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04.03.2019
Kohfeldt über seinen Plan gegen Wolfsburg

Die vorübergehende Abkehr vom Hurra-Fußball

© nordphoto


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Florian Kohfeldt hatte sich noch einmal bei seinen Analysten erkundigt und erfahren: Das Chancenverhältnis betrug 9:6 für Werder. Der Trainer hatte sich diese Information in weiser Voraussicht besorgt, denn er wusste genau, welchem Vorwurf er sich am Sonntagabend nach dem 1:1 in Wolfsburg stellen musste. Seine Mannschaft hatte nämlich rund eine Stunde lang ungewohnt passiv agiert und sehr tiefstehend verteidigt. Keine Spur war zu sehen von diesem rauschhaften Offensivfußball, für den Werder unter Kohfeldt wieder steht. Der Trainer bat dafür interessanterweise um Verständnis, indem er ein Plädoyer für Angriffsfußball hielt: „Ich stehe mit Leib und Seele für Offensivfußball, für nichts anderes. Ich liebe solche Spiele, die hin und her gehen. Über eine Saison musst du aber auch mal über andere Dinge in Tempoaktionen kommen als über Ballbesitz.“

Gegen Wolfsburg sollten vor allem Umschaltaktionen für Gefahr im Angriff sorgen. Bei gegnerischem Ballbesitz stand Werder so tief hinten drin wie lange nicht und verteidigte in einer 4-5-1-Grundordnung. Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia wertete diese ungewohnte Formation später als Kompliment für sein Team. Tatsächlich hatten die Bremer die Variante vor allem aus Respekt vor Wout Weghorst gewählt. Die gefährlichen Chipbälle auf den 1,97 Meter großen Mittelstürmer wollten sie verhindern, was auch klappte. „Das Risiko wäre zu hoch gewesen, wenn wir hoch angelaufen wären“, erklärte Kohfeldt.

Kaum Spielanteile

Also entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Spiel mit wenigen Torchancen. Werder verteidigte zumeist sicher, kam jedoch vorne überhaupt nicht zum Zug. „Das Problem war, dass wir mit dem Ball nicht so die Lösungen gefunden haben. Da haben wir die Bälle zu schnell verloren, waren zu hektisch und haben uns nicht gezeigt“, analysierte Sportchef Frank Baumann. Bis auf einen Versuch von Johannes Eggestein, der abgeblockt wurde, war von den Bremern in der Offensive lange Zeit nichts zu sehen. In der ersten halben Stunde besaß Werder nur 35 Prozent der Spielanteile, dabei will Kohfeldt doch eigentlich Ballbesitzfußball spielen.

„Ich würde gerne so spielen. Wenn es die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg erhöht, spielen wir das auch“, sagte Kohfeldt. Hatten zuletzt zum Beispiel Hertha und Stuttgart alles daran gesetzt, einen offensiven Schlagabtausch im Spiel gegen Werder zu vermeiden, wäre es gegen Wolfsburg anders gelaufen. Mit dem Selbstvertrauen aus zuvor vier Partien ohne Niederlage hätten die Wolfsburger wohl mitgemacht. „Aber wir wollten das dieses Mal nicht“, erklärte Kohfeldt.

Sicherheit ging also vor, doch von einer reinen Defensivtaktik wollte der Werder-Coach nichts wissen. „Bei Werder Bremen wird es nie mein Gedanke sein, nur zu schauen, dass es 0:0 steht und vorne hilft uns der liebe Gott. Der klare Plan ist, wie wir offensiv Fußball spielen“, betonte Kohfeldt. Er wollte, dass die Bremer über Umschaltmomente vor das gegnerische Tor kommen, doch das klappte nicht, weil viele Pässe nicht zum Mitspieler kamen. „Die Räume waren richtig besetzt, aber wir waren unpräzise“, bemängelte Kohfeldt.

