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Rasenreport
11.04.2019
Sahins Wohlfühlzone

Der Mann für die engen Räume

© nordphoto


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Es ist längst kein Geheimnis mehr. War es noch nie. Dessen war sich Nuri Sahin ziemlich schnell bewusst. „Ich weiß es seit meinem elften Lebensjahr – und alle anderen wissen es auch, dass ich nicht schnell bin“, sagte Sahin am Donnerstag. Ziemlich beeindruckend, dass er es trotzdem weit nach oben geschafft hat. Zur Erinnerung: Der inzwischen 30-Jährige spielte nicht nur für Borussia Dortmund, sondern auch für Real Madrid und den FC Liverpool. Geschwindigkeit ist demnach im Fußball wohl doch nicht alles.

"Wenn die Räume eng sind, bin ich ein guter Fußballer", sagte Sahin schmunzelnd. Ich weiß, wenn wir als Team die Räume gut eng machen und zusammen arbeiten, dass ich dann der Mannschaft gut helfen kann." Nicht immer ist Werder das in dieser Saison gut gelungen, wenn Nuri Sahin auf dem Platz stand. Das hatte zur Folge, dass er ähnlich wie der ein oder andere Kollege in Laufduellen dann nicht ganz so gut aussah. Und prompt wurde die Zweikampfführung des Mittelfeldakteurs kritisiert. "Es war interessant, das über mich zu lesen", erzählte er kopfschüttelnd, "Ich fand mich immer zweikampfstark, wenn die Räume eng werden. Wenn es sein muss, dann schmeiße ich mich auch rein."

Schnell ohne schnell zu sein

Auch Florian Kohfeldt konnte diese Kritik nie nachvollziehen, er hatte schon vor Monaten die kämpferischen Qualitäten Sahins hervorgehoben. Nun lobte Werders Trainer noch einmal dessen Spielstil. „Es ist einfach wichtig, dass du weißt, was du kannst“, sagte er. „Er kann das Spiel unheimlich schnell machen ohne selbst schnell zu sein. Deshalb ist es für mich überhaupt keine Überraschung, wie gut er spielt.“

Auf bislang 17 Einsätze hat es Sahin in dieser Saison gebracht, zuletzt erhöhten sich seine Spielanteile enorm - auch weil Philipp Bargfrede verletzt fehlt. Sahin gab deshalb den Sechser oder rutschte wie zuletzt gegen Gladbach gar zwischen die Innenverteidiger in die Abwehrkette. „Ich wusste es nicht, aber Florian hat mir immer bescheinigt, dass ich dort spielen kann“, sagte er schmunzelnd und schob im besten Ruhrgebiets-Deutsch hinterher: „Hat Spaß gemacht, macht Spaß – Hauptsache aufm Platz.“

Enge Bindung zum Coach

Es sieht also tatsächlich so aus, als hätte sich der Transfer im vergangenen Sommer für beide Seiten gelohnt. „Um eine Bilanz zu ziehen, ist es noch zu früh“, sagte Sahin zwar, „aber Stand jetzt war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich bin froh, hier zu sein.“ Eine großen Anteil daran hