News
Latest News
Rasenreport
03.02.2019
Kommentar zum Remis in Nürnberg

Der Unterschied zwischen gut und sehr gut

© nordphoto


  • 15
  • 92

In mancher Hinsicht unterscheidet sich der Beruf des Profi-Fußballers nicht von anderen Berufen, sagen wir von denen in einer Bank, Versicherung oder PR-Agentur. Dort gibt es welche, die schon Freitagmittag ein wenig langsamer werden, das Wochenende hat ja schon fast angefangen. Andere arbeiten am Freitagabend noch, weil etwas unbedingt erledigt werden muss. Einige leisten exakt das, was ausreicht. Andere leisten mehr und liefern mehr dank der Fähigkeit, sich selbst zu motivieren und fokussieren. Letztere sind die, die in der Hierarchie des Unternehmens irgendwann nach oben steigen und Leitungsfunktionen übernehmen. Oder von anderen Unternehmen abgeworben werden, die mehr Geld und höhere Gratifikationen bieten, ganz wie im Fußball.

Fußballer, die bei Bayern München, Real Madrid oder Manchester City spielen, stehen dort nicht nur unter Vertrag, weil sie die individuell besten fußballerischen Fähigkeiten haben. Sie verfügen auch über eine besondere mentale Stärke. In jedem Spiel das Optimum zu leisten, erfordert eine hohe Eigenmotivation. Sich auf den Punkt konzentrieren zu können, Unwichtiges, Belastendes, Ablenkendes auszublenden, ebenso. Vollen Einsatz zu bringen, auch wenn die Umstände dazu verleiten, es eventuell mit 98 Prozent erledigen zu können. Nur wer das schafft, und bei Spitzenklubs bedeutet das, es alle drei, vier Tage zu schaffen, schafft es am Ende zu Bayern, Real oder ManCity. Das ist der Unterschied zwischen einem guten Spieler und einem sehr guten.

Wer vorvergangenen Sonnabend Werders Spiel gegen Frankfurt gesehen hat und dann die Partie in Nürnberg, wird sich verwundert gefragt haben, wie ein derartiger Leistungsunterschied innerhalb von sieben Tagen möglich ist. Zielstrebigkeit, Wille, Konzentration waren auf komplett unterschiedlichem Niveau. Was den Schluss zulässt, dass einige oder viele Bremer Spieler dem Irrtum aufsaßen, es würden auch 98 Prozent Einsatz genügen, um beim Tabellenletzten zu gewinnen. Dem war nicht so, stattdessen wurden zwei wichtige Punkte verschenkt.

Dass Werder guten Fußball spielen kann, haben die letzten Wochen oder gar Monate gezeigt. Dass dieses Niveau innerhalb nur eines Jahres erreicht wurde, verdient Lob und Anerkennung. Dass aus gutem Fußball sehr guter, sprich erfolgreicher wird, dazu fehlt noch etwas, das ist eine Frage der Mentalität. Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner taugen besonders, diese Mentalität zu belegen. Dienstag im Pokal beim Tabellenführer Dortmund werden alle Spieler restlos motiviert sein, davon ist auszugehen. Wer bei den Spitzen-Mannschaften der Bundesliga mitspielen will, muss aber in jeder Partie 100 Prozent abrufen. Das zu schaffen, ist für Werder der nächste Schritt der Entwicklung.

alanya_fuchs am 03.02.2019, 20:07
Herr Sonnenberg, Sie werden oft von mir gescholten. Dies ist mal ein sehr guter Kommentar von Ihnen und muss auch gesagt werden.
Ich habe auch den Eindruck gehabt, dass einige Spieler, ohne jetzt Einzelne an den Pranger zu stellen, das Spiel mit einem Schritt weniger gewinnen wollten. Man hatte in der ersten Halbzeit den Eindruck, dass Werder mit Gewichten an den Beinen spielt. Auch gedanklich war man nicht auf der Höhe, womit das Fehlpassfestival erklärt wäre. Nach dem 1:0 hat man deutlich spürbar auf Sparmodus geschaltet. Dann ist man nicht in der Lage, den Hebel noch einmal umzulegen. Wie sonst ist zu erklären, dass Nürnberg plötzlich stärker wurde und man selbst nicht in der Lage war, einen einzigen Konter vernünftig ins Ziel zu bringen. Freistöße und Ecken, ich mag nicht mehr drauf eingehen. Eine Ecke ins Toraus ... in der B- Jugend bringt dem Spieler das 10 Liegestützen ein.
Vom Trainerteam erwarte ich, dass man das Team so einstimmt, dass jede Woche der Einsatz und Siegeswillen stimmt. Man kann auch in der 20. Minute schon wechseln. Den unbedingten Willen zum Sieg kann der Zuschauer und Anhänger jede Woche erwarten, auch wenn das nicht immer gelingt.

