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01.03.2019
Werder vor dem Duell mit Wolfsburg

Ein bisschen Endspiel

© nordphoto


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Mit dem Geburtstagsgeschenk hat es schon einmal geklappt – auch gegen den VfL Wolfsburg. Am 5. Oktober 2018 wurde Florian Kohfeldt 36 Jahre alt und seine Mannschaft schenkte ihm einen 2:0-Heimsieg über die Wolfsburger. Am Sonntag nun gilt es, Philipp Bargfrede zu beschenken. Das Werder-Urgestein wird 30 Jahre alt, und seine Teamkollegen wollen ihm den Ehrentag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg (18 Uhr) natürlich so schön wie möglich gestalten. „Bargi ist ein super Spieler. Er ist seit über zehn Jahren da und weiß, was Werder bedeutet“, sagte Linksverteidiger Ludwig Augustinsson.

Bargfrede, der ewige Werderaner mit der typisch norddeutschen Gelassenheit, ist also ein Typ, den jeder mag. Er hätte sich zweifellos einen Sieg zum Geburtstag verdient, doch die Gefahr eines vermasselten Ehrentages ist nicht eben gering. Werders Gegner Wolfsburg ist die Mannschaft der Stunde. Mit zehn Punkten aus den jüngsten vier Partien hat sich das Team von Trainer Bruno Labbadia auf Platz fünf vorgekämpft und darf sogar von der Champions League träumen. Sechs Punkte mehr als die neuntplatzierten Bremer haben die Wolfsburger bereits. Sollte Werder am Sonntag verlieren, wäre es sehr schwierig, im weiteren Saisonverlauf noch einmal zum Nordrivalen aufzuschließen.

Kapitän Max Kruse hatte daher nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Stuttgart schon davon gesprochen, dass in Wolfsburg nun „in gewisser Art und Weise ein Endspiel“ um die europäischen Plätze anstehe. Diese Aussage wollte Kohfeldt auf der Pressekonferenz zum Wolfsburg-Spiel am Freitag richtig eingeordnet wissen. „Max hat das aus der Emotion heraus kurz nach dem Abpfiff gesagt“, betonte Kohfeldt. Wie der Kapitän das gemeint hat, ist wohl auch jedem klar. Kruse wollte die besondere Bedeutung der Partie herausstellen, und „es ist auch ein sehr wichtiges Spiel“, unterstrich Kohfeldt. Ein Endspiel allerdings ist es nicht. „Wir haben danach immer noch zehn Spiele“, merkte Augustinsson an.

Zuletzt zu viele Unentschieden

Bei Werder versuchen sie die richtige Mischung aus Anspannung und Lockerheit zu finden. „Wir freuen uns auf diese spannenden Duelle gegen direkte Konkurrenten“, betonte Sportchef Frank Baumann. Unter Zugzwang stehen die Bremer allerdings auch, das lässt sich nicht leugnen. Werder hat zwar nach der Winterpause noch kein Spiel verloren. „Aber wir haben zu oft unentschieden gespielt“, stellte Augustinsson fest. Mit zwei Siegen und vier Remis kommt Werder im Jahr 2019 bisher auf zehn Punkte. Genauso viele Zähler holten auch die Wolfsburger in der Rückrunde, doch sie sind seit vier Partien ungeschlagen und Fünfter, während Werder den Anschluss an die europäischen Ränge verlieren könnte.

