News
Latest News
Rasenreport
09.12.2018
Bartels' Verletzungsgeschichte

Ein Jahr voller Leiden

© nordphoto


  • 96
  • 39

Dieses Bild, das vor genau einem Jahr über die Fernsehschirme lief, konnte niemanden wirklich kalt lassen. Fin Bartels saß auf der Ersatzbank, in Decken eingehüllt, und kämpfte mit den Tränen. In Großaufnahme waren all die Enttäuschung und all der Frust in seinem Gesicht abzulesen. Bartels kannte in diesem Moment die genaue Diagnose seiner Verletzung noch nicht, ihm war aber ganz offensichtlich schon klar, dass eine lange Leidenszeit vor ihm liegen sollte. Es war der 9. Dezember 2017, der Tag, an dem bei Werders Offensivspieler die Achillessehne im linken Fuß riss. Bartels erlebt an diesem Sonntag also einen Jahrestag, an dem es rein gar nichts zu feiern gibt.

Im Zweikampf war ihm der damalige Dortmunder Sokratis unglücklich in die Hacken getreten. Werder gewann am Ende überraschend mit 2:1 beim BVB, doch Bartels' schwere Verletzung überschattete den Sieg. Ein Jahr danach steht wieder ein Spiel in Dortmund bevor. Klar ist, dass Bartels nicht dabei sein wird. Unklar ist, wann der 31-Jährige endlich wieder Fußball spielen kann. Einen genauen Zeitpunkt für ein Comeback nennen derzeit weder der Spieler noch der Verein.

Muskuläre Probleme

Dabei hatte es schon einmal Hoffnung gegeben. Bartels hatte im September erst bei der U 23 und dann bei den Profis Teile des Mannschaftstrainings mitgemacht, doch sein Körper verkraftete diese Belastungen nicht so gut wie erhofft. Der Offensivspieler müsse weiter am Aufbau der Muskulatur arbeiten, bevor er wieder mittrainieren könne, erklärte Florian Kohfeldt. Immerhin betonte der Trainer, dass mit der operierten Achillessehne alles in Ordnung sei. Vielmehr ist Bartels' Körper nach der langen Pause noch nicht bereit für die Belastungen des Profifußballs. In diesem Jahr kehrt Bartels daher nicht mehr auf den Platz zurück. Kohfeldt betont immer wieder, dass sich der Langzeitverletzte alle Zeit der Welt nehmen solle, um wieder richtig fit zu werden.

Der Trainer gibt dem Spieler also Rückendeckung, dazu hat Werder Bartels' Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert. „Es ist gerade Geduld gefragt“, sagte Bartels. „Ich bin auf einem guten Weg.“ Diese Sätze sprach der 31-Jährige beim Freimarktbesuch der Werder-Mannschaft. Aktuell will Bartels keine Interviews geben, es gibt eben nicht viel Neues zu erzählen. In der vergangenen Woche absolvierte Bartels sein Reha-Programm für einige Tage am Chiemsee. „Es ging darum, dass Fin mal etwas anderes sieht“, erklärte Kohfeldt den Kurztrip nach Bayern, den Bartels zusammen mit dem verletzten Philipp Bargfrede absolvierte. Ein Tapetenwechsel also, damit dem Langzeitverletzten in Bremen nicht die Decke auf den Kopf fällt.

So lange fielen andere Spieler aus

„Es ist schwer, manchmal zusehen zu müssen und nicht mit den Kameraden auf dem Platz zu rackern“, sagte Bartels, der seinem Beruf nun seit einem Jahr nicht nachgehen kann. Die Lehrbücher nennen bei einem Achillessehnenriss  eine Ausfallzeit von mindestens sechs Monaten. David Beckham etwa setzte diese Verletzung im Jahr 2010 tatsächlich auch nur ein halbes Jahr außer Gefecht, dann lief er wieder für seinen damaligen Klub Los Angeles Galaxy auf. Siebeneinhalb Monate bis zum Comeback benötigte Leverkusens Charles Aranguiz, der sich im August 2015 einen Achillessehnenriss zuzog. Nürnbergs Sebastian Kerk ereilte die Verletzung im August 2017. Bei ihm dauerte es 13 Monate, bis er wieder spielte.

Das sind nur drei Beispiele, die zeigen, wie schwer es ist, bei einem Achillessehnenriss Prognosen zu stellen. Nicht umsonst gilt diese Verletzung als der Alptraum jedes Fußballers. Bei Fin Bartels kommen nun die muskulären Probleme nach der langen Pause erschwerend hinzu. Trotz all der Rückschläge schuftet er weiter fleißig für das Comback. Ein paar Jahre wolle er noch spielen, sagte Bartels. Und einen Fin Bartels in Topform könnte Werder immer noch sehr gut gebrauchen. In Kontersituationen war der flinke, wendige Bartels oft eine Klasse für sich und harmonierte perfekt mit Max Kruse. Diese Umschaltmomente fehlen Werders Spiel derzeit, auch deswegen haben die Fans Bartels nicht vergessen. In den sozialen Netzwerken ist er immer mal wieder ein Thema, seine Rückkehr wird sehnsüchtig erwartet. Wie lange sich die Bartels-Fans noch gedulden müssen, ist aktuell allerdings offen.

