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Rasenreport
18.05.2019
Die Bundesliga-Kolumne

Die Fans erwarten den nächsten Schritt

© Mein Werder


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Da haben wir es also doch noch, das von den Medien schon öfter mal bemühte „Endspiel um Europa“. Hört sich gut an für Werder, könnte aber auch noch zur Mogelpackung werden. Denn zum Charakter eines Finales gehört nun mal der ausufernde Jubel der siegreichen Mannschaft. Und genau dieser Jubel dürfte sich selbst bei einem Erfolg gegen Leipzig sehr stark in Grenzen halten, wenn entweder Wolfsburg oder Hoffenheim es wagen sollten, ihr Spiel auch zu gewinnen.

Realistisch gesehen sind die anderen also in Vorhand. Doch immerhin: Werder hat bis zum allerletzten Spieltag an seinem Saisonziel gebastelt. Und das mit Ansage! Allein diese Unternehmensstrategie verdient schon mal Respekt. Denn es gehörte Mut dazu, sich den Kampf ums internationale Geschäft von vornherein auf die Fahnen zu schreiben. Hätte ja auch komplett schief gehen können, und dann wäre die forsche Tonart den Verantwortlichen am Ende auf die Füße gefallen. So aber hat der offensive Umgang mit den gesteckten Zielen das Team eher befeuert und in der Stadt zudem noch eine neue Euphorie ausgelöst.

Eine überdurchschnittliche Rückrunde hält die Hoffnung weiter hoch. 28 Punkte aus 16 Spielen und nur 2 Niederlagen, das legen Statistiker unter dem Stichwort „Spitzenwert“ ab. Und in der Tat: In der Tabelle nach der Winterpause ist sogar Rang 4 noch drin. Florian Kohfeldt hat einen hohen Anteil an dieser Entwicklung. Werder spielt wieder einen schöneren Fußball als unter diversen Vorgängern, und der Chefcoach hat auch noch die Gabe, seine Reservisten bei Laune zu halten. Diese Übung muss erst mal gelingen in der Ego-Fabrik Bundesliga.

Gelingt die Entwicklung ohne Kruse?

Und wenn unterm Strich doch nur Platz 9 herauskommt? Dann könnte es der Menschenfänger Kohfeldt immer noch als Erfolg wegmoderieren, und die meisten würden ihm glauben. Um aber ein wenig Wasser in den Wein zu gießen: Platz 9 ist zumindest tabellarisch kein enormer Fortschritt, sondern genau in der Landezone der letzten beiden Jahre, als der Club Elfter unter Kohfeldt und Achter unter Alexander Nouri wurde.      

Genau darum also würde der Sprung nach Europa hilfreich sein und ein völlig neues Licht auf die Entwicklung von Werder werfen, und er würde die Zukunftsplanungen wahrscheinlich erleichtern. Denn egal, wie es gegen Leipzig ausgeht: In der neuen Spielzeit erwarten die Fans den nächsten Schritt. Den muss Werder ohne Max Kruse machen. Dass die Bosse die Verhandlungen über einen neuen Vertrag abgebrochen haben, ist nachvollziehbar. Sie wollten sich nicht länger hinhalten lassen. Jetzt, wo der Kapitän von Bord geht, könnten sich auch Spielweise und System ändern. Und dann braucht es die richtigen Neuzugänge, nach denen die Verantwortlichen zeitnah Ausschau halten müssen

Erst mal aber der Showdown gegen Leipzig. Dieses Team ist so gestrickt, dass es sein Finale mit hoch erhobenem Kopf zu Ende spielen wird, selbst wenn der Weg nach Europa ihm versperrt bleiben sollte. Und Plan B ist ja immer noch: Es klappt! Nur dann würde der Satz von Roman Weidenfeller greifen, den er nach der Meisterschaft mit Dortmund im schönsten denglisch von sich gab. Das Interview wurde millionenfach geklickt, und der Satz dazu heißt: „We have a grandios Saison gespielt.“ Das wär’ doch was, wenn ihn heute ein Werder-Spieler ganz gelassen aussprechen würde.

Jörg Wontorra (70)

war Sportchef bei Radio Bremen, Aufsichtsrat bei Werder und ist Moderator des Sky-Talks „Wontorra“. Im wöchentlichen Wechsel mit Lou Richter, Thomas Eichin, Christian Stoll und Klaus-Dieter Fischer schreibt er, was ihm im Bundesliga-Geschehen aufgefallen ist.

Die Umfrage zum Leipzig-Spiel gibt es hier:

slash1965 am 18.05.2019, 13:02
Wenn nicht, auch nicht schlimm, dann aber nächste Saison richtig angreifen...habe jetzt schon richtig Bock drauf......😍😍😍
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Zephier am 18.05.2019, 13:39
Gott, ich hoffe man holt nicht einen Haufen neuer Spieler sondern entwickelt sich mit genau den Spielern weiter die zum einen die bisherige Entwicklung möglich gemacht haben und miteinander funktionieren. Vor allem keine Verteidiger neu holen bitte. Milos Veljkovic ist so jung und kann nächste Saison viel besser helfen als es irgendein neuer Verteidiger könnte den wir uns holen könnten. Dazu Marco Friedl, der sich diese Saison schon so entwickelt hat obwohl er kaum Einsatzzeiten bekommen konnte. Und Beijmo, der so viel Potential hat aber auch keine Chance auf Einsatzzeiten hatte. Bitte auf Konstanz setzen. Meine Güte, es gibt doch so überdeutliche Statistiken die zeigen das man durch Konstanz voran kommt und eben nicht dadurch das man jede Saison neue Spieler holt. Sowas funktioniert nur wenn man 60 Millionen ausgeben kann. Meine Güte, dafür gibt es doch Beweise. Die Mannschaft immer wieder komplett umkrempeln um was zu erreichen, das ist HSV Style. Bitte, bitte, bitte nicht nachmachen.
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JayJailrat am 18.05.2019, 13:56
Man darf bei allem nicht vergessen das Platz 8 und 11 in den letzten Jahren mit Abstiegskampf pur zu tun hatte. Die Platzierungen sind nicht aussagekräftig. Diese Saison war DIE ERSTE seit vielen Jahren wo wie rein gar nichts mit dem Abstiegskampf zu tun hatten. Also ist es mMn ein erheblicher Fortschritt gewesen. Ausserdem, und da halte ich Wontorra für sehr gut informiert, ist es sehr interessant zu lesen das wir also Werder die Verhandlungen abgebrochen haben. Das erklärt auch warum Max noch keinen neuen Verein hat. Auf der einen Seite ist das natürlich eine Stärke des Vereines. Kein Spieler ist größer als Werder. Auf der anderen Seite ist Kruse kein "normaler" Spieler. Sondern DER Spieler bei uns gewesen. Was ist wohl passiert? Ist Kruse wirklich auf so viel Geld aus gewesen? War Werder doch nicht so doll im Herzen sondern nur ein Auffangbecken für ihn gefühlt? Oder war es blauäugig vom Verein? Fragen über Fragen die ich mir stelle
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