Also hielt Trainer Labbadia während der Wolfsburger Pressekonferenz fest: „Wir sind sicherlich in der besseren Situation als Werder Bremen. Das haben wir uns erarbeitet.“ Dennoch sieht der einstige Werder-Stürmer beide Mannschaften auf Augenhöhe und lobte die Vielseitigkeit der Bremer. Kohfeldt wiederum drückte seine Hochachtung für Labbadia aus: „Was Bruno in Wolfsburg geschafft hat, ist beeindruckend.“

Zur Erinnerung: In der vergangenen Saison retteten sich die Wolfsburger erst in der Relegation gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg. Jetzt sind sie auf Kurs in Richtung Europa. Wer meint, dass deswegen in Wolfsburg nun eitel Sonnenschein herrscht, der irrt jedoch gewaltig. Erst gab es Gerüchte um einen Labbadia-Wechsel zum FC Schalke, dann um einen Abgang des Trainers am Ende der Spielzeit. Jetzt sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke auch noch der „Bild“, dass er keine freundschaftliche Verbindung zu Labbadia pflege. „Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht.“ Labbadia ließ diese Äußerung unkommentiert.

Nicht jeden Tag Blumen

Während in Wolfsburg also eine Art Schmierenkomödie abläuft, kann in Bremen eine echte Romanze bestaunt werden. Anders als Schmadtke und Labbadia sind Sportchef Baumann und Trainer Kohfeldt ein Herz und eine Seele. „Wir schicken uns aber nicht jeden Tag Blumen“, versicherte Kohfeldt am Freitag und lachte. Das mag stimmen, viel mehr Einigkeit als Werders sportliches Führungsduo kann man allerdings kaum demonstrieren. Die Wolfsburger Posse um Schmadtke und Labbadia wollte Kohfeldt nicht bewerten. Mit Blick auf die sportliche Bilanz sagte er lediglich: „Es funktioniert nicht so schlecht.“

Überhaupt war Kohfeldts große Wertschätzung für den Gegner nicht zu überhören: „Sie haben eine große Qualität an Einzelspielern, weil sie über ganz andere finanzielle Möglichkeiten verfügen als wir. Dazu sind sie sehr gut aufeinander abgestimmt, haben spielstarke Achter, allen voran Maximilian Arnold, und mit Wout Weghorst einen Stürmer, auf den man auch mal den Ball durchstecken kann.“ Koen Casteels bezeichnete er zudem als „überragenden Torwart“. Eine Chance für Werder sieht der Coach aber in den bewussten Rhythmuswechseln der Wolfsburger. Da gelte es, im richtigen Moment zuzuschlagen. „Wir müssen mit Mut verteidigen und angreifen“, forderte Kohfeldt.

Mut machen kann Werder im Vorfeld zweifellos die Statistik. Die jüngsten sechs Bundesliga-Duelle gegen Wolfsburg haben die Bremer nicht verloren. Ebenfalls Mut machen kann die Personallage. Martin Harnik hat seine Muskelverletzung am Hüftbeuger schneller auskuriert als erwartet und ist laut Kohfeldt schon wieder ein Kandidat für den Kader. Geburtstagskind Bargfrede, gegen Stuttgart noch verletzt, ist ebenfalls rechtzeitig fit geworden. Gleiches gilt für die leicht angeschlagenen Sebastian Langkamp und Davy Klaassen. Lediglich Yuya Osako fällt mit einer Reizung im Rücken weiterhin aus.

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:


am 01.03.2019, 18:45
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
susanneundjens am 02.03.2019, 01:42
Mag ja sein, dass das in der Liga die letzte Chance ist. Ist aber nicht so wichtig. In Wirklichkeit brennt das Team für Berlin und das Finale. Langjährige Kicker, die noch keinen Titel haben, wie Kruse und Bargfrede, haben meinet Meinung nach NUR das im Kopf. Wir werden es auf Schslke sehen Anfang April. Der Pokal ist Werders Ding diese Saison. Die brennen alle darauf, jede Wette. Es ist egal wer da noch komnt. Wer In Dortmund gewinnt, nimmt es mit jedem auf. Mir wäre es recht. Endspiel in Berlin ist das geilste was es gibt.
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Netzorath am 02.03.2019, 13:48
@susanneundjens
Das sehe ich anders als Sie (wurde ja auch mal wieder Zeit). Der Pokal mag noch so sehr Werders Ding sein dieses Jahr, ob wir die Hürden dort überstehen, wage ich zu bezweifeln. Wer Schalke gegen ManCity gesehen hat und außerdem weiß, dass die ihre ganze vergurkte Saison dort wett machen können, weiß um die Schwere dieser Aufgabe. Auf Schalke zu gewinnen bedeutete den dritten Sieg hintereinander dort. Also ist vielleicht doch ein bisschen viel. Und dann sind die Bayern sicher noch drin.