Abseitstor von Weghorst

Die Wolfsburger wiederum hatten auch nur wenige Möglichkeiten, waren jedoch näher am Torerfolg als Werder. In der ersten Halbzeit schoss Weghorst ein Abseitstor (15.) und verpasste einmal ganz knapp (38.). Nach dem Seitenwechsel fiel dann der Führungstreffer für die Gastgeber, als John Anthony Brooks nach einem Freistoß völlig frei stand und mit dem Kopf vor Torwart Jiri Pavlenka am Ball war. Brooks hatte sich nicht im Abseits befunden, doch Weghorst, der Pavlenka irritierte, stand dagegen im Abseits. Darüber, dass dieser Treffer zählte, wollte sich bei Werder niemand beklagen, dabei hätte das wohl jeder verstanden. „Grundsätzlich finde ich es richtig, dass solche Szenen nicht abgepfiffen werden“, sagte Kohfeldt fair.

Ohnehin schien der Gegentreffer den Bremern eher gut zu tun. Plötzlich spielten sie nach vorne. So gut sogar, dass sich viele Beobachter fragten, warum die Bremer nicht von Anfang an mehr ins Risiko gegangen waren. „Die Taktik war auf Kompaktheit ausgelegt, was absolut richtig war. Defensiv ist sie sehr gut aufgegangen, wir haben fast nichts zugelassen“, verteidigte Baumann die defensive Ausrichtung der Mannschaft. Echte Chancen erarbeiteten sich die Bremer aber erst, als sie höher pressten und druckvoller nach vorne spielten. Maximilian Eggestein (63.) und Theo Gebre Selassie (64.) ließen Gelegenheiten aus, dann traf Max Kruse zum 1:1 (74.).

Dieses Resultat war das Endergebnis, und es blieb das Gefühl, dass für Werder mit etwas mehr Offensivgeist durchaus ein Sieg drin gewesen wäre. Mit einem Punkt bei den starken Wolfsburgern könne man zufrieden sein, hatten Kohfeldt und Baumann betont. Der eine Zähler hilft in der Tabelle jedoch nicht wirklich weiter. Sechs Punkte sind es für Werder bis zum sechsten Platz, den ersten Europapokal-Rang, bei noch zehn ausstehenden Partien. Angesichts des schwierigen Restprogramms rückt das Saisonziel Europa League in immer weitere Ferne. Davon wollten sie bei Werder aber nichts wissen. „Alles ist im Bereich des Möglichen. Von einer verpassten Chance gegen Wolfsburg würde ich nicht reden. Wir haben noch zehn Spiele vor der Brust. Es sind  noch genug Punkte, die wir holen können“, sagte Kapitän Max Kruse.

Sportchef Baumann räumte immerhin ein, dass Werder mal eine Siegesserie brauche, um in der Tabelle voranzukommen. Leverkusen mache das aktuell vor. Die Bremer dagegen treten auf der Stelle. Erstellt man eine Tabelle der vergangenen 16 Spiele wären sie nur Tabellen-14. Werder trifft zwar weiterhin in jedem Spiel und ist seit der Winterpause ungeschlagen, aber ausgerechnet die Bremer entwickeln sich zu echten Unentschieden-Experten. Dabei betont Kohfeldt gerne, dass seine Mannschaft immer voll auf Sieg spielen soll. Neun Remis stehen trotzdem schon auf dem Bremer Konto, nur Hoffenheim hat mehr. Am Freitag im Heimspiel gegen Schalke zählt nun allerdings ein weiteres Unentschieden nichts. „Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, ist das ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollen“, forderte Kohfeldt.

Die Wahl zum „Man of the Match“ gibt es hier:


RunDMC89 am 04.03.2019, 10:06
"Mit einem Punkt bei den starken Wolfsburgern könne man zufrieden sein, hatte (sic!) Kohfeldt und Baumann betont" vs. "Sportchef Baumann räumte immerhin ein, dass Werder mal eine Siegesserie brauche, um in der Tabelle voranzukommen".

Ja was denn nun?
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alterwaller am 04.03.2019, 10:34
Stand heute haben wir die EL nicht gestern verdaddelt. Vergebene Punkte gegen 96 ( 2 ), Nürnberg ( 4 ), VFB ( 5 ) und Freiburg ( 2 ) werden uns am Ende weh tun. So sieht´s aus. Nur die Hälfte davon auf unserem Konto und die Lage wäre eine deutlich bessere.
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djhg am 04.03.2019, 13:22
Stand heute hat noch keine einzige Mannschaft irgendwas gewonnen, verloren, verdaddelt, usw. Außer vielleicht Stuttgart, 96 und Nürnberg die Meisterschaft. Das ist glaube ich nicht mal mehr rechnerisch möglich. Was ist denn, wenn nächste Woche Werder gewinnt und die 3 davor mal nicht. Dann sind es nur noch 3 Punkte. Dann ist auf einmal doch wieder alles offen? Es sind noch 30 Punkte zu vergeben...
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chrijunge am 04.03.2019, 11:37
Sorry, aber das hat auch Kohfeldt mal wieder vercoached, die ersten 60 Minuten waren eine Offenbarung.
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Netzorath am 04.03.2019, 11:58
1:1 in Wolfsburg, die die Chance hatten, Platz 5 zu erreichen und soeben in Gladbach 3:0 gewonnen haben, eine Offenbarung. Wie geht das denn?

