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Rasenreport
09.05.2019
Werder vor Hoffenheim-Spiel

Ein halbes Finale

© nordphoto


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Der Fußball ist heutzutage eine Wissenschaft für sich. Es werden auch kleinste Kleinigkeiten exakt gemessen, ausgewertet, analysiert, alles mit modernster Technik. Am Sonnabend in Hoffenheim wird Werder auf eine Informationsquelle verzichten, die es schon so lange gibt wie die Bundesliga: den Ergebnisdienst. „Ich will keine Zwischenergebnisse, ich will nicht wissen, wie es auf den anderen Plätzen steht„, sagt Florian Kohfeldt. Also keine Handys auf der Bank, auch kein Radio. „Ich will dass wir gewinnen, und dann kann mir jemand sagen, wie die anderen gespielt haben.“

Die Bremer müssen in Hoffenheim gewinnen, um im Endspurt der Bundesliga die Chance zu erhalten, das Saisonziel Europa League erreichen zu können. Und doch ist es nur ein halbes Finale, da auch bei einem Sieg gegen Hoffenheim die Konkurrenz entsprechende Ergebnisse liefern muss. Nürnberg sollte Gladbach einen Punkt abtrotzen, besser noch besiegen und Stuttgart den VfL Wolfsburg. Nur in diesem Fall bleibt Werder – ein Sieg in Hoffenheim vorausgesetzt – im Rennen um einen europäischen Platz.

Bei fünf Punkten Rückstand auf Rang 7 ist die Chance, nun ja, eher gering. Dass auch aus vermeintlich schlechter Position Großes gelingen kann, hat unter der Woche Liverpool in der Champions League bewiesen, und ein 0:3 aus dem Hinspiel in ein 4:0 gedreht. „Ganz platt gesagt ist es das beste Beispiel, niemals aufzuhören. Niemals. Bis es endgültig vorbei ist„, sagt Kohfeldt. So müssten auch seine Jungs das Spiel angehen. „Wir wollen, auch wenn es schwer wird, das Szenario, am letzten Spieltag gegen Leipzig noch die Möglichkeit zu haben, etwas zu erreichen.“

Gegner Hoffenheim hat Schwächen

Es gibt leichtere Aufgaben, als in Hoffenheim zu gewinnen. Nach den gegnerischen Stärken befragt, hält Kohfeldt ein kurzes Plädoyer auf die offensive Kraft der TSG. „Sie sind sehr offensiv ausgerichtet. Versuchen den Gegner zu locken, Räume aufzuziehen, mit Tempo dort hineinzuspielen und dann mit Wucht nachzugehen.„ Aber darin liegt auch Werders Chance: „Sie spielen hohes, mannorientiertes Pressing – dort findet man unter Umständen Lücken. Es ist schwer, aber es ist möglich. Die Spiele zeigen: Sie schießen viele Tore, sie bekommen viele Tore.“ 68 Treffer hat Hoffenheim erzielt, 47 kassiert.

Und dann ist da noch Julian Nagelsmann, der am Sonnabend sein letztes Heimspiel als Trainer in Hoffenheim erlebt. Nagelsmann wechselt zur kommenden Saison nach Leipzig, in den letzten Tagen der Zusammenarbeit knirscht es jedoch hier und dort. Erst kritisierte Nagelsmann die Erwartungshaltung der eigenen Zuschauer („vielleicht ist da der Opernbesuch doch besser.„). Dann kritisierte Andrej Kramaric seinen Trainer aufgrund vieler Systemwechsel innerhalb eines Spiels („wir sind keine Roboter, sondern Menschen. Das sind viele Fehler von draußen.“).

Harmonie klingt anders, einen Vorteil aus der in Schieflage geratenen Stimmung beim Gegner will bei Werder aber niemand sehen. Kohfeldt hat die Medienberichte verfolgt, sieht die Gemengelage jedoch anders: „Es ist bei allen eher eine tiefe Dankbarkeit zu spüren für das, was Julian die letzten Jahre geleistet hat. Deshalb befürchte ich, dass der Antrieb ist, noch mal ein richtiges Feuerwerk abzubrennen."

Ersetzt Möhwald Klaassen?

Probleme in Hoffenheim, die Ergebnisse der Konkurrenz – Werder schiebt alles beiseite, um den Fokus auf die eigene Situation zu legen. Dazu gehört natürlich, die Partie am Sonnabend zu gewinnen. „Das ist das Wichtigste„, sagt Kohfeldt, denn: „Das Allerschlimmste ist, wenn andere etwas für dich tun und du hast deine Aufgabe nicht erledigt.“

Nicht dabei helfen kann Davy Klaassen, der vergangenes Wochenende beim 2:2 gegen Dortmund die fünfte Gelbe Karte bekam und nun zuschauen muss. Naheliegend wäre, ihn durch Kevin Möhwald zu ersetzen, der gegen Dortmund ansehnliche 30 Minuten spielte und den Anschlusstreffer erzielte. Kohfeldt sprach ihm danach ein gutes Bewerbungsschreibung für die Partie in Hoffenheim aus. „Was nicht heißt, dass ich die Bewerbung annehme", sagte der Trainer zur potenziellen Aufstellung am Sonnabend.

Es wird ohnehin eher auf die Mentalität ankommen, die die Spieler zeigen. Kohfeldt ist da optimistisch: „Wir haben gezeigt, dass wir eher besser werden, wenn es um etwas geht." Das wäre gut, denn es geht um viel. Auch wenn es nur ein halbes Finale ist.

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:

FlyKilla am 09.05.2019, 20:19
Die Grundeinstellung und Wille von FK ist klasse! Und wenn es trotz aller Widrigkeiten und Umstände es mit der EL noch klappen sollte ich würde nicht nur im Dreieck springen. Nein, es wäre der totale Wahnsinn! Nur fehlt mir der Glaube daran . Also Jungs, gewinnt und lasst uns den Fußballgott mit uns sein!
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klarerBlick am 10.05.2019, 10:47
Baumann und Kohfeldt werden noch 3 Wochen nach Saisonende posaunen, dass die Europa-Liga noch möglich ist, weil den 5 vor uns stehenden Mannschaften die Lizenz entzogen wird.

Das ist schon wirklich peinlich
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alanya_fuchs am 10.05.2019, 13:19
Ja, Sie haben recht. Nun geben Sie aber Ruhe.
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susanneundjens am 10.05.2019, 21:37
Morgen gibt es wohl Spektakel. Beide müssen gewinnen, beide vorne top und hinten nicht so. Kann 5:2 oder 3:4 ausgehen.
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