Dann schon eher Platz 7, da Bayern ja doch wieder alles holt. Aber auch das ist schwer genug, vielleicht zu schwer. Frankfurt und Leverkusen sind für uns kaum zu holen, also müssen wir Hoffenheim und Wolfsburg überholen. Bei letzteren warte ich auf den Einbruch (ich glaub, der Schmadtke rechnet auch damit). Und ob Werder wirklich schon besser ist als Hoffenheim… man wird sehen.
Ich habe mich auf ein weiteres Jahr ohne Europa eingestellt. Ist auch ein bisschen vermessen, nach diesen Jahren anderes zu erwarten. Als Zielsetzung natürlich völlig okay. Leider sind die anderen Aspiranten in guter Verfassung in diesem Jahr, in der letzten Saison waren sie fast alle schwach.
Aber natürlich alles versuchen, und insofern müsste man WOB schlagen. Und Berlin zu erreichen wäre natürlich klasse. Möglich ist das durchaus, das ist ja das Tolle. Man sollte es viel mehr genießen, was alles wieder möglich ist und sich von den Dauernörglern hier im Forum das nicht nehmen lassen.
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Netzorath am 02.03.2019, 16:42
@susanneundjens
Das sehe ich anders als Sie (wurde ja auch mal wieder Zeit). Der Pokal mag noch so sehr Werders Ding sein dieses Jahr, ob wir die Hürden dort überstehen, wage ich zu bezweifeln. Wer Schalke gegen ManCity gesehen hat und außerdem weiß, dass die ihre ganze vergurkte Saison dort wett machen können, weiß um die Schwere dieser Aufgabe. Auf Schalke zu gewinnen bedeutete den dritten Sieg hintereinander dort. Also ist vielleicht doch ein bisschen viel. Und dann sind die Bayern sicher noch drin.
Dann schon eher Platz 7, da Bayern ja doch wieder Meister wird. Aber auch das ist schwer genug, vielleicht zu schwer. Frankfurt und Leverkusen sind für uns kaum zu holen, also müssen wir Hoffenheim und Wolfsburg überholen. Bei letzteren warte ich auf den Einbruch (ich glaub, der Schmadtke rechnet auch damit). Und ob Werder wirklich schon besser ist als Hoffenheim…man wird sehen.
Ich habe mich auf ein weiteres Jahr ohne Europa eingestellt. Ist auch ein bisschen vermessen, nach diesen Jahren anderes zu erwarten. Als Zielsetzung natürlich völlig okay. Leider sind die anderen Aspiranten in guter Verfassung in diesem Jahr, in der letzten Saison waren sie fast alle schwach.
Aber natürlich alles versuchen, und insofern müsste man WOB schlagen. Und Berlin zu erreichen wäre natürlich toll. Möglich ist das durchaus, das ist ja das Tolle. Man sollte es viel mehr genießen, was alles wieder möglich ist und sich von den Dauernörglern hier im Forum das nicht nehmen lassen.
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alterwaller am 02.03.2019, 11:58
Endspiel ? Kann man so sehen wenn man über die Liga in die EL will. Früher rutschte ja der Pokal-Endspiel-Verlierer in die EL wenn der Sieger gleichzeitig Meister wurde. Jetzt rückt der Tabellen-Siebte statt des Verlierers noch in die EL. Da aber im Pokal noch Schalke wartet und evtl. Bayern und Leipzig würde ich mich da auf nichts verlassen bzw. vertrauen das das gut geht. Und was hat man am Ende von Platz 9 oder 10 in der Liga und einem guten aber verlorenem Endspiel im Pokal. Dann lieber mit aller Macht versuchen auf Platz 7 zu kommen und hoffen das Bayern Meister und Pokalsieger wird. Das sollte machbarer sein. Nur dazu darf man wirklich nicht ein einiges "Geschenk" mehr machen. Und sollte Sonntag anfangen mit 3 Punkten