Dann erzählen sie uns doch mal, wie Sie gecoacht hätten.
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wolfgramm am 04.03.2019, 12:20
@Netzorath-Ein 1:1 bei einer Mannschaft,die diese Saison sehr gut da steht und aktuell 6 Punkte mehr hat ist eigentlich als Erfolg zu werten.Aber diese ständigen Systemwechsel und die Wechsel bei der Aufstellung kann man schon kritisch sehen.Hätte Wolfsburg nicht das irreguläre 1:0 gemacht,wäre das Spiel wohl trostlos 0:0 ausgegangen.Wie gesagt,eigentlich ein Erfolg,in der derzeitigen Situation wäre für Platz 6 (7 !) aber ein Dreier nötig gewesen.Werder spielt unter Kohfeldt,wie er selber sagt ja "alles oder nichts".Gerade in diesem Spiel ging es eigentlich tatsächlich um "alles oder nichts".Denn eine Niederlage hätte an der Situation in der Werder sich befindet auch nichts geändert.Warum er gerade dann von seiner These abweicht erschließt sich mir nicht.Generell vertrete ich ja mehr die Spielweise,die mehr defensiv denkt,aber eben nicht im Wechsel mit Kohfeldts sonstiger Taktik,die mich schon manchmal an Schaafs Ende erinnert.
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susanneundjens am 04.03.2019, 16:03
@wolfgramm: Ja, ganz richtig. Für sich gesehen ist 1-1 In Wolfsburg ok, genau wie 1-1 In Berlin. Unabhängig von den Gegnern fand ich aber, dass Werder in Berlin 90 und gestern in Wolfsburg 65 Minuten schlicht schlecht gespielt hat. Zuhause gegen Stuttgart auch. Baumann sieht es ganz richtig mit einer erforderlichen Siegesserie. Wenn ich nach Europa will, muss ich Konkurenz irgendwann überholen, am besten mit Siegen im direkten Duell. Logisch gehört der Gegner auch dazu, aber der Versuch der Mannschaft und die Taktik des Trainers müssen klar erkennbar sein. Das Gefühl hatte ich in Berlin nicht und gestern auch nicht. Die Fans würden es sicher verzeihen, wenn man alles versucht und dann scheitert und anerkennen muss, dass andere besser sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab mehr Risiko erwartet. Entweder es klappt oder eben nicht. Abstieg ist null Thema und Platz 8 oder 11 ist letztendlich egal. Grundsätzlich geht es in die richtige Richtung, aber aktuell treten wir auf der Stelle. Oder aber die setzen voll auf das Finale was Ich ja glaube.
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chrijunge am 04.03.2019, 19:12
@Netzorath: Sehr gerne! Zum einen wurde Gladbach 5:1 von Bayern geputzt und anderen sind solche Vergleiche quatsch. Dann wären wir besser als Gladbach ;)

Kohfeldt hat zum ersten mal sehr defensiv spielen lassen. Das Tore verhindern hat auch (fast) gut geklappt. Nach vorne war es dann die Offenbarung, unter 70% Passquote, kein Umschaltspiel und keine Konter. Erst nach dem Tor, als wieder auf eines der "Hauptsysteme", die Raute umgestellt wurde (Man kann sie mögen oder nicht ) hat wieder Fussball stattgefunden.

Sorry, aber bei der defensiven Variante, die zwar besser zu der Wolfsburger Spielart passt, musst du schnell umschalten können und dich schnell mit Kontern nach vorne kombinieren. Das kann die Mannschaft aber überhaupt nicht. Deswegen wurden mMn die ersten 60 min vercoached.