Dienstag mache ich mir keine Sorgen. Niemand erwartet einen Sieg, aber die Einstellung wird stimmen.
38
2
Nomolas am 03.02.2019, 21:16
Voll auf den Punkt!
Vielen Dank! 👏
18
1
Orwell am 03.02.2019, 20:38
Ob guter Fußball oder nicht ist erstmal egal. Die Spiele, die sehr ansehnlich waren, wurden alle nicht gewonnen. Fußball bleibt aber ein Ergebnissport. Das Spiel in Hannover war auch nicht gut, wurde aber gewonnen. Also ist in erster Linie das Ergebnis entscheidend. Wenn es dann noch gut aussieht umso besser. Gestern hat man geführt trotz miserabler Leistung. Dann muss man solch ein Spiel eben 1:0 über die Bühne bringen. Man hat aber wieder 2 Punkte liegen lassen. Werder ist keine gute Mannschaft, sondern eine durchschnittliche. Wenn man eine gute werden will, muss man Ergebnisse liefern. 2 Siege aus den letzten 12 Spielen, erst drei Heimsiege !!! aus 10 Heimspielen. Das ist maximal Durchschnitt. Platz 10 in der Tabelle ist schon ok. Besser ist man auch nicht. Zu einer guten Mannschaft gehört deutlich mehr. Enttäuschend ist die Tatsache, dass deutlich mehr bisher möglich gewesen wäre. Ist noch ein langer Weg.. Und noch ein Tipp an den Trainer: Nicht so viel erzählen, sondern einfach mal Ergebnisse sprechen lassen. Nervt nämlich langsam, jede Woche die gleichen Phrasen zu hören. Und am Ende kommt dann meistens zu wenig heraus.
28
5
WERDER2016 am 03.02.2019, 20:38
Herr Sonnenberg hat bei den anderen Berufen leider den Busfahrer vergessen. Der verdient zwischen 14,96 und 17,52 € in der Stunde, gleichgültig, ob Freitag Abend, Samstag Nacht oder beim Schülertransport am Montag früh. Wie schafft der das nur, sich selbst zu motivieren, zu jeder Zeit das Optimum zu leisten und sich auf den Punkt konzentrieren zu können?

Auch wenn es niemand gerne hören möchte, aber bei diesem Gehaltsniveau verbietet es sich, eine solche Einstellung wie gegen Nürnberg abzuliefern. Selbst der Trainer klammert bei diesem Aspekt nur 2 Spieler aus. Dass bei 100 % iger Mentalität nicht immer eine Topleistung am Ende steht, erwartet niemand, aber ich sehe es wie @ a_f, den unbedingten Willen zum Sieg kann der Zuschauer jede Woche erwarten.

Dass die Einstellung gegen die Topteams immer gestimmt hat, darf man ruhig auch etwas differenzierter sehen. Es gab in der Vergangenheit Spiele gegen die Bayern, die man schon vor dem Abpfiff hergeschenkt hatte. Auch in dieser Saison kam im Nachhinein heraus, dass FK mit der Einstellung gegen die Bayern nicht einverstanden war.
24
0
jamal0781 am 03.02.2019, 21:12
Sehr guter Artikel, aber auch sehr gute Kommentare.Genauso sieht's aus.👍
18
0
Netzorath am 03.02.2019, 21:30
In der Tat sehr guter Artikel.
Wer mal auf dem Platz gestanden hat, kennt das: Gegen einen starken Gegner soeben noch stark gespielt,einen vermutlich noch stärkeren Gegner in drei Tagen vor der Brust, wo man vielleicht das Spiel des Jahres machen kann. Aber dann steht zwischendurch so ein nerviger Abstiegskandidat an, wo man eigentlich, um gegen diese nervigen Zweikämpfer mit ihren zwei defensiven Viererketten klarzukommen, richtig Einsatz zeigen muss. Es mag sein, dass dies Spieler in den genannten Klubs hinbekommen (aber in Madrid z.B. werden die wichtigen Spieler vor solchen Spielen genau deswegen gerne geschont). Unsere Spieler haben vor einem Jahr auf dem Relegationsplatz gestanden, bzw. um ganz genau zu sein, ihn am 20. Spieltag mit einem Sieg in letzter Minute auf Schalke verlassen. Das haben sie jetzt weit hinter sich gelassen, nämlich 12 Punkte, 17 Punkte vor dem Abstiegsplatz. Und da hapert es jetzt halt noch an der Kontinuität, wie furchtbar ist das, Leute, regt Euch nur kräftig auf und "ein derartiger Leistungsunterschied innerhalb von sieben Tagen" und "Zielstrebigkeit, Wille, Konzentration auf komplett unterschiedlichem Niveau" sind nicht nur möglich, sondern das absolut Normalste und Natürlichste von der Welt, ja ja ja, und ich verstehe die Spieler sogar. Was den Schluss zulässt, dass "einige oder viele Spieler meinten, es ginge auch mit halber Kraft", claro, oder dass sie sich darüber gar keine Gedanken gemacht haben, obwohl der Trainer sie ständig darauf hingewiesen hat.
Ja, so ist das im Leben, nun steinigt sie alle zusammen und den Trainer zuvorderst. Aber wartet bis nach dem Pokalspiel, denn da werden sie ein saugutes Spiel machen, wetten?