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wolfgramm am 02.03.2019, 12:16
Das sehe ich auch wie @alterwaller.Platz 7 ist für mich auch immer noch machbar,wenn man in Wolfsburg nicht verliert.Mag ja sein,dass Kruse und Co. auf Schalke "brennen".Aber für Schalke geht es auch darum,die Saison noch zu retten.Und die hatten ganz andere Vorstellungen.Ja,und die Bayern sind auch noch da.Und die Aussage,wer Dortmund schlägt.....hat auch an Aussagekraft verloren.Auch Augsburg hat es nun geschafft.Also,Wolfsburg als "Endspiel" ansehen und Platz 7 im Auge behalten,der reicht nämlich,da auch Leipzig noch in der Pokalverlosung ist.
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susanneundjens am 02.03.2019, 15:51
Platz 7 mit Sommer-Quali kann für eine noch nicht ganz gefestigte Mannschaft wie Werder in der Saison danach tödlich sein. Ich stehe auf dem Standpunkt entweder Direktquali oder gar nicht.
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2004 am 02.03.2019, 13:00
Natürlich ist das heute ein Endspiel. Eines von mehreren, die da noch kommen gegen Gegner auf Tabellen-Augenhöhe. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt nicht angezeigt, nur auf den DFB-Pokal zu setzen. Werder hat definitiv das Format und die Stärke, heute in Wolfsburg den Dreier einzufahren! Nur das zählt!👍
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susanneundjens am 02.03.2019, 15:48
@netzorath: Bei mir ist jede Menge Wunschdenken dabei, denn Finale ist für mich einfach toll. Der Pokalsieg 99 gegen Bayern, das Double 2004 gegen Aachen und auch das Finale 2009 gegen Leverkusen alle live im Stadion waren mit die absoluten Höhepunkte als Fan. Und es ist möglich. Schalke ist schwer, aber machbar und ein bißchen Glück brauchen wir auch, sprich Leipzig und Bayern spielen im Halbfinale gegeneinander wobei Leipzig auch erst einmal in Augsburg gewinnen muss. In der Liga sehe ich Werder auch nicht auf sieben Dortmund, Bayern, Gladbach und Leipzig gehen in die CL. Danach sehe ich Leverkusen, Hoffenheim und Frankfurt auf 5-7. Wüßte nicht, wie wir an einem von denen vorbeikommen könnten. Ich bleibe bei meinem Platz-8-Tipp für uns.
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WERDER2016 am 02.03.2019, 17:57
Endspiel ist sicherlich der falsche Begriff, aber bei einer Niederlage ist die zur Zeit auf hohem Niveau spielende Konkurrenz nach den heutigen Ergebnissen weit enteilt. Darüber hinaus deutet nichts auf ein Nachlassen von Frankfurt und LEV hinter. Großen Respekt gebührt dabei der Eintracht, die heute mit einer Energieleistung in den letzten Sekunden das Spiel gegen 1899 gedreht hat. Da wird nicht taktisch spekuliert, sondern trotz Doppelbelastung und anstehendem Spiel gegen Inter Mailand in der EL offensiver Powerfußball gezeigt. Respekt, Respekt. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass Werder auch nur annähernd die Eintracht gefährden könnte. Und bei einer Niederlage ist auch Platz 7 unrealistisch.

Ich befürchte, dass die Fans ab Montag wieder die Durchhalteparolen von guten Tabbellenplätzen zwecks luckrativer TV Gelder zu hören kriegen. Nach den letzten Jahren sollte das aber ein Szenario sein, mit dem man leben kann.
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