Ich bin auch entgegengesetzt zu Kohfeldt der Meinung, dass das, das Endspiel war. Jetzt müssten mind. 2 mal mehr gewinnen als, Hoffenheim, Herta und Wolfsburg. Ich mag ihn gern und bin von seiner Kompetenz überzeugt, aber er liegt zu oft daneben die letzte Zeit und wechselt meiner Meinung nach zu oft Spieler und Systeme....
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wolfgramm am 04.03.2019, 21:28
@chrijunge-Der letzte Abschnitt ihres Kommentars ist sicher richtig,ich habe das zuletzt auch kritisiert.
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1-Werder am 04.03.2019, 14:10
Ich vertrete die Meinung, dass mit Fokus "Europa", und dass wird Werder-intern wegen der anstehenden Personaldiskussionen noch das Ziel sein, die Mannschaft auf Sieg hätte spielen müssen. Ob F. Kohfeldt die Devise eines ausreichenden Unentschiedens (nur keine Niederlage...) vermittelt hat oder die Mannschaft nicht imstande war, auf Sieg zu spielen, vermag ich nicht zu beurteilen. Es wurde eine weitere Möglichkeit vertan, einen unmittelbaren Mitbewerber "Europa"näher zu rücken. Nicht das WB-Spiel ist für meine verhaltene Wertschätzung der aktuellen Situation massgebend, sondern die nun doch relativ lange Durststrecke des SVW nach einem guten Saison-Start. Da habe ich weniger Geduld als z.B. @N, der speziell FK sehr in Schutz nimmt. Dieser glänzt derzeit eher über rethorische Fähigkeiten, die Leistungen seines Teams werden dem nicht ganz gerecht. Wer hätte vor der Saison vermutet, dass mit den überschaubaren Personaldecken der Vereine Wolfsburg, Düsseldorf, Mainz etc. diese vor oder unmittelbar hinter SVW platziert sein werden? Sicher, die Leistungsdichte in der BL hat extrem zugenommen, was sich fast jeder Fan auch gewünscht hat. Und ... was führt zu den Erkenntnissen/Mutmassungen, dass noch viele Spiele ausstehend sind, wo die nötigen Punkte geholt werden können? Die gleichen Chancen haben die Gegner des SVW. Mein Fazit: Die Saison hat im ersten Drittel gut begonnen, dass zweite Drittel war sehr verhalten und nun warte ich gebannt auf das Finale, ohne allzu grosse Erwartungen betr. "Europa".
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ikebod am 04.03.2019, 15:50
Abwartend defensiv stehen =/= auf Remis spielen
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wolfgramm am 04.03.2019, 16:43
Richtig,@1-Werder sogar Düsseldorf ist nur 1 Punkt hinter Werder.Bei den nun eher schwereren Gegnern ist zu befürchten,Werder landet am Ende auf Platz 11-13.Das könnte man sicher nicht als Erfolg verbuchen.@Netzorath hat Kohfeldt auch schon kritisiert,so ist das nicht.Er verurteilt nur manchmal andere user,die gleiches tun.Wir sollten aber keinesfalls anfangen,Kohfeldt ernsthaft in Frage zu stellen.Fehler macht er meiner Meinung,aber er betont immer,man lerne noch.Glauben wir das mal und hoffen auf eine gute Restsaison.Sollte es nämlich schlecht laufen zum Saisonende,werden die Prognosen für die nächste Saison weniger optimistisch ausfallen.Dieses Jahr ist es so,dass mit Augsburg,Nürnberg,Hannover,VFB 4 Mannschaften da sind,die den Abstieg unter sich ausmachen,das ist schon lange erkennbar.Mit HSV und Köln werden nächstes Jahr 2 Mannschaften hinzu kommen,die man nicht unbedingt als Absteiger sehen muss.Ich will hier sicher keine Horrorszenarien herauf beschwören,aber eine Saison ohne Abstiegsangst soll kein Einzelfall bleiben.Deshalb muss der Rest der Saison "anständig" zu Ende gespielt werden,auch wenn das Ziel EL immer unwahrscheinlicher wird.Übrigens halte ich Platz 7 immer noch realistischer als den Pokalsieg.Mit einem Sieg (Bedingung!) gegen Schalke wäre man 3 Punkte hinter Wolfsburg(in Bayern).@susanneundjens träumt ja lieber vom Pokal.Also,in Schalke ist schon schwer genug,und dann sind da noch Leipzig und Bayern.Träumen kann man ja,aber....
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Trooper am 04.03.2019, 19:32
Eben weil Leipzig und Bayern dabei sind wäre der Pokal im Moment eine gute Möglichkeit. Finale reicht doch für Europa, wenn der andere Finalist CL spielt. Oder war das geändert worden? Ich weiß es nicht mehr genau. Schalke ist aber derzeit absolut schlagbar. Sowohl in der Liga als auch im Pokal in drei Wochen wenn der Trainer bleibt. Abgesehen davon: ich fand die Taktik bis zum Gegentor in Wolfsburg auch zu defensiv. Man beraubt sich so seiner offensiven Qualitäten. Gegen Augsburg hat es gepasst, aber da war auch eine andere Qualität des Gegners gegeben.
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susanneundjens am 04.03.2019, 20:38
@trooper: Leider nicht. Seit einigen Jahren kriegt der Verlierer von Berlin außer einem tollen Erlebnis für Fans und Spieler sowie ordentlich Kohle nix. Wenn der Pokalsieger in der CL ist, rückt Platz 7 nach.
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rower am 05.03.2019, 15:32
Genau, gut argumentiert👍🤫
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WERDER2016 am 04.03.2019, 21:31
Unentschieden in Berlin und WOB ist objektiv betrachtet ordentlich. Die Art und Weise ist es allerdings nicht. Natürlich gibt es für jede taktische Ausrichtung eine Begründung, die in jedem konkreten Fall dann auch zur Schönfärberei herhalten muss.

