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Rasenreport
11.04.2019
Kampf um den Platz neben Moisander

Die Zukunft heißt Friedl

© nordphoto


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Florian Kohfeldt hat es schon wieder getan. Dabei will er es eigentlich gar nicht tun. Zumindest hat er es so einmal selbst gesagt. In der Abwehrzentrale, so erklärte Werders Trainer einst, brauche es eine größere Kontinuität als beispielsweise in der Offensive. Sollte heißen: Mit möglichst unverändertem Personal soll das Verhindern von Gegentoren geschehen. Wirklich umgesetzt hat Kohfeldt diesen Plan zuletzt nicht mehr. Lediglich Niklas Moisander ist eine Konstante, daneben wird stets ein neuer Mann zum Mitreisen gesucht.

Nun war es wieder einmal Sebastian Langkamp, der in Mönchengladbach den Vorzug erhielt. „Frische-Gründe“ hätten zu diesem Entschluss geführt, erklärte Kohfeldt später. Milos Veljkovic hatte bekanntlich während der Englischen Woche sowohl in der Liga gegen Mainz als auch im Pokal gegen Schalke begonnen. Nachdem er zuvor fast schon abgemeldet schien und wochenlang nur zuschauen musste. In Gelsenkirchen handelte sich der Serbe jedoch in der Schlussphase einen Krampf ein, weshalb ein erneuter Tausch in der Hintermannschaft beim Spiel gegen die Borussia nun auch nicht völlig aus heiterem Himmel kam.

Die von Kohfeldt eigentlich bevorzugte Kontinuität in der Innenverteidigung sieht anders aus. Auf acht Einsätze in den 13 Pflichtspielen der Rückrunde kommt Sebastian Langkamp. Milos Veljkovic stand viermal als Innenverteidiger in der Startelf, Marco Friedl einmal (ein weiteres Mal aus Außenverteidiger). Bilanzierend lässt sich sagen, dass alle ihrem Potenzial entsprechend gespielt haben. Es gilt aber auch, dass, egal wer gespielt hat, sich das Niveau nicht wesentlich verändert hat.

Moisander ist die einzige Konstante

Moisander ist unumstritten und gesetzt. „Er stabilisiert, organisiert und redet. Niklas macht seine Mitspieler besser“, sagt Kohfeldt. Moisander gibt als erster Aufbauspieler den Takt vor, bestimmt Passrhythmus und -abfolge. Er füllt die Rolle des ersten Regisseurs im eigenen Ballbesitz nahezu fehlerlos aus. In bestimmten Spielsituationen, beispielsweise bei Rückstand, kann er auch deutlich weiter vorne platziert ein echter Spielgestalter sein. Auch unter Druck bleibt er ruhig, sein gutes Stellungsspiel kaschiert Defizite im Antritt und der Endgeschwindigkeit. 

Das permanente Wechselspiel an Moisanders Seite zeigt, dass Kohfeldt keine klare Nummer zwei hinter dem Abwehrchef sieht. Fixpunkte werden nicht überschnell ersetzt, kleineres Wehwehchen hin, schwächere Phase her. In Bremen ist das auf fast allen Positionen so – nur eben nicht unmittelbar vor Torhüter Jiri Pavlenka. Das birgt Risiken. Werders Plus ist, dass diese Gefahr bislang allenfalls loderte und nicht zu einem Flächenbrand wurde, der sich auf andere Mannschaftsteile auswirken kann.

Und trotzdem: Auch für die Spieler ist diese Situation nicht einfach. Sie müssen ständig damit rechnen, dass ihnen das Vertrauen wieder entzogen wird. „Ich wäre überrascht, wenn ich jetzt wieder der Herausforderer wäre“, hatte Sebastian Langkamp erst kürzlich nach seiner auskurierten Schulterblessur gesagt – nur um dann zwei Mal auf der Bank zu sitzen.

Nach seinem Auftritt in Mönchenglach beantwortete Langkamp nun wesentlich schmallippiger die Fragen der Journalisten, als es um den Platz im Zentrum der Abwehrkette ging. „Ich habe mich gefreut, dass ich heute gespielt habe.“ Punkt. Aus. Das sollte es gewesen sein. Langkamp wollte partout kein Klagelied anstimmen oder Forderungen stellen. Stattdessen gab er den Sportsmann und sagte Worte, die jeder Trainer deutlich lieber hört. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es ein Qualitätsmerkmal der Truppe ist, dass diejenigen, die hereingekommen sind, ihre Leistungen gebracht haben – egal, ob es Marco Friedl, Milos Veljkovic oder ich war.“ Und dann kam sie doch wieder durch, diese Ungewissheit. „Schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Stammplatz-Chancen für Friedl

In dieser Saison wird es beim Wechselspiel bleiben, so lange sich niemand ernsthaft verletzt. Aber wie sieht die Innenverteidigung in der kommenden Saison aus? Eine weitere Saison auf dem aktuellen Niveau trauen die sportlich Verantwortlichen Moisander, der im September 34 Jahre alt wird, noch zu. Die Zukunft aber gehört ihm nicht, ebenso wenig Langkamp, der kommende Saison 32 wird. Auch bei Veljkovic gibt es längst Zweifel, ob die Entwicklung noch viel Spielraum lässt – oder sie nahezu ausgereizt ist. Hoffnungsträger ist Marco Friedl.

