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Rasenreport
08.12.2018
Möhwalds starkes Startelf-Debüt

Ein Strahl und ein Strahlen

© nordphoto


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Am Tag nach dem Frankfurt-Spiel, als das Transferfenster geschlossen war und Florian Kohfeldt für mindestens das nächste halbe Jahr seinen Kader beisammen hatte, da hat der Werder-Trainer vor der Mannschaft eine Rede gehalten. „Ich habe den Jungs gesagt, und das war eine allgemeingültige Aussage für die Hinrunde: Ich spreche jedem in diesem Raum Bundesliga-Qualität zu, jeder kann in der Startelf stehen, aber nahezu jeder kann auch mal draußen sitzen.“ So hat es Kohfeldt am Freitag erzählt.

Das war eine wichtige Ansage im Sommer gewesen, denn der Werder-Kader ist so reich mit guten Spielern bestückt wie seit den guten, alten Bremer Champions-League-Tagen nicht mehr. Kohfeldt wusste, und die Spieler ahnten: Es würde Spieltag für Spieltag bei der Vergabe der 18 Kaderplätze Härtefälle geben. Tatsächlich ist es so gekommen. Martin Harnik, Yuya Osako, Nuri Sahin, und, und, und – fast jeder saß schon ungewollt draußen.

Gegen Fortuna Düsseldorf hat Florian Kohfeldt nun einen der ganz besonders harten Härtefälle glücklich machen können. Bis zum 14. Spieltag hat es gedauert, dass Kevin Möhwald erstmals für Werder in einem Bundesliga-Spiel von Anfang an auf dem Platz stehen durfte. Und wie hätte die Geschichte an diesem Abend der vielen wunderbaren Geschichten anders ausgehen können, als mit dem ersten Tor von Kevin Möhwald.

„Davon träumt man als kleines Kind“

Als das Spiel beendet und Werders 3:1-Sieg amtlich war, trat Kevin Möhwald mit einem Dauerstrahlen vor die Reporter. Kevin Möhwald sagte zu seinem ersten Bundesligator, das Max Kruse ihm auflegte: „Ich hab ganz laut geschrien: ,Max, Max‘, er hat ihn dann super rüber gelegt, und ich hab draufgehalten.“ Und getroffen. Und nun strahlte er. „Davon träumt man als kleines Kind.“ Und er strahlte immer noch.

Zum Lachen waren die ersten sechs Monate in Bremen für Kevin Möhwald nicht immer. Ablösefrei hatte Werder ihn früh im Sommer von Aufsteiger Nürnberg geholt. In Bremen hielten sie Möhwald für den besten Achter der zweiten Liga. Die Gelegenheit, das nachzuweisen, hatte Möhwald kaum. Mal stoppte ihn eine Verletzung, mal das gut harmonierende Mittelfeld, dann war für ihn schlicht kein Platz. „Es bringt ja aber nichts, den Kopf dann runter zu nehmen und weniger zu machen“, sagte Möhwald nun über die Zeit des Wartens, „wenn ich mich in den letzten Wochen und Monaten in mein Schneckenhaus zurückgezogen hätte, dann hätte ich heute nicht abliefern können.“ So aber lieferte er: ein Tor, viele Abschlüsse und viele Aktionen mit Ball.

Möhwalds Ahnung

Für Florian Kohfeldt stand früh in der Woche fest, Möhwald gegen Düsseldorf beginnen zu lassen. „Wir waren uns nach der Gegneranalyse sicher, dass wir viel Ballbesitz haben würden, und dann würden Fernschüsse ein bewusstes Mittel sein, das ,Mö' extrem beherrscht.“ Tatsächlich traf Möhwald mit einem schulbuchmäßigen Distanzschuss, einen „Strahl“ nennen Fußballer einen solchen Schuss auch gern. Der Spieler hatte anfangs der Woche das Gefühl, dass seine Chance gegen Düsseldorf kommen könnte, „man ahnt so etwas“, sagte er. Am Morgen nach dem Anschwitzen teilte der Trainer ihm dann „im Vorbeigehen“ mit, dass er beginnen würde.

Wo Gewinner wie Möhwald sind, gibt es auch Spieler, die für ihn zurückstecken müssen. In diesem Fall war es Nuri Sahin, der allgemein in der Startelf erwartet worden war. Kohfeldt nennt Sahin einen Führungsspieler, und gegen Düsseldorf ging es für Werder nicht eben um wenig. Trotzdem erhielt Möhwald den Vorzug. Kohfeldt sagte dazu: „Das ändert an Nuris Standing in der Mannschaft und bei mir kein Stück.“ Genau für solche Fälle hatte Kohfeldt nach dem Frankfurt-Spiel schließlich seine Rede an die Mannschaft gehalten.

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Düsseldorf?

RosiB. am 08.12.2018, 18:06
Endlich! Das freut mich riesig für Mö 😊💚
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