Ich weiß nur eins, wenn ich vor einem Jahr diese Probleme gehabt, aber gewusst hätte, dass wir heute diese haben, nämlich ein Remis in Nürnberg bei zwölf Punkten vor der Relegation, hätte ich auf der Stelle den besten Champagner geordert.

Ob das gute Spiel am Dienstag auch reichen wird zum Weiterkommen, ist eine andere Frage.
14
9
Andrea59 am 04.02.2019, 14:13
"Ich weiß nur eins, wenn ich vor einem Jahr diese Probleme gehabt, aber gewusst hätte, dass wir heute diese haben, nämlich ein Remis in Nürnberg bei zwölf Punkten vor der Relegation, hätte ich auf der Stelle den besten Champagner geordert."

-------------------------------------

Das sehe ich auch so. Mit der Entwicklung der Mannschaft bin ich auch sehr zufrieden. Es wird aber immer mal wieder so ein Spiel wie in Nürnberg (oder auch Mainz) folgen. Und solche Leistungen dürfen/müssen dann aber auch (sachlich) kritisiert werden. Das haben Kohfeld und Bauman auch getan.
0
0
WERDER2016 am 04.02.2019, 16:01
Wenn Werder in einem Jahr dann auf CL-Kurs sein sollte, gibt es die nächste Flasche.
0
0
1-Werder am 03.02.2019, 22:28
Dem kann ich nur zustimmen, sehr guter Beitrag von Herr Sonnenberg und sehr hohes Niveau der Foristen. @a_f hat das bestens zusammengefasst.
@Netzorath: Mit Steinigen von Spielern und Trainern hat das nichts gemein. Hingegen darf der "gemeine Fan" erwarten, dass sich das Team auch gegen Mannschaften mit verhaltenem Leistungsvermögen zumindestens mehr ins Zeug legt als am letzten WE. Dort lässt man derzeit die Punkte liegen, die Richtung "Europa" nötig sind. Es gilt doch als unbestritten, dass Werder aktuell ein besseres Spielverständnis ausweist als im letzten Jahr. Aber... mit einer besseren Einstellung würde das Team Richtung Platz 5 bis 6 rangieren. Mit dem Sparmodus nach dem 1:0 gegen N bleibt das Utopie.
13
1
delles.wiki am 03.02.2019, 22:49
Es ist aber nicht wie bei einer Maschine, die auf "Sparmodus" schaltet. @Netzorath hat doch deswegen extra auf Zweikampstärke und diszipliniertes taktisches Verhalten des Gegners verwiesen, gegen den man sich dann eben erstmal reinbeißen muss. Wenn man noch zusätzlich mit eigenen mentalen Nachlässigkeiten kämpft, geht das dann wohl auch mal schief. Und: Ganz blind sind die Gegner ja sicherlich auch nicht auf diesem Niveau.
9
7
delles.wiki am 03.02.2019, 23:15
Sicherlich ist das ein Problem, wenn man Spiele auf diese Art verliert. Ähnlich war es im Hinspiel gegen Nürnberg und vielleicht auch in Mainz. Ein Muster würde ich da jetzt aber nicht erkennen wollen.
6
9
delles.wiki am 04.02.2019, 15:47
Allerdings hat Max Kruse genau das im Interview mit der ARD gesagt, dass es in den letzten 6-7 Jahren immer wieder so war, dass Werder gegen die sogenannten "Kleinen" Punkte verschenkt oder leichtfertig liegen lässt.
1
0
Knorpelschaden am 04.02.2019, 08:32
Der Vergleich mit anderen Berufen und dem möglichen Aufstieg in Leitungsfunktionen hinkt gewaltig und entspricht überhaupt nicht der Realität. Wer sich etwas auskennt - gerade in größeren Unternehmen - der weiß, dass genau diejenigen, die sích engagieren und aus eigenem Antrieb viel arbeiten, am seltesten aufsteigen. Warum auch, das sind Eigenschaften, die einem Unternehmen eher an der Basis helfen und schwer zu ersetzen sind. Die Leistung und das Engagement machen vielleicht 10% aus. Es kommt darauf an, im Unternehmen möglichst bekannt zu sein und die richtigen Leute zu finden, die die Karriere fördern können. Gute Kommunikationsfähigkeiten und an den entsprechenden Stellen dienen sind der Schlüssel zum "Erfolg".

