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25.04.2019
Darum ist Bayerns Elfmeter so fragwürdig

Der verhängnisvolle Pfiff

© dpa


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Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert war im Weserstadion ohnehin schon ausgiebig diskutiert worden. Dann kam noch dieser eher beiläufig gesagte Satz von Maximilian Eggestein kurz nach der 2:3-Niederlage gegen die Bayern hinzu, der für allgemeines Erstaunen sorgte. „Der Schiri hat gesagt, dass der Kontakt unten gewesen sei“, erzählte Werders Mittelfeldspieler und fügte korrekterweise hinzu: „Unten war der Kontakt mit dem Rasen. Mehr war da nicht.“


Überprüfen lässt sich nicht, ob Siebert diese Aussage tatsächlich tätigte. Wenn er das allerdings gesagt haben sollte, würde ihn das in die Bredouille bringen. Das würde nämlich die große Frage aufwerfen, warum die Video-Assistenten Robert Kampka und Tobias Reichel nicht eingriffen. Bei dem folgenschweren Laufduell zwischen Werders Theodor Gebre Selassie und Bayerns Kingsley Coman, das zum entscheidenden Elfmeter in der 78. Minute führte, berührten sich die Spieler mit den Beinen und Füßen überhaupt nicht, lediglich mit den Armen war ein leichter Kontakt zu erkennen. „Ein zu harter Elfmeter, aber kein grober Irrtum“, schreibt Alex Feuerherdt von „Collinas Erben“ bei Twitter. Wichtiger ist für den Schiedsrichter-Experte aber etwas anderes: „Es kommt darauf an, was der Referee gegenüber dem VAR kommuniziert hat. Hat er gesagt, dass er ein Stoßen im Oberkörperbereich wahrgenommen hat? Hat er, wie einige Bremer behaupten, gesagt, Coman sei im Beinbereich getroffen worden? Dann hätte es eine Review-Empfehlung geben müssen.“


Für Werders Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann war klar: Siebert hätte sich die Szene, die letztlich die Partie entschied und die Bayern ins Pokalfinale brachte, zumindest noch einmal am Monitor anschauen müssen. „Das wäre der Situation angemessen gewesen“, fand Kohfeldt. Feuerhardt wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Schiedsrichtern ein Review, also ein Ansehen der Szene, auch aus taktischen Gründen gestattet sei, um eine Entscheidung in einer kritischen Spielphase besser verkaufen zu können. Siebert jedoch verzichtete darauf und machte sich zum großen Buhmann der Werder-Fans. Das Pfeifkonzert beim Gang des Schiedsrichter-Teams in die Kabine war ohrenbetäubend. Auch im Netz bekam Siebert natürlich reichlich Kritik. Sogar Bayern-Trainer Niko Kovac gab zu: „Das war eine harte Entscheidung. Wenn er den Elfmeter nicht pfeift, können wir uns nicht beschweren.“ Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß war der Strafstoß dagegen „zu 100 Prozent in Ordnung“.

Baumann in Rage

Werder-Kapitän Max Kruse nannte die Entscheidung Sieberts wiederum „lächerlich“. Auch den stets besonnenen Frank Baumann brachte der Strafstoß in Rage, zumindest für seine Verhältnisse. „Das war nie und nimmer ein Elfmeter. Es war ein Laufduell. Es gab natürlich einen Kontakt, aber es gab kein Umreißen, kein Stoßen, kein Aufhalten“, sagte Werders Sportchef. „Wir haben die Möglichkeit des Video-Assistenten. Da sollte man sich die Szene zumindest noch einmal draußen angucken – in solch einem Pokal-Halbfinale, kurz vor Schluss.“

Wie bei so vielen wurden auch bei Baumann Erinnerungen wach an den April 2016. Werder spielte im Pokal-Halbfinale in München, und Arturo Vidal fiel ohne Gegnerberührung wie vom Blitz getroffen um. Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte trotz der offensichtlichen Schwalbe auf den Punkt, und Thomas Müller verwandelte den Elfmeter zum 2:0-Endstand. „Die Schwalbe war damals deutlich klarer als die Aktion jetzt, aber da hatten wir noch keinen Video-Assistenten. Jetzt haben wir ihn und nutzen ihn nicht. Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Baumann.

Auch bei Kohfeldt sorgte vor allem die Rolle des Video-Assistenten für Unverständnis. „Ich könnte viel besser damit leben, wenn dieser Elfmeter gegeben worden wäre und es gäbe keinen Videoschiedsrichter“, sagte der Werder-Trainer. Ansonsten wollte er nicht zu sehr auf die Elfmeterentscheidung eingehen, auf einen möglichen Bayern-Bonus schon gar nicht, und lieber die Leistung seiner Elf würdigen. Etwas Grundsätzliches zum Videobeweis und den technischen Neuerungen in der Bundesliga sagte Kohfeldt dann aber doch. „Ich bin überhaupt kein großer Freund des Videoschiedsrichters“, hielt er fest und benannte noch ein weiteres Problem: „Wir haben jetzt Live-Bilder auf der Bank, und das führt zu massiven Emotionen. Ob das für das Verhältnis zwischen dem Schiedsrichter und der Bank gut ist, wenn jeder auf der Bank weiß, ob es eine Fehlentscheidung ist oder nicht, darüber müssen wir im Sommer reden.“

