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27.04.2019
Bundesliga-Kolumne von Jürgen L. Born

Düsseldorf muss sich warm anziehen

© Mein Werder


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Die Szene des Pokalhalbfinals zum Elfmeter der Bayern habe ich mir ein paar Mal im Fernsehen angeschaut. Ich wünschte, der Schiedsrichter hätte das auch getan, dann hätte er erkannt, dass es niemals ein Strafstoß war. Aber vielleicht hatte er eine neue Freundin und wollte keine Verlängerung, um möglichst schnell abzupfeifen und zu ihr zu fahren. In jedem Fall gibt es ziemlich viele Argumente gegen einen Elfmeter.

Das Aus im Pokalhalbfinale tut noch immer weh, ich war noch lange nach Schlusspfiff wütend und verbittert. Könnte ja sein, dass da andere Mächte im Spiel waren. Bayern im Finale, das bringt mehr Zuschauer, mehr Aufmerksamkeit, mehr Geld. Nun gut, wir wollen keine bösen Geister beschwören – trotzdem habe ich hervorragend geschlafen in der Nacht nach dem Spiel. Als ich am Morgen darauf aufwachte, dachte ich daran, dass das Spiel trotz der Niederlage sehr viel Positives gebracht hat.

Werder hat sehr guten, begeisternden und berauschenden Fußball gezeigt. Die Mannschaft und das Trainer-Team müssen sich klar sein, was sie in diesem Spiel geleistet haben. Bayern hat einfach den Vorteil der individuellen Klasse. Ein Kingsley Coman, das ist schon richtig Qualität, das ist Weltklasse. Trotzdem haben uns die Bayern nicht an die Wand gespielt. Und im Gespräch mit einigen Verantwortlichen der Münchner haben diese zugegeben, dass sie den Elfmeter nicht gepfiffen hätten.

Werder-Spieler wurden zu Helden

Bei aller Trauer über das Ergebnis, die Mannschaft hat gezeigt, welch ein Potenzial in ihr steckt. Es war ein schwerer Abend für Bayern, und in beiden Spielen haben sie uns jeweils nur mit einem Tor Unterschied geschlagen. Auch wenn ich wünschte, die Bayern hätten in der Liga 3:0 gewonnen und wir dafür im Pokal 2:1. Negative Folgen des Ausscheidens im Pokal erwarte ich nicht. Die Spieler wirken auf mich sehr stabil – jeder von ihnen ist an diesem Abend zu einem Helden geworden.

Wir haben viele Typen in der Mannschaft, die mental stark sind: Max Kruse, Davy Klaassen, Maximilian Eggestein, Niklas Moisander und selbst der kleine Milot Rashica. Die lassen sich von dieser Niederlage nicht beeindrucken. Denn darum geht es ja im Spiel in Düsseldorf: Dass die Mannschaft jetzt sagt, dass die Fortuna sich warm anziehen muss. Dass Werder anknüpft an die Leistung der letzten Monate.

Punkte aus Düsseldorf-Spiel dringend benötigt

Es ist gut, dass nur drei Tage zwischen beiden Spielen liegen. Da bleibt nicht viel Zeit nachzudenken. Die Partie in Düsseldorf ist quasi die Verlängerung des Pokalspiels, die sich die Mannschaft gegen Bayern verdient hätte. Ich erwarte eine faire, aber hoch interessante Auseinandersetzung beider Teams. Düsseldorf hat einen gefährlichen Sturm, die Zeiten, dass sie sich hinten reingestellt haben, sind vorbei. Und wir brauchen die Punkte, wir können nicht abwarten, was der Gegner tut.

Auf der Fahrt zum Stadion, als ich die gewaltige Masse an Werder-Fans am Osterdeich und dem Weserstadion gesehen habe, wurde mir noch einmal klar, was hier in jüngster Vergangenheit entstanden ist. Diese grenzenlose Euphorie, diese Begeisterung der Bremer und die sportliche Entwicklung der Mannschaft, darauf dürfen wir schon ein bisschen stolz sein. Es ist schade, jeder einzelne hätte den Einzug ins Pokalfinale verdient gehabt. Und als Kaufmann tut es mir weh um die Chance, mindestens 3,5 Millionen Euro zu verdienen, gebracht worden zu sein. Jetzt versuchen wir es in der nächsten Saison wieder – vielleicht mal mit etwas mehr Auslosungsglück.

Zur Person:

Jürgen L. Born (78) war von 1999 bis 2009 Vorsitzender der Geschäftsführung bei Werder Bremen. Neben Klaus-Dieter Fischer, Jörg Wontorra, Lou Richter oder Christian Stoll schreibt Born bei Mein Werder, was ihm im Bundes­liga-Geschehen aufgefallen ist.

jamal0781 am 27.04.2019, 10:34
Werder hat gegen die kleinen Vereine zu viele Punkte verloren.Das wird sich jetzt leider rechen.Wenn man heute nicht gewinnt, dann wars das schon fast mit Europa.Wir können es jetzt schon nicht mehr aus eigener Kraft schaffen und haben das schwierigste Restprogramm.Gegen Hoffenheim, BVB und Leipzig werden wir auf jeden Fall Punkte lassen.
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alterwaller am 27.04.2019, 11:35
gegen die "Kleinen" haben wir wirklich zu wenig geholt, stimmt. ABER: Das wir gegen die vermeintlich stärkeren mithalten können haben wir auch gezeigt. Nur, wie Hr. Born schreibt, erst mal müssen 3 Punkte gegen Düsseldorf her. Geht man mal davon aus das Dortmund und Leipzig mit der CL durch sein dürften, vielleicht geben die ja auch nicht mehr 110 %. Ok, für Dortmund geht´s noch um den Titel. Und gegen Hoffe haben wir es in der Hand im direkten Duell. Also verloren ist noch nichts. Es bleibt also mega spannend. Und wenn der 7. Platz reicht, warum nicht ?
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chrijunge am 27.04.2019, 11:56
Ja es tut immernoch weh. Vor allem gegen diese Arroganz der Bayern verloren zu haben. Aber unser Spiel war herausragend! Über Europa würde ich mich freuen, aber da bin ich pessimitisch. Wir sind aktuell im Rückstand, haben noch schwere Spiele vor uns und die Mannschaften um uns herum, mit wesentlich besseren Mitteln, haben sich gegen Ende gefunden und patzen kaum noch.
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olaf63 am 27.04.2019, 12:50
Ja,es ist sehr schwer für Europa aber aufgeben gilt nicht, sondern jetzt erst recht muss die Devise lauten dann ist alles möglich!
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RosiB. am 27.04.2019, 12:58
Ich hab nur ein bisschen Angst, dass die Kraft heute fehlen könnte, 3 Tage nach diesem so intensiven Spiel ... 💚💚💚
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Alexander061080 am 27.04.2019, 17:13
🤣🤣🤣 Genau ...
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