Bei Werder fehlt es auf einigen Positionen schlicht an der notwendigen Qualität. In der Abwehr einen Verteidiger auf dem Level von Vestergaard, dazu im Mittelfeld die Qualität von Thomas Delaney und vorne einen halbwegs guten Stürmer und wir wären vielleicht sogar auf Champions League-Kurs.

Ich bin mit der Saison bislang ganz zufrieden. Aus einem Abstiegskandidaten wird in einem Jahr normalerweise keine Mannschaft, die es unter die ersten sechs Plätze schafft. Aber die Entwicklung stimmt und vielleicht glücken Werder in Zukunft noch einige gute Transfers. Dann könnte es vielleicht irgendwann wieder klappen.
11
0
Sweetwater am 04.02.2019, 08:43
Alles nur eine Frage des unerfahrenen Trainers. Er allein ist für das Sportliche verantwortlich und er schafft es einfch nicht die Mannschaft auf längere Sicht zu motivieren. Werder stolpert von einer Verlegenheit in die andere. Keine Spielanlage zu erkennen, einfache Pässe kommen nicht an, Missverständnisse en masse und das gegen eine Truppe, die vor dem Spiel gegen Werder sechsmal in Folge verloren hat. Wieder sind es die laufschwachen Bremer die hier fiese Aufbauarbeit leisten. Nicht einmal mehr gegen den Tabellenletzten reicht es noch. Und das Gequatsche von der angeblichen "Weiterentwicklung" unter Herrn Kohfeldt hat schon lange die Sättigungsgrenze überschritten und ist nicht mehr gut erträglich. Fest steht, dass es im Fußball auschließlich um Ergebnisse geht und Werder krampft weiter auf dem unbedeutenden Platz 10, mit klarer Tendenz Richtung Abstiegsplätze. Der jämmerliche Abschluss der Saison wird wieder lauten, dass man so gerade dem Abstieg entronnen ist nach einer blutleeren Saison.
5
21
alanya_fuchs am 04.02.2019, 09:16
Ihr "Gequatsche" kann ich nun mal überhaupt nicht verstehen. Sie müssen andere Spiele sehen als ich.
An der grundsätzlichen Entwicklung gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Ich stimme @Knorpelschaden zu, wenn er schreibt "Ich bin mit der Saison bislang ganz zufrieden".
Auch @Netzorath findet meine Zustimmung, wenn er schreibt "Ich weiß nur eins, wenn ich vor einem Jahr diese Probleme gehabt, aber gewusst hätte, dass wir heute diese haben, nämlich ein Remis in Nürnberg bei zwölf Punkten vor der Relegation, hätte ich auf der Stelle den besten Champagner geordert".

Wenn man auf der anderen Seite betrachtet, wie wertvolle Punkte leichtfertig vergeben wurden, dann fallen mir sofort Kruse's mahnende Worte ein: "Die Trainingsqualität muss erhöht werden, wir brauchen mehr Feuer und Reibung im Training, um das Ziel Europa zu erreichen. Ihre Unzufriedenheit sollen einzelnen Spieler nicht in sich hineinfressen, sondern auf dem Trainingsplatz ausleben".

