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Rasenreport
31.01.2019
Wie der Stürmer sein Spiel verändert hat

Der neue Harnik

© nordphoto


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Wer sich in einer Fotogalerie durch die Karriere-Abschnitte des Martin Harnik klickt, der bekommt viele verschiedene Martin Harniks zu sehen. Bei Frisuren beispielsweise ist er auffallend innovativ: mal kurz, mal lang, mal Strähnchen, Zopf, Undercut, alles dabei. Bärte sind in diversen verschiedenen Formen und Längen zu sehen. Und dann die Tattoos (die sichtbaren), die sich im Laufe der Zeit immer zahlreicher um beide Arme ranken. Als Mensch, so viel lässt sich beim Betrachten der Bilder feststellen, ist Harnik stets offen für Veränderungen.

Beim Fußballer Harnik ist das ein wenig anders. Der ist sich über die Jahre treu geblieben, mit verlässlichen Stärken und Schwächen, da hat sich eher wenig verändert. Bei Werder hat das dazu geführt, dass er häufiger auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, als erwartet. Was vergangenen Sommer als romantische Rückkehr zu den Anfängen seiner Karriere gefeiert wurde, entpuppte sich im Laufe der Hinrunde als Enttäuschung für beide Seiten. Harnik war nicht glücklich mit seiner Rolle, und bei Werder waren sie es auch nicht.

Harnik passt sich dem Werder-Fußball an

Jetzt aber, nach der zweiten Vorbereitung und dem Beginn der Rückrunde, scheint der Prozess der gegenseitigen Gewöhnung voranzuschreiten. Wer vergangenen Spieltag nach den schönsten Treffern suchte, kam automatisch auch auf Harniks Treffer zur 2:1-Führung gegen Eintracht Frankfurt. Clever, wie Harnik zunächst den richtigen Laufweg nimmt, den Ball erst mäßig verarbeitet, um dann doch noch technisch sauber und elegant ein bemerkenswert schönes Tor zu erzielen.

Der Grund dafür sei, sagen sie bei Werder, dass Harnik trotz seiner 31 Jahre noch einmal sein Spiel verändert habe. Dass er nicht mehr spiele, wie er vor zehn Jahren gespielt habe. Dass er sein Tempo und seine Laufstärke nun dem spezifischen Werder-Fußball angepasst habe, und so besser zur Geltung komme. Auch, weil er nun die richtigen Laufwege nehme. Und dass er hart arbeite, die eigenen Interessen denen der Mannschaft unterordne, und es in der Summe all dieser Veränderungen zu einer Veränderung seines gesamten Spiels gekommen sei. Eine eher ungewöhnliche Entwicklung für einen Fußballers seines Alters.

Bessere Statistik dank veränderter Position

Zwei Torvorlagen und ein Treffer sind die Bilanz der beiden Rückrundenspiele gegen Hannover und Frankfurt. In zehn Einsätzen der Hinrunde erzielte Harnik zwei Treffer und legte einen auf. Auch die Statistik liest sich besser. Florian Kohfeldt spricht von einer „sehr positiven Entwicklung„. Frank Baumann weist auf eine leicht veränderte Position hin: „Bei Martin muss man immer die Position berücksichtigen. Er fühlt sich zentral etwas wohler, das hat man in den zwei Spielen nach der Winterpause gesehen. Dann kann er öfter in Tornähe auftauchen. Mich freut es sehr, dass er nun Scorerpunkte gesammelt hat.“

Eine Garantie für einen Stammplatz ist seine Entwicklung nicht. Harnik ist auch als Typ in der Kabine wichtig, weil er dafür steht, wie sich eine Karriere erkämpfen lässt. Weil er abgezockt ist wie nur wenige Im Team. Allerdings hat er mit Johannes Eggestein, Josh Sargent und Milot Rashica Konkurrenz. Es wird spannend zu sehen sein, ob der alte neue Harnik seinen Platz gegen die Jungen behauptet.

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