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Rasenreport
13.05.2019
Werders Trainerteam wurde sich kurz untreu

Ein kleiner, aber besonderer Moment

© nordphoto


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Die 87. Minute des Bremer Auswärtsspiels bei der TSG Hoffenheim wird in der ruhmreichen Geschichte des Vereins vermutlich keine besondere Rolle spielen. Und doch trug sich fast schon Historisches zu am Spielfeldrand, wie Florian Kohfeldt am Montag vor 150 Trainerkollegen bei einer Tagung des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer im Weserstadion erzählte. Ursprünglich war nämlich vorgesehen, wie so oft in dieser Saison eine positionsgetreue Auswechslung vorzunehmen: Torschütze Johannes Eggestein raus, dafür Josh Sargent für die letzten Minuten rein. Doch als Sargent schon fertig war für diesen Kurzeinsatz, warf Werders Trainerteam den Plan über den Haufen – und verabschiedete sich damit erstmals in dieser Saison von dem Anspruch, immer nach vorne denken und spielen zu wollen. Kohfeldt: „Da haben wir tatsächlich zum ersten Mal defensiv gedacht.“

Statt Sargent kam Abwehrspieler Sebastian Langkamp in die Partie. Eine kluge und richtige Entscheidung des Trainerteams, denn der routinierte und kopfballstarke Langkamp war in der Schlussphase ein wichtiger Faktor, um dem Hoffenheimer Druck standzuhalten und so den knappen 1:0-Sieg zu sichern, der Werder nun am 34. Spieltag tatsächlich noch die Chance auf Europa eröffnet. Auch wenn Sargent gerne ein paar weitere Bundesligaminuten gesammelt hätte – noch lieber wird auch er kommende Saison im Europapokal spielen wollen.

Greenkeeper am 15.05.2019, 12:05
Gott sei Dank hat Kohfeldt in diesem Punkt noch dazu gelernt, wenn auch leider erst spät.

So schön es ist, wenn man ein offensives Glaubensbekenntnis hat und dies auch bisher weitestgehend erfolgreich umsetzt, aber irgendwann wird aus einer solchen Idee, einem schönen Offensiv-Konzept einfach nur Starrsinn und Realitätsverweigerung.

Dieser Starrsinn von Kohfeldt hatte schon diese Saison, zB. in Stuttgart und in Leipzig zu Punktverlusten geführt, die man als Zuschauer kommen sah. Im Spiel gegen Leverkusen zeigte sich schon früh, dass das Konzept nicht wirkte, auch da lief man weiter mit dem Kopf gegen die Wand an und fuhr ein 2-6 ein.

Werder ist sportlich noch längst nicht so weit, so ein Konzept derart rigoros durchziehen zu können wie die erheblich besser besetzten Spitzenteams aus München, Dortmund und Leipzig. Und selbst die fallen damit ja hin und wieder auf die Nase und jeder dieser Clubs hatte auch schon schon aus guten Gründen kleine Abweichungen vom großen Plan.

Das Kohfeldt jetzt dazu lernt, ist löblich und das Werder damit Erfolg hatte, sollte eine schöne Bestätigung sein.
Vielleicht macht das Trainerteam auch da den nächsten Schritt und bringt dem Team bei, gerade in solchen Phasen die eigenen Konter konzentrierter auszuspielen. Es geht nicht um "besser", denn gut waren unsere Konter bereits, da kann niemand meckern.
Nur fehlte die Konzentration beim letzten Pass bzw. es wurden kurz vor und beim Abschluss die falschen Entscheidungen getroffen.

Hätte man das besser im Griff gehabt, dann wäre das Spiel in Sinsheim schon früher für uns entschieden gewesen.
Alleine Osako, einer der Lieblingsspieler des Trainers, hat beim Kontern 3x versagt und das nur durch fehlende Konzentration und Nicht-Erkennen der Lage (bzw. unangebrachtem Egoismus).
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