Mir scheint, dass die Punkte Selbstgefälligkeit und Selbstzufriedenheit bei den Verantwortlichen aufgefallen sind. Kohfeldt hat sich ähnlich geäußert. So ist vielleicht der eine Schritt weniger und fehlende Konzentration zu erklären.
Also nichts, was man nicht beheben könnte.
Im Übrigen hilft es auch nichts immer fehlende Qualität zu beklagen. Werder hat sich entschieden, Spieler zu entwickeln und das geht nun mal nicht ad hoc.
13
3
Sweetwater am 04.02.2019, 09:33
"Werder hat sich entschieden, Spieler zu entwickeln", aber ja doch, seit gefühlten 100 Jahren und mit dem Ergebnis des satten NICHTS.
Brotlose Nachwuchsarbeit mangels Bargeldmasse! Man brummkreiselt mit einem Verlegenheitslächeln jede Woche durch die Presse, um das kollektive Versagen schönzureden oder irgendwie zu erklären.
Natürlich doch "Nachwuchsförderung" das Zauberwort um aus der Not eine Tugend zu machen, nur bringt das Werder keinen einzigen Schritt weiter, durch die fehlende Qualität geht es nur mit einem voran und das ziemlich flott -nämlich mit Rückschritten und Degeneration...
7
15
chrijunge am 04.02.2019, 10:07
Das ist der schlimmste Kommentar, den ich hier je gelesen habe! Die Fußballer verdienen Unmengen an Geld, dafür muss jede Woche eine Topleistung erwartet werden können. Wenn der Mitarbeiter in besagter PR Agentur eine Präsentation dermaßen verkackt, wie es Werder am Samstag gemacht hat, ist er beim zweiten Mal sein Job los. Mir fehlen die Worte, wie man Multi-Millionären eine Freikarte zur Leistungsverweigerung erteilen kann...
8
8
Netzorath am 04.02.2019, 12:10
Sie können nie gespielt haben. Ihre Vorstellung ist eine rein theoretische, vermutlich auch sehr von Neid geprägte: Die verdienen so viel, also müssen sie auch immer Topleistung bringen. So ist das Leben nicht, so ist der Mensch nicht, so ist der Fußball nicht.
Und Vergleiche mit anderen Branchen sind Unsinn. WAs hat ein PR-Mensch mit einem Fußballer gemeinsam, rein gar nichts.
5
6
chrijunge am 04.02.2019, 12:35
Da kritisieren sie jetzt den Kommentator! Er hat den Vergleich gezogen mit dem PR Mensch. Und sehr unsachliche Diskussion, wenn Sie mir Neid vorwerfen. Den hege ich nicht im geringsten!

Die Fußballer können sich jeden Tag bedanken solche Verträge zu haben. Ich gönne es jedem!!! Das System ist jedoch ein Schlag ins Gesicht für jeden Krankenpfleger, Busfahrer etc. Kommentare wie Ihre, legalisieren, dass Sie mit diesem Glück so umgehen wie letzten Samstag.

Fast jeder hier wird hart arbeiten und bekommt einen nichtmals einen Tagelohn von Kruse im Monat. Wenn wir uns 3 mal über das Jahr so eine Leistung erlauben, verlieren wir den Job.
6
2
Herzraute am 04.02.2019, 11:04
Ein guter Kommentar von Herr Sonnenberg. Trifft es doch recht gut.

Ich kann den Unmut vieler Foristen hier auch verstehen. Werder hat sich selbst dieses Jahr das Ziel Minimum Platz 6 gesteckt. Daran werden sie nun gemessen.
Aber seien wir mal alle ehrlich. Wer hat am Anfang der Saison wirklich geglaubt, dass Werder dies erreichen könnte? Wir haben nun 7 Jahre in der Bundesliga überhaupt keine Rolle gespielt und meist nur im untersten viertel der Tabelle rum gelungert.
Wer hat also wirklich geglaubt, dass wir nach einer Saison in der es wieder mal nur um den Klassenerhalt ging auf anhieb das internationale Geschäft erreichen könnten?
JA! Es wurde das Ziel Europa ausgegeben.
ABER! Dies ist ein Ziel auf welches hingearbeitet werden muss und dann in zwei oder drei Jahren erreicht werden kann.
Wir haben einen enormen Rückstand in der Mannschaft was die Qualität angeht gegenüber den Mannschaften die diese Saison um Platz 1-6 kämpfen.
Schaut euch doch mal an wie sich diese Mannschaften über Jahre entwickelt haben.

1. BVB: Selbst der BVB hatte eine Zeit in der es um den Klassenerhalt ging und ums nackte überleben. Fast pleite und nur ganz knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt. Dann wurde über mehrere Jahre gut gewirtschaftet und man hat sich langsam wieder hoch gekämpft. Das Resultat sehen wir heute. Der Erfolg kam nicht über Nacht zurück. Das hat mehrere Jahre Entwicklung gedauert! Auch dort sind Abstiegssorgen und Mittelmaß bekannt.

2. Gladbach: Wie ich finde hat Gladbach eine großartige Entwicklung genommen und sich nach fast 10 Jahren Bedeutungslosigkeit wieder zu einer Top Mannschaft entwickelt. Max Eberl macht dort einen großartigen Job.
Gladbach ist 2007 abgestiegen.
2009 direkt wieder aufgestiegen.
2011 wieder in der Relegation gelandet und sich gerettet.
Ab 2012/13 begann der Aufschwung und man erreichte Platz 8. Platz 6. Platz 3. Platz 4 usw.
Man hat sich also in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Aber all das hat mehr als ein Jahrzehnt gedauert!

