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Rasenreport
23.04.2019
Kohfeldt setzt gegen Bayern auf die Fans

Durchs Spalier ins Finale

© nordphoto


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Den ersten Gänsehaut-Moment gibt es schon vor dem Spiel gegen die Bayern. Nicht auf dem Rasen. Sondern draußen, vor dem Stadion. Tausende Werder-Fans wollen den Mannschaftsbus empfangen und Spalier stehen. Im Saisonfinale 2016 sorgte diese Bremer „Greenwhitewonderwall“ bundesweit für Aufsehen. Die emotionale Aktion der Fans trug Werder zum Klassenerhalt. Florian Kohfeldt saß damals als Co-Trainer im Bus. Er hat „diese Momente und diese Bilder immer noch in Erinnerung“ und freut sich auf die Neuauflage vor dem Halbfinale im DFB-Pokal. „Wenn da Tausende Menschen sind, da bekommst du schon das Gefühl: Okay, heute steht einer mehr auf dem Platz als sonst!“ Die Fans, da ist sich der Trainer sicher, „werden ein großer Vorteil für uns sein, das kann gar nicht zu viel Unterstützung werden“.

Schon vor einer Woche sagte Kohfeldt, dass er sich wie ein kleines Kind auf dieses Pokalspiel freue. Seither registriert er auch in seinem privaten Umfeld, wie die Begeisterung täglich zunimmt. „Ich lebe in der Stadt. In meiner direkten Nachbarschaft ist es grün-weißer als sonst. Ich nehme das wahr und freue mich darüber.“ Anders als 2016 seien die Gefühle diesmal aber völlig anders, nämlich positiver. Als er damals mit der Mannschaft durch das Spalier der Fans fuhr und viele Menschen gegen den Bus trommelten, war das durchaus „auch beklemmend“, und er habe schon mal kurz gedacht: „Oh Mann! Die ganzen Leute werden auch noch da sein, wenn wir das Spiel verlieren.“ Im Abstiegskampf seien die Emotionen „aus Existenz-Not“ entstanden, „jetzt aber ist es pure Vorfreude! Wir können ein Pokalfinale erreichen. Und so ein bisschen hat doch jeder im Kopf: Es muss zwar viel zusammenkommen und alles passen, aber dann kann es mit dem Finale vielleicht klappen!“

Bitte keine Bengalos

Kohfeldts enorme Vorfreude auf diese womöglich magische Nacht im Weserstadion erkennt man daran, dass er in der Medienrunde vor dem Spiel mehr über die eigenen Fans spricht als über den Gegner, der immerhin Bayern München heißt. Sogar einen Matchplan für die Zuschauer hält er parat, wohl wissend, dass so ein Spiel gegen den Rekordpokalsieger durchaus auch schlecht beginnen könnte. „Es kann auch Frustmomente geben in so einem Spiel, zum Beispiel ein Gegentor“, erklärt der Trainer, „und wir werden in manchen Phasen vielleicht nicht so den Druck ausüben können, auch wenn ich jedem versprechen kann, dass wir genau das versuchen. Und dann soll bitte keiner der Zuschauer denken: Ach, die wollen ja gar nicht. Wir wollen!“ Man brauche keine Bengalos an diesem Abend, mahnt Kohfeldt, sondern „dieses Gefühl von allen Rängen, dass von hinter dir Energie aufs Feld kommt“.

Werder hätte das Weserstadion diesmal „gleich mehrfach ausverkaufen können“, betont Mediendirektor Michael Rudolph, und auch vor den TV-Geräten werden Millionen Fußballfans an diesem Mittwochabend nach Bremen schauen. Sportlich geht es um den Einzug ins Finale – aber für den Verein geht es auch um mehr, wie Sportchef Frank Baumann weiß: „Für das Renommee ist die Partie sehr wichtig. Bundesweit wird wahrgenommen, dass die Art und Weise, wie Werder Bremen Fußball spielt, sich verändert hat. Da wäre ein Sieg in diesem Pokal-Halbfinale ein Ausrufezeichen.“

Finaleinzug bringt 3,5 Millionen Euro

Auch die Zusatzeinnahmen würden dem Klub „definitiv helfen“, betont Baumann. Allein ein Finaleinzug beschert Werder 3,5 Millionen Euro. Auch wenn man auf dem neu eingeschlagenen Weg schon weit ist, kam nach Baumanns Empfinden „in der öffentlichen Wahrnehmung zuletzt etwas zu kurz“, dass zwar keine Lichtjahre mehr zwischen Werder und Bayern liegen, aber immer noch ein gehöriges Stück. Was die Einnahmen angeht, das Gehaltsgefüge, die Spieler, und überhaupt das Potenzial. Immerhin aber, so Baumann: „Wir sind näher herangerückt und nicht mehr der komplette Außenseiter. Das ist ein Riesenkompliment für uns.“

Doch wenn der Anpfiff ertönt, geht es um die simpelste aller Fußball-Fragen: Wer schießt mehr Tore? Beim 0:1 im Ligaspiel am Wochenende traf Werder erstmals in dieser Saison gar nicht. Kohfeldt will das zweite Duell mit den Bayern deshalb anders angehen, mit mehr Mut bei eigenem Ballbesitz. „Schnell, aber ruhig“ soll sein Team agieren und so zu Torabschlüssen kommen. Den psychologischen Vorteil sieht er nicht nur wegen der Kulisse auf Werders Seite: „Jeder hat in diesem Halbfinale etwas zu verlieren – vor allem aber die Bayern. Wir spielen eine sehr gute Pokalsaison und müssen das Gefühl nutzen, dass wir in diesem Spiel etwas zu gewinnen haben. Es darf ja keiner ernsthaft brutal enttäuscht sein, wenn wir es nicht ins Finale schaffen.“ Er ahnt: Egal wie das Spiel ausgeht – die Bilder werden in Erinnerung bleiben. Auch die, die es schon vor Anpfiff draußen bei der „Greenwhitewonderwall“ gibt.

jamal0781 am 23.04.2019, 19:30
Ich bin jetzt schon heiß wie sau.Kanns kaum erwarten...
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ESB1899 am 23.04.2019, 21:09
Wann rechnet Ihr mit dem Mannschaftsbus? Vor oder nach 19 Uhr?
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susanneundjens am 23.04.2019, 21:39
Noch einen Tag warten. Ich will da jetzt hin.
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ReginaNobbe am 23.04.2019, 23:19
Wann wird der Bus da sein?
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jamal0781 am 24.04.2019, 12:04
19Uhr
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Pikaya am 24.04.2019, 09:55
Okay, heute steht einer mehr auf dem Platz als sonst!
Und genau den brauchen wir falls einer vom Platz muss.
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