normale Woche wird, war am Montag am Weserstadion zu sehen. Obwohl für Werders Profis ein freier Tag auf dem Plan stand, fuhren die Spieler reihenweise vor, um sich im Kabinentrakt pflegen zu lassen. Trainer Florian Kohfeldt wertet das als „gutes Zeichen“ vor dem entscheidenden letzten Saisonspiel am Sonnabend gegen RB Leipzig. Mit einem Heimsieg kann sich Werder den Traum vom Europapokal erfüllen, wenn die Konkurrenten Hoffenheim und Wolfsburg ihre Spiele nicht gewinnen. Auch Kohfeldt war mit seinem Stab am Montag im Stadion, das Trainerteam referierte vor 150 Kollegen auf Einladung des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer.

Da hatte die Vorbereitung auf das wichtige Leipzig-Spiel schon längst begonnen. Die Woche ist eng getaktet, jeder Tag wird genutzt und nichts dem Zufall überlassen. Schon am Sonntag setzten sich Kohfeldt und seine Assistenten Tim Borowski, Thomas Horsch und Christian Vander knapp eine Stunde mit den Scouts und Videoanalysten Mario Baric, Pascal Schichtel und Raphael Kazior zusammen. Das Trio fütterte Werders Trainerteam mit allen wichtigen Infos über Leipzig. Es ging um die Stimmung bei RB, die Themen in der Presse vor Ort, verletzte Spieler und taktische Varianten. Danach teilten sich die Trainer verschiedene Leipzigspiele untereinander auf, die sie komplett ansehen. Eine weitere „wichtige Runde“, wie Kohfeldt es nennt, war die zu Wochenstart übliche Besprechung mit den Athletiktrainern, dem Arzt und dem Chefs-Physio, um zum Ende einer langen Saison jeden Spieler noch einmal zu besprechen und die individuelle Trainingssteuerung für diese Woche festzulegen. „Das kostet zwar Zeit, ist aber sehr wichtig“, sagt Kohfeldt. Durch die enge Abstimmung im Betreuerstab gebe es deutlich weniger Verletzungen durch Überlastung.

Matchplansitzung am Donnerstag

In den ersten Trainingseinheiten am Dienstag und Mittwoch geht es für die Profis noch nicht um Leipzig, sondern um eigene Inhalte. Die nächste wichtige Besprechung steht nämlich erst am Donnerstag an: Die Matchplansitzung für das Spiel. Hier tauschen die Trainer ihre Eindrücke aus den angesehenen Videos aus und entwickeln mit Sportchef Frank Baumann einen Plan, wie sie Leipzig schlagen wollen. Im geheimen Training wenige Stunden später im Weserstadion bekommen die Spieler eine erste Idee davon. Es ist ein Training, „dass den Jungs keinen Spaß macht“, wie Kohfeldt zugibt, es geht um rein taktische Dinge, um Räume, ums Verschieben. Im Anschluss führt das Trainerteam noch Einzelgespräche, ehe es nach dem Abschlusstraining am Freitag ins Hotel geht. Hier findet abends die Mannschaftssitzung statt, in der alle relevanten Punkte in einer Gegneranalyse noch einmal thematisiert werden. In einer kurzen Sitzung am Spieltag selbst geht es nur noch um die mentale Einstimmung aufs Spiel.

Die Besonderheit diesmal: Die gesamte Woche wird das Team vom Sportpsychologen Andreas Marlovits begleitet, den Kohfeldt extra hinzugezogen hat, „weil das so wichtig ist wie der athletische Beitrag“. Gewöhnlich ist Marlovits nur an Spieltagen dabei. Aber was ist diese Woche schon gewöhnlich? Es geht um die große Chance, wieder international zu spielen. Kohfeldt hält das „für ein realistisches Szenario“, weshalb die Saisonvorbereitung für den Fall der Fälle bereits bis ins Detail besprochen wurde. Gelingt Werder nämlich der Sprung auf Platz sieben, stehen schon Ende Juli die Qualifikationsspiele für die Gruppenphase der Europa League an. Ein Datum, das viele Trainer in der Vorbereitung als störend empfinden. Kohfeldt nicht. Schon im Juli Wettbewerbsspiele erfolgreich absolvieren zu müssen, sieht er „als eine Herausforderung, auf die ich mich freuen würde“. Denn: „Wir kämpfen ein ganzes Jahr dafür, dann sagen wir nicht in der Vorbereitung: Das passt mir jetzt aber nicht in den Plan. So würden wir das auf gar keinen Fall angehen. Wenn wir Platz sieben erreichen, dann haben diese Qualifikationsspiele eine hohe Bedeutung für uns. Wir wollen dann auch unbedingt in die Gruppenphase. Das ist ja gefühlt erst so richtig Europapokal.“

Andere Sommervorbereitung

Hilfreich sei dabei, "dass wir in diesem Sommer nicht vorhaben, 17 neue Spieler zu holen und 17 abzugeben“. In der letzten Sommervorbereitung musste Kohfeldt noch viel Zeit für Grundlagenarbeit aufwenden, um allen seine Spielidee zu vermitteln. Jetzt sagt er: „Wenn die Kaderplanung so aufgeht, wie wir sie wollen, dann werden wir nicht wieder vier Wochen darauf verwenden müssen, um zu sagen: So, dass ist die Grundidee, Jungs. Dann können wir schon gezielter in einzelne Bereiche reingehen. Deshalb wird die Vorbereitung ohnehin anders ausfallen.“

Unklar ist hingegen, ob am Sonnabend die Zwischenstände von den anderen Plätzen an die Spieler weitergegeben werden. Kohfeldt will das „noch besprechen“, ist aber kein Freund davon. „Tendenziell teilen wir es eher nicht mit, auch nicht in der Halbzeit. Denn es macht keinen Unterschied. Gewinnen wollen und müssen wir eh“, erklärt der Trainer. Er ahnt aber, „dass wir es gegen Leipzig im Weserstadion sowieso durch die Reaktion der Zuschauer mitbekommen“.

Welcher Plan fliegt in den Müll?

Werders Tabellenplatz nach dem 34. Spieltag entscheidet nun darüber, welcher Vorbereitungsplan in den Papierkorb fliegt. Einer liegt dort schon. Den hatten Kohfeldt & Co. für den Fall entworfen, dass Werder das Pokalfinale erreicht und im Supercup spielt. Jetzt gibt es noch zwei Pläne. Einen mit - und einen ohne Europa League. Kohfeldt muss nicht betonen, dass er "das Thema nicht auf die leichte Schulter nimmt". Man merkt es. Er hat sich sogar schon mit Kollegen darüber ausgetauscht, wie das Training während der Gruppenphase im Herbst verändert werden müsste. Aber jetzt ist Mai. Und Bremen würde nach dieser Woche gerne feiern.

adagiobarber am 13.05.2019, 19:10
die sterne stehen gut für den sv werder bremen...

am kommenden sonnabend.

das könnte und sollte was werden.
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WERDER2016 am 13.05.2019, 22:18
Oh Gott ......

Zum Glück hat am Samstag alles ein (hoffentlich positives) Ende.
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j.micoud am 13.05.2019, 22:31
Es geht darum Leipzig zu schlagen und nicht um die Sommervorbereitung.
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