3. Bayern München: Muss man nichts zu sagen oder?

4. RB Leipzig: Wurde mit viel Geld aufgeblasen der Verein und ist durch die unteren Ligen bis in die Bundesliga geschossen.
Dort spielt man nun durch den Geldgeber ebenfalls eine große Rolle. Aber auch das gesamte sportliche Konzept RB funktioniert. Dort wird vieles richtig gemacht und man hat es geschafft diese Mannschaft sofort in der Bundesliga zu etablieren.
RB Leipzig war kein normaler Aufsteiger. Dort steckte von Anfang an ein Kapital wie es sonst nur Mannschaften haben die jahrelang Champions League Teilnehmer waren.

5. Eintracht Frankfurt: Eine Mannschaft die in den letzten 10 Jahren immer eine Wundertüte war.
Denn auch Frankfurt hat mit einem Abstieg zu kämpfen gehabt und musste sich davon erst mal erholen.
Abstieg 2010/11. Dann direkter Aufstieg 2012/13 und direkt Tabellenplatz 6 geholt.
Eine Saison Später nur noch Platz 13.
2015/16 wieder nur die Relegation auf Platz 16.
Frankfurt ist eine Mannschaft die überhaupt keine Konstanz aufweist. Mal läuft es eine Saison ganz gut, die nächste wieder nur Mittelmaß oder sogar katastrophal.
Frankfurt ist eine absolute Wundertüte. Nächstes Jahr würde ich nicht auf deren Erfolg wetten.

Werder räume ich allerdings Außenseiterchancen ein da wir nur 4 Punkte Rückstand auf Platz 6 haben.
Wenn es ums ganze geht steckt in Leverkusen und Hoffenheim auch nicht mehr Potential als in uns.


Was ich damit sagen will ist halt, Werder steckt mitten in dieser Entwicklung die andere Mannschaften in den letzten 5 oder 6 Jahren gemacht haben. Wir sind wieder auf einem guten Weg. Diese Entwicklung dauert nun mal eine gewisse Zeit. Ich rechne mit 3 bis 4 Jahren. Dann wird Werder wieder ernsthafter Anwärter sein auf die Plätze 4-6. So lange muss man wohl noch Geduld haben. Das ganze kommt aber wohl erst in der Post Kruse / Pavlenka Ära. Denn so lange werden wir diese Leistungsträger nicht halten können.
Es wird also darauf ankommen, wie gut wir diese Leistungsträger ersetzen und uns dennoch weiter steigern können.
9
0
alanya_fuchs am 04.02.2019, 11:43
Herzraute am 04.02.2019, 11:04
Werder räume ich allerdings Außenseiterchancen ein, da wir nur 4 Punkte Rückstand auf Platz 6 haben.

Ich sehe es auch so, das nach oben noch etwas möglich ist, man muss die Punkte aber auch einspielen. Das heißt, gegen Tabellennachbarn und alles was unterhalb Platz 11 steht gewinnen. Wenn nicht da, wo sonst. Die Elf hat doch ein Ziel und hoffentlich genügend Ehrgeiz.

Die Zwischenstände der letzten beiden Jahre sprechen eine deutliche Sprache. Eigentlich sind wir weg von dem Gegurke, ... eigentlich.

Werder Bremen 17/18 - 20. Spieltag, 3 Siege, 8 Unentschieden, 9 Niederlagen, Torverhältnis 16:25, 17 Punkte, Platz 16
Werder Bremen 18/19 - 20. Spieltag, 7 Siege, 6 Unentschieden, 7 Niederlagen, Torverhältnis 32:32, 27 Punkte, Platz 10
5
0
Netzorath am 04.02.2019, 12:00
@Herzraute
Volle Zustimmung von mir:
"Was ich damit sagen will ist halt, Werder steckt mitten in dieser Entwicklung die andere Mannschaften in den letzten 5 oder 6 Jahren gemacht haben. Wir sind wieder auf einem guten Weg. Diese Entwicklung dauert nun mal eine gewisse Zeit. Ich rechne mit 3 bis 4 Jahren. "