Friedl wird intern großes Potenzial als Innenverteidiger bescheinigt. Er könnte, so ist zu hören, kommende Saison einen Stammplatz in der Mannschaft einnehmen. Die Voraussetzung dafür ist, dass Friedl über das Saisonende in Bremen bleibt. Der Leihvertrag mit dem FC Bayern endet nach eineinhalb Jahren im Sommer. Konkrete Gespräche mit den Münchnern, wo Friedl noch Vertrag bis 2021 hat, gab es bislang nicht, es gab einen losen Austausch. Da liegt auch ein Problem: Beim FC Bayern hat die Personalie Friedl nicht oberste Priorität. Der Klub baut gerade für viele Millionen Euro die Mannschaft um, zunächst wird es für die Bayern deshalb darum gehen, die eigenen Transfers über die Bühne zu bringen. Werder, das wissen die Verantwortlichen, wird warten müssen, bis in München eine Entscheidung über Friedl fällt.

Einen kleinen Erfolg hat Werder bei Friedl aber zu verbuchen. Der Österreicher kann sich gut vorstellen, in Bremen zu bleiben, das hat gegenüber Baumann und Kohfeldt gesagt. Und der Wille des Spielers ist nicht unwichtig. Zudem sollen ihm keine anderen Angebote vorliegen. Bei Werder sind sie sehr optimistisch, dass Friedl bleibt. Und dann in der kommenden Saison eine tragende Rolle übernehmen kann.

nico426 am 11.04.2019, 19:56
Veljkovic wird überbewertet, ist zu schwach im passspiel. Friedl ist ein großes Talent und sollte nächste Saison Stamm spielen. Mit dem erfahrenen moisander neben ihm sehe ich auch kein Problem bezüglich des alters
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klarerBlick am 12.04.2019, 06:44
Die Kopfballschwäche unserer Abwehr wird wohl auch durch Friedl nicht behoben. moisander und Velkjovic sind schon extrem kopfballschwach (und langsam) für Innenverteidiger.
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werderdurchunddurch am 11.04.2019, 20:36
Ich verstehe gar nicht, warum Moisander immer gesetzt ist??? Spielt seit Wochen schlecht, verursacht fast immer ein Gegentor und das Aufbauspiel ist sehr Risiko behaftet! Gib doch den jungen Leuten mit Friedl und Milos eine Chance
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Twete am 11.04.2019, 20:54
Moisander steht eine ganze Niveaustufe über allen anderen zur Verfügung stehenden Innenverteidigern. Die Einschätzung, dass er “seit Wochen schlecht” spielt, können wohl nur wenige teilen. Er ist neben Pavlenka und Kruse ein nicht zu ersetzender Spieler. Friedl hat im Hinspiel gegen Leverkusen auch so haarsträubend versagt, weil er neben Langkamp gespielt hat, und im Rückspiel geglänzt, weil er neben Moisander spielen durfte. Moisander ist ein Schlüsselspieler. Es ist schon erstaunlich, wenn Spieler, die von mehreren Trainerteams als unersetzlich bezeichnet werden, wie eben Moisander, aber auch Bargfrede oder Gebre Selassie, von Fans als Wurzel allen fußballerischen Übels erkannt werden.
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Netzorath am 12.04.2019, 12:59
Es ist in der Tat verwunderlich, was Leute, die Fans sind und sich so sehr mit Fußball beschäftigen, für Ansichten wie die von Ihnen monierten vertreten.
Ihr einseitiges Statement,

"Friedl hat im Hinspiel gegen Leverkusen auch so haarsträubend versagt, weil er neben Langkamp gespielt hat, und im Rückspiel geglänzt, weil er neben Moisander spielen durfte."

ist aber kein bisschen besser. Da gab es noch tausend andere Gründe für.
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NiDre520 am 11.04.2019, 21:08
Vielleicht einen Waldemar Anton verpflichten?
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momaximo am 12.04.2019, 08:31
Veljkovic 👎

Friedel 👌 bald 👍

Moisander 👍
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ESB1899 am 12.04.2019, 22:13
Letztens hieß es noch, dass Langkamp die Gegenwart gehört und Veljkovic die Zukunft. Ich finde generell wird Veljkovic viel zu schlecht bewertet.

Durch die Rotation auf der IV-Position hat MV13 das mühsam aufgebaute Selbstvertrauen nach der WM verloren und gerade zu Saisonanfang hat er souverän und fehlerlos gespielt. Lediglich in Stuttgart erwischte er einen schlechten Tag.

Diese vier langen Fehlpässe im Pokal auf Schalke wären wahrscheinlich zum Saisonanfang nicht passiert. Ansonsten hat er auch dort defensiv ein gutes Spiel gemacht und sich in jeden Ball geworfen.

Vielleicht sollten einige nicht so schnell mit ihren Kurzeindrücken sein und sich nicht von den Headlines leiten lassen, denn jeder Bundesligist, bis auf Bayern, könnte einen Veljkovic mit Selbstvertrauen in einer eingespielten IV gut gebrauchen.
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chrijunge am 13.04.2019, 10:33
Ich finde jeder der Spieler hat seine Stärken und Schwächen. Ein kompletten, konstant guten IV haben wir leider nicht. Moisander bringt alles mit, hat jedoch auch einige Schwankungen. Veljkovic hat vieles raus und rettet oft in letzte Not, ist aber im Aufbau- und Passspiel schlecht.
Bei Friedl verstehe ich den Hype gerade nicht. Er hat unterirdische Spiele gemacht. Nach 1,5 ordentlichen Spielen ist er DAS Nachwuchstalent!!?!

Ich würde statt auf den sehr sympathischen aber zu verletzten Hannoveraner das Geld in die IV stecken, ich finde da ist Bedarf!
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