RosiB. am 09.12.2018, 18:08
😰💚❤️
18
1
Room am 09.12.2018, 19:04
Man kann nur hoffen das so einer wie Fin bald wieder "an Bord" ist, ehrlicher bodenständiger und sympathischer Typ ! Wünsche ihm alles Gute ! Hundert Prozent Fin !
38
0
haraldbremen am 10.12.2018, 00:28
Bei aller Sympathie und bei allem Mitgefühl für Fin Bartels: Aber eigentlich war er immer nur verletzt. Darüber hinaus: Die Verletzungsvorgeschichte hätte man sicherlich vor einem Transfer durch einen guten Medizincheck in Erfahrung bringen können, wenn man gewollt hätte.

Da Bartels mit 31 Jahren ohnehin schon nicht mehr zu den Jüngsten zählt, ist er für mich aktuell der größte Transferflop Baumanns.
1
50
NickNameless am 10.12.2018, 04:45
Fassen wir mal zusammen:

Ein Spieler, der 2014 ablösefrei kam, bis zu seiner schweren Verletzung in 116 möglichen Spielen 102 mal eingesetzt wurde (6x verletzt fehlte!) und dabei an 40 Toren beteiligt war, ist "der größte Transferflop Baumanns", der erst seit 2016 für Verpflichtungen direkt verantwortlich ist.

Selten mehr Unsinn in so wenigen Zeilen gelesen. Respekt!
53
1
alanya_fuchs am 10.12.2018, 11:14
NickNameless am 10.12.2018, 04:45
Selten mehr Unsinn in so wenigen Zeilen gelesen. Respekt!



Touché.
Ich bin es leid, hier jeden Blödsinn zu kommentieren. Leider kommt man beim Scrollen nicht ohne zu lesen dran vorbei.
2014 war übrigens Thomas Eichin Geschäftsführer Sport.
7
0
NickNameless am 10.12.2018, 14:25
Vielleicht wollte er ihm in seiner Position als "Direktor Profifußball und Scouting" eine Teilschuld anhängen. Wie auch immer...


Übrigens kann ich eine Steigerung der Qualität bisher nicht feststellen. Ganz sicher ist aber, dass der Umgangston mittlerweile schon sehr heftig an der untersten Schublade zerrt!
Ganz zu schweigen davon, dass die Kommentarfunktion eine Katastrophe ist. Hier sollen ja Diskussionen stattfinden (können). Aber ich habe Besseres zu tun, als im Halbstundentakt alle Artikel durchzuscrollen um zu schauen, ob mir irgendwo jemand geantwortet hat! Das geht aber anscheinend nicht in die Köpfe derer, die - im Gegensatz zu uns - hauptberuflich in der Sportberichterstattung tätig sind.

Insofern bin ich auch schon wieder weg und wünsche eine besinnliche Weihnachtszeit.
3
0
delles.wiki am 10.12.2018, 19:34
Ich find´s auch eher unübersichtlich so. Qualitativ gute Kommentare kann man sich eigentlich immer schon durch den Nickname herleiten, unabhängig davon, welche Meinung vertreten wird.
2
0
wolfgramm am 10.12.2018, 12:07
Baumann hat Bartels nicht verpflichtet,außerdem war er einer der besten Transfers der letzten 10 Jahre.In jeder Beziehung.
6
0
susanneundjens am 10.12.2018, 18:29
@harry...Schweigen ist manchmal besser als Kommentare schreiben.
1
1
1-Werder am 10.12.2018, 10:50
Fin Bartels ist ein toller Typ. In Kombination mit Max Kruse hatte Werder mit FB mehr Durchschlagskraft als aktuell. Insofern von einem Transferflop (anderer Kommentar..) zu schreiben, halte ich für wenig angemessen. Aber... Ich bin mir nicht sicher, ob F. Bartels sich nach dem langwierigen Genesungsprozess einen Gefallen macht, wieder Anschluss an das Team zu erarbeiten. Die Jungen drängen massiv nach, F. Barrels hat seinen Zenit vermutlich altersmässig überschritten. Ich würde ihm die Enttäuschung, den Sprung in das A-Team nicht mehr zu bewerkstelligen, eigentlich gerne ersparen wollen und mir, was bei Werder eigentlich Tradition hat, einen fairen Umgang mit F. Bartels wünschen.
6
1
wolfgramm am 10.12.2018, 12:12
Einen fairen Umgang hätte ich mir aber auch bei Caldirola gewünscht,ansonsten haben Sie in der Beziehung Recht.Ich hoffe aber immer noch,dass Bartels es noch einmal schafft.Die Konkurrenz sehe ich nicht als Problem,ich halte einen gesunden in Form befindlichen Bartels immer noch für stärker als die Jungen.
3
1
delles.wiki am 10.12.2018, 19:38
Bartels war zu Kruse der kongeniale Partner. Das war schon toll, was die beiden auf den Rasen gezaubert haben. Ich hoffe inständig, dass er wieder kommt. Wir haben keinen, der ihn so einfach ersetzen könnte.
2
0
WERDER2016 am 10.12.2018, 21:14
Trotz aller kommentarischer Gegensätze hier: mit großer Mehrheit wird Bartels ein gelungenes Comeback gewünscht. Dem schließe ich mich an. Leicht wird dies sicherlich nicht, aber warten wir es ab. In der Form seiner guten Phasen wäre er ein Gewinn und eine Erweiterung der Kaderqualität.
1
0
delles.wiki am 10.12.2018, 22:31
Darüber hinaus ist er, glaube ich, einfach ein feiner Kerl. Ich meine mich zu erinnern, dass Sokratis damals völlig ungeschoren davon kam.
0
0

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download