Für mich ist es fast schon unverdient, dass Werder nach diesen Jahren schlechtester Arbeit
1. noch in der Liga ist und
2. jetzt schon wieder so weit ist, dass man ehrgeizige Ziele wie die EL ausgeben kann. Das ist aber vor allem eine Folge großartiger Leistung unter Baumann/Kohfeldt.
Und in dieser Entwicklung wird es weiterhin jede Menge Aussetzer nach oben und vor allem nach unten geben. Normaleres gibt es nicht.
4
0
wolfgramm am 04.02.2019, 12:31
Guter Kommentar.Das größte Problem(wenn man von einem Problem sprechen kann)Ist die genannte Zielsetzung.Hätte man die gelassen,wäre wohl jeder mit dem Saisonverlauf zufrieden.Man kam und kommt nie in die Gefahr von Abstiegskampf zu reden.Das ist nach den letzten Jahren tatsächlich ein riesiger Fortschritt.Ob die Zielsetzung richtig war weiß ich immer noch nicht genau,ich habe mir da noch kein Urteil erlaubt.Man kann immer noch Platz 6 erreichen,sollte nur solche Spiele wie in Nürnberg unterlassen.Kohfeldt hat das ja richtig gesagt.Man hat solche Spiele(auch Dortmund und Gladbach hatte sie)aber sie sollten sich nicht häufen.Werder hatte jetzt schon ein paar schlechte Spiele,Augsburg und Stuttgart sind demnächst wieder Spiele,die man eigentlich gewinnen müsste.Dazwischen mit Hertha ein direkter Konkurrent um Platz 6.Ich hoffe,man glaubt tatsächlich immer noch daran,dieses Ziel zu erreichen,ansonsten werden wir noch mehr solche Spiele wie in Nürnberg erleben.Denn die Motivation würde nachlassen.
3
0
WERDER2016 am 04.02.2019, 16:17
Der allgemeine Fan-Frust ist schnell verraucht. Manche liebäugeln bereits wieder zärtlich mit der EL. Stand heute ist dies aus meiner Sicht unrealistisch. Gegen den BVB befürchte ich trotz vieler Fanhoffnungen einen weiteren Einbruch, wodurch das angekratzte Selbsvertrauen nicht besser wird. Ganz wichtig sind jetzt die beiden Heimspiele gegen FCA und VfB, da darf man nicht zuviele Punkte liegen lassen, sonst wird die Lage noch mittelmäßiger. Beides sind Gegner, gegen die man in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen ebensolche Leistungen gezeigt hat, wie gegen Nürnberg. Das gilt es zu vermeiden.
0
0
Netzorath am 04.02.2019, 21:24
Frankfurt, Leverkusen und wohl auch Wolfsburg dürften nicht einzuholen sein bei deren Verfassung, also geht es nicht. Langsam wachsen finde ich eh besser. Das dadurch viel Geld verloren geht, ist natürlich schade.
Einen "weiteren" Einbruch fürchten Sie? Wo sind die anderen Einbrüche? Wo ist das Selbstvertrauen angekratzt? Ich denke, sie waren zu selbstsicher in Nürnberg. Weder eine Verunsicherung noch Einbrüche vermag ich in den letzten Spielen zu erkennen. Einen Einbruch und schwer angekratztes Selbstvertrauen gab es nach dem Spiel gegen Gladbach, aber das ist doch längst überwunden.
2
0
WERDER2016 am 04.02.2019, 22:05
Ich sehe nach der Klatsche gegen LEV schon einen Bruch, der Selbstvertrauen gekostet hat, das man sich eigentlich erst gegen F 95 zurück geholt hat. Dazwischen war Ergebnis- und Formkrise, auch wenn es länger her ist.