Wer war euer „Man of the Match“?

langerhagen am 25.04.2019, 12:43
Man sieht deutlich,das der Bayer eindeutig in den Rasen tritt und dann fällt. Eine ganz offensichtliche Schwalbe. Deswegen hat hat der Schiri auch gedacht daß es unten ein Kontakt gab. Das muss er sich nochmal anschauen. Ich verstehe das nicht. Das stinkt doch.
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Turugeno am 25.04.2019, 16:04
Man kann darüber diskutieren ob es strafstoßwürdiges Foul war, aber eine "Schwalbe" war es sicher nicht. Eine Berührung war ja da, bei vollem Lauf und Richtungswechsel, da stürzt jeder Spieler, so will es die Physik.
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philidor am 25.04.2019, 12:47
Ich finde auch, der gegebene Elfmeter hat "Geschmäckle". Völlig unsensibel vom Schiedsrichter in so einem K.O Spiel bei dem Spielstand und kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Er hätte sich die Szene wenigstens auf dem Bildschirm für eine genauere Bewertung der Situation noch einmal ansehen müssen.
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Zephier am 25.04.2019, 16:33
Ja, unsensibel triffts genau Zumal er zuvor im Spiel eben nicht hart gepfiffen hat
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Brandenburg03 am 25.04.2019, 16:24
Für mich ist die ganze Sache ziemlich merkwürdig.Entweder der Schiri wollte keine Verlängerung oder aber er war der Meinung das es den Bayern nicht so gehen sollte wie Dortmund.Ich hatte das Gefühl nach den 2 Toren von Werder Bremen als wenn er nur auf so eine Situation gewartet hat und dann reagiert.Den anders kann ich es mir nicht Erklären daa er sich das nicht nochmal angesehen hat
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Zephier am 25.04.2019, 16:30
Hmm, bei all der Enttäuschung über das verlorene Spiel, ich finde das der Elfer ne harte Entscheidung gewesen ist aber ich finde schon das Theo ihn ganz ordentlich erwischt, mehr als nötig gewesen wäre. (natürlich nicht an den Beinen) Wenn es umgekehrt für uns ein Elfer gegeben hätte, dann hätte ich mich extrem aufgeregt wenn der Videoschiedsrichter bei so einer Szene eingreift. Für mich keine klare Fehlentscheidung, sondern eine sehr harte Entscheidung. Und natürlich will ich immer das sich der Schiedsrichter das nochmal anguckt wenns um eine Entscheidung gegen uns geht ;p aber ansonsten will ich das ein Schiedsrichter das pfeift wie er es sieht und sich der Videoschiedsrichter nur einmischt wenns wirklich 100% eine Fehlentscheidung ist.

Bei aller Enttäuschung über die Niederlage
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Brandenburg03 am 25.04.2019, 17:26
Tschuldigung aber es hat nicht unbedingt was mit Enttäuschung zu tun das wäre gewesen wenn Müller oder Leva ihre Chancen genutzt hätten davor, aber doch nicht bei so einem Ding.Gibt ja schon den Witz das Hoeneß am Telefon ist und sagt Ihr könnt jetzt die Familie vom Schiri frei lassen
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Brandenburg03 am 25.04.2019, 17:29
Und jetzt räumt sogar der DFB ein das der Elfmeter nicht Korrekt war Also irgendwie ist das doch alles sehr komisch
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susanneundjens am 25.04.2019, 17:19
Werder wird ja regelmäßig verschaukelt. 2016 im Halbfinale hält Abstiegskandidat Werder bei Meister Bayern toll mit und dann eine Schwalbe von Vidal und der Schiri erfindet einen Elfer. Katastrophal, dass eine solche Unsportlichkeit zum Pokalsieg führte. 2018 dann die nächste Schweinerei. Werder führt in Leverkusen schnell 2-0, dann Tätlichkeit im Strafraum. Statt rot und Elfmeter gar nix und dann gestern der Elfer, der vom Schiri herbeigesehnt wurde, weil die Gefahr eines Werder-Sieges drohte. So sind wir also in vier Jahren dreimal betrogen wurden.
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rumtreiber am 25.04.2019, 17:23
Gegen jede andere Mannschaft hätte es diesen Elfer nicht gegeben aber für die Bayern , diese Entscheidung des Schiri stinkt doch zum Himmel .
Aber nehmen wir zur Kenntnis UNSER SV WERDER war die bessere Mannschaft auf dem Platz.
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Tanni70 am 25.04.2019, 17:29
Da gibt jetzt sogar der DFB zu, dass die Entscheidung , den Elfer zu pfeifen falsch war...leider kann Werder sich dafür nichts kaufen...
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WERDER2016 am 25.04.2019, 19:21
Herr Siebert wollte pünktlich nach Hause, weil er erwartet wurde. Da musste eben eine schnelle Lösung her.
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