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30.04.2019
Assauer wäre heute 75 geworden

Eine besondere Beziehung

© Imago Images


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Er war ein Kind des Westens, aber Bremen war Rudi Assauer eine zweite Heimat geworden. Besonders Werder, wo er erst als Spieler aktiv war, später auch als Manager wirkte. Deshalb wird auch bei Werder Bremen an Assauer gedacht, der an diesem Dienstag seinen 75. Geburtstag feiern würde. Im Februar war er nach langer Krankheit verstorben.

„Die Leidenschaft für den Fußball hat sein Leben geprägt. Er war der Erste, der den Weg gegangen ist, den nach ihm viele weitere wie Klaus Allofs, Frank Baumann oder Marco Bode gegangen sind – vom Spieler zum Verantwortlichen im Verein“, sagt Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald. „Auch wenn sein Name vor allem untrennbar mit dem FC Schalke 04 verbunden ist – Rudi Assauer hat sich auch um Werder verdient gemacht und in unserem Verein Spuren hinterlassen.“

226-mal hat Assauer das Werder-Trikot von 1970 bis 1976 getragen. Er war Libero und auch Kapitän der Mannschaft. Im Anschluss, mit gerade mal 32 Jahren, übernahm er den Posten des Managers, insgesamt fünf Jahre von 1976 bis 1981. Assauer wurde der erste hauptamtliche Manager der Bundesliga. „Rudi hat den Job des Managers quasi erfunden“, sagt Willi Lemke, der ihm auf dem Posten folgte. Ursprünglich wollte Assauer Werder bereits 1980 verlassen, aber dann kam der Abstieg. Weil er geraderücken wollte, was schiefgelaufen war, blieb Assauer ein weiteres Jahr im Amt – und stieg mit Werder wieder auf. „Das zeigt seine Ehrenhaftigkeit“, sagt Lemke.

Die bewies Assauer auch auf andere Weise. Wenn ein Ex-Spieler Job oder Geld brauchte, war er zur Stelle. „Rudi ist immer eingesprungen, wenn es nottat“, sagt Manfred Müller, Werders ehemaliger Geschäftsführer. Sein Wort hat gezählt, sein Handschlag galt. „Auf Rudi konnte man sich verlassen“, sagt Lemke.

Eine tiefe und besondere Freundschaft

Assauers Verbindung zu Werder ging lange über seine aktive Zeit im Klub hinaus. Ende der 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre spielte Müller zusammen mit Assauer im „Freundeskreis Werder“ Fußball. Jeden Sonnabend wurde in der Werder-Halle gekickt, Dieter Burdenski war dabei, Josef Hattig, Bernd Neumann und viele andere. „Rudi hat nicht den Ex-Profi raushängen lassen“, sagt Müller. „Er hat auch die Nicht-Fußballer miteinbezogen, damit es allen Spaß macht.“

Eine tiefe und besondere Freundschaft verband Assauer mit dem 2004 verstorbenen Franz Böhmert. „Obwohl nur zehn Jahre älter, war Franz ein väterlicher Freund für Rudi“, erinnert sich Müller. Wann immer Assauer in Bremen war, traf er sich mit Böhmert. „Sie haben zusammengesessen, über Gott und die Welt geredet und Franz hat Zigarette geraucht und Rudi eine Zigarre“, sagt Lemke.

2004 erlebte diese enge Beziehung einen Bruch. Assauer hatte seinem Freund Böhmert angekündigt, Ailton zu Schalke zu holen, Böhmert hatte es für einen Scherz gehalten. Als Assauer ernst machte, war Böhmert tief getroffen. Es folgte eine Phase, in der es keinen Kontakt gab. „Aber beide waren harmoniebedürftige Menschen, durch Vermittlung von Freunden haben sie wieder zueinandergefunden“, sagt Müller.

Dabei hätte der Vertrag, den Assauer mit Ailton gemacht hat, problemlos angefochten werden können. Er war handschriftlich verfasst, enthielt einige formelle Fehler, die juristisch nicht statthaft waren. Werder hat darauf verzichtet. Auch, weil die Beziehung zwischen Werder und Assauer eine ganz besondere war.

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