Wenn ich diesen erneuten Einbruch befürchte, heißt es ja nicht, dass es soweit kommen muss. Das setzt aber gute Leistungen gegen den BVB und FCA voraus. Ich täusche mich gern, mein Gefühl sagt mir etwas anderes.
0
0
delles.wiki am 04.02.2019, 22:23
Dieses Gefühl, dass der Gegner zu stark ist, musste man neben dem Gladbachspiel auch gegen Leverkusen und gegen Bayern haben. Aber ansonsten hat die Mannschaft eine gute Mentalität gezeigt, gerade gegen die nominell guten Gegner toll gespielt (Dortmund, Leipzig) und auch gepunktet (Frankfurt, Hoffenheim, Schalke, Wolfsburg, Hertha). Es besteht kein Grund, hier Grundsätzliches in Frage zu stellen.
Ich denke, wir haben mit Pavlenka und Max Kruse zwei Spieler, die internationale Klasse verkörpern. Daneben haben wir Spieler, die besonders sind und in schöner Regelmäßigkeit tolle Leistungen abrufen (Gebre Selassie, Moisander, Augustinsson, M. Eggestein, Bargfrede, Klaassen) und Spieler, die zu großen Hoffnungen Anlass geben (Möhwald, J.Eggestein, Rashhica, Sargent). Daneben kommt mit Osako jetzt noch ein Mentalitätsspieler dazu, der auch Klasse verkörpert. So, wie diese Jungs und auch die anderen sich bisher präsentiert haben, gibt es keinen Grund, hier wegen eines verkorksten Spiels, so ärgerlich das auch am Samstag gelaufen ist, das große Wehklagen anzustimmen. Wenn wir hier von "Mittelmäßigkeit" sprechen, gilt es auch zu beachten, wo wir herkommen und mit wem wir uns vergleichen. Dass Kohfeldt trotzdem das Ziel Europacup ausgesprochen hat, ist gut und zeugt von Vertrauen in die eigene Arbeit und insbesondere auch von Vertrauen in die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft. Dieses hat sie auch schon oft zurückgezahlt und dabei bewiesen, wie stark sie ist, nur manchmal eben nicht. Spiele wie gegen Nürnberg sind dabei extrem ärgerlich, weil man sich damit einreißt, was man sich eben noch mühsam erkämpft hat. Aber daraus wird die Mannschaft hoffentlich ihre Lehren ziehen. Und, bei all dem hochmütigen Gerede hier, verweise ich doch gerne nochmal auf @Netzorath: Es stehen eben doch auch immer Gegner auf dem Feld, die brennen, beißen, ackern und im Zweifel sogar Fußball spielen können.
1
0
delles.wiki am 04.02.2019, 22:53
@WERDER2016
Mit der Ergebnis- und Formkrise in der Hinrunde haben Sie sicherlich recht, dennoch halte ich die langfristige Entwicklung seit der Amtsübernahme durch Florian Kohfeldt mit einer langen Reihe von überwiegend überzeugenden Spielen für unübersehbar. Ich denke, dass wir wieder eine sportliche Führung mit Visionen haben, die auch in der Lage ist, ggf. Fehlentwicklungen zu erkennen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Weichen entsprechend zu stellen. Ihr schlechtes Gefühl, das Sie allerdings schon länger und des Öfteren beschleicht, teile ich deswegen ausdrücklich nicht.
0
1
wolfgramm am 05.02.2019, 16:10
Also,Frankfurt und vor allen Dingen Wolfsburg sehe ich nicht enteilt,Leverkusen war logisch,dass die kommen.Ein langsames Wachsen ist aber auch mit Risiken verbunden.Man ist ja immer bereit bessere Spieler abzugeben.Man kann fast von Glück reden,dass es im Augenblick nicht so viele begehrenswerte Spieler gibt,aber die Eggesteins würde ich schon vermissen.Und man kann dann auch mal nur Flops bekommen,das Risiko besteht.Also,wäre ein Erreichen der EL schon von Vorteil.Aussichtslos erscheint mir das nicht und ich hoffe,die Spieler glauben auch noch daran.Denn ein Motivationsproblem kann man wirklich nicht gebrauchen.Einen richtigen Einbruch und ein angekratztes Selbstvertrauen kann ich auch noch nicht erkennen.
1
0
wolfgramm am 05.02.2019, 16:21
Es stimmt ja einiges,was Sie schreiben.Aber Sie nennen ja fast alle Spieler,die einen positiven Eindruck hinterlassen würden.Ist dann nicht Platz 10 etwas zu wenig?Also,bei Klaassen z.B. kann man durchaus auch zu einem anderen Ergebnis kommen.Nichts gegen Möhwald,aber Anlass zu großen Hoffnungen?Ist ein Spieler,den man durchaus im Kader haben sollte,aber ob er für höhere Aufgaben geeignet ist,da habe ich schon meine Zweifel.Er ähnelt Gondorf,der inzwischen schon wieder woanders spielt.
1
0
delles.wiki am 05.02.2019, 18:09
Bei Möhwald denke ich vor allem an die guten Spiele vor dem Ende der Hinrunde, von Klaassen halte ich sehr viel aufgrund seines hohen mannschaftstaktischen Antizipationsvermögens. Vielleicht könnte man sich wünschen, dass er noch dominanter auftritt, aber ich halte ihn für einen enorm wichtigen Spieler. Kohfeldt selbst hat letzteres übrigens auch mehrfach betont.
0
1
Netzorath am 05.02.2019, 12:31
Ich hatte nicht Gladbach, sondern auch die Klatsche gegen Leverkusen gemeint. Danach kam es fraglos aufgrund angeknacksten Selbstvertrauens zur Krise, das ist richtig. Anders als bei Gladbach, die ihre Klatsche gegen LEV locker weggesteckt haben, das ist der Unterschied - ich hoffe, gewesen. Denn die Mannschaft hat das jetzt alles doch überwunden und insofern sehe ich die Gefahr eines weiteren Einbruches überhaupt nicht. Ich hab dieses schlechte Gefühl halt auch nicht mehr.
Auch ansonsten, wie zur Zeit fast immer, volle Zustimmung zu den Posts von delles.wiki.
1
1

Kostenlos in der gesamten Saison 2017/2018!

Download