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04.06.2019
EM-Teilnahme der Eggesteins und die Folgen

Eher Belohnung als Belastung

© dpa


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Jérémy Toulalan, Lassana Diarra, Joao Moutinho, Ricardo Quaresma – einige seiner Gegenspieler sollten in den folgenden Jahren im Weltfußball eine nicht gerade unbedeutende Rolle spielen. Nicht nur deswegen war die Teilnahme an der U 21-Europameisterschaft 2006 für Christian Schulz ein besonderes Erlebnis. „Solch ein Turnier ist ein Highlight für jeden Spieler – eine Plattform, um sich zu präsentieren“, sagt der 36-Jährige. Schulz lässt seine Karriere aktuell in der U 23 von Hannover 96 ausklingen. Vor 13 Jahren stand der Abwehrspieler in Diensten von Werder und war Stammspieler in der deutschen U 21-Nationalmannschaft – genau wie Maximilian Eggestein heute.

Der Bremer Mittelfeldspieler und sein Bruder Johannes stehen im vorläufigen Kader für die EM vom 16. bis 30. Juni in San Marino und Italien, am Donnerstag gibt Trainer Stefan Kuntz das endgültige Aufgebot bekannt. Was bedeutet eine EM-Teilnahme der Eggestein-Brüder für die kommende Saison? Besonders Maximilian Eggestein hat eine kraftraubende Spielzeit hinter sich, absolvierte 39 Pflichtspiele und lief mehr als jeder andere Bundesliga-Spieler (409 Kilometer). Eine richtige Sommerpause zur Erholung hat der 22-Jährige nun nicht. „Aber das kann man als junger Spieler kompensieren“, glaubt Schulz.

Eine Phase ohne Fußball

Maximilian Eggestein selbst sieht es ähnlich pragmatisch: „Ich hatte nach dem letzten Spieltag ein paar Tage frei. Da entsteht nach einer gewissen Zeit automatisch wieder die Lust, sich zu bewegen und zu kicken“, sagte er im Interview mit dfb.de. Natürlich müsse aber auf die besondere Belastung Rücksicht genommen werden, mahnt Christian Schulz. „Man braucht im Sommer eine Phase ohne Fußball.“ Dafür ist bei den Eggesteins gesorgt: Sie steigen später in die Saisonvorbereitung ein. „Auch während der Saison muss der Trainer darauf achten, dass die Belastung dosiert wird“, sagt Schulz. Manche Dinge seien aber im Fußball ganz einfach. „Wenn der Erfolg da ist, merkt man die Belastung nicht“, verdeutlicht der Double-Sieger von 2004.

Für Schulz war die U 21-EM 2006 allerdings kein Erfolg. Er schied mit der deutschen Auswahl in der Vorrunde aus. Probleme habe er in der folgenden Saison wegen der EM-Teilnahme aber nicht gehabt, sagt Schulz. Er kam bei Werder weiterhin regelmäßig zum Einsatz. Andere Beispiele zeigen, dass eine U 21-EM einen Spieler sogar beflügeln kann. Milos Veljkovic nahm 2017 mit Serbien an dem Turnier teil und spielte anschließend seine bislang beste Saison für Werder mit 34 Pflichtspieleinsätzen. Noch besser lief es für Mesut Özil: Er wurde 2009 U 21-Europameister, sammelte danach für Werder in 46 Pflichtpartien 39 Scorerpunkte und wechselte zu Real Madrid.

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