In der letzten Saison war man im Abstiegskampf mit offensivem und attraktivem Fußball auf Krawall gebürstet und erhielt Anerkennung und Respekt für diese mutige Spielweise, die als alternativlos verkauft wurde und mit vielen auch überraschenden Punkten zum Erfolg geführt hat. Die jetzige Rolle rückwärts, in einer Situation, in der man die Punkte für das Ziel EL genauso benötigt, verstehe ich nicht.

Ich wiederhole mich zwar, aber die Art und Weise wie Werder in den letzten 3 Spielen und auch gegen Nürnberg Fußball spielt, erinnert mich immer mehr an die Zeit unter Nouri zu Beginn der letzten Saison. Auf keinen Fall verlieren. Auch er kam, mitunter auch verletzungsbedingt, von der vorher praktizierten offensiven Ausrichtung wieder ab, mit dem Ziel soviele Punkte zu sammeln, bis die Leistungsträger wieder fit sind. Das ist ihm nicht gelungen und er musste gehen. Eines seiner letzten Spiele war in WOB - 1:1 endete das Spiel mit ähnlichem Verlauf: nach einer 1:0 Führung des VFL kam Werder besser ins Spiel (weil es musste) und hat vedient einen Punkt mitgenommen.

Das war damals nicht attraktiv und ist es heute auch nicht, zumal man weiß, wozu die Mannschaft bei offensiver Ausrichtung imstande ist. Mag sein, dass da System dahinter steckt, erkennen kann ich es nicht, zumal unter der Woche viel zu viel gequatscht wird. Nürnberg, Hertha und VfB waren zu defensiv, da konnte man nicht, aber gegen WOB sieht das ja ganz anders aus. Auch davon habe ich nur gehört, aber leider nichts gesehen.

Ich verstehe auch den Optimismus nicht, der derzeit noch die große Runde macht. Von 10 Spielen geht es gegen die 4 Erstplatzierten in der Tabelle sowie auswärts gegen LEV und der Abstand beträgt bereits 6 Punkte. Darüber hinaus sehe ich eher ein schwächelndes Werder als ein solches bei der Eintracht oder besagtem LEV.

Wenn man nicht schnell wieder zum eingeschlagenen Weg zurückfindet, wird der Rest der Saison eine zähe Angelegenheit mit der Tendenz zur Langeweile und zum Frust über verpasste Möglichkeiten. Um 6 Punkte aufzuholen muss man gewinnen und für Siege gibt es nur eine Richtung.
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susanneundjens am 05.03.2019, 07:36
Ganz genauso ist es. Wie gesagt, man kann dabei ehrenvoll scheitern, aber es kann jetzt nur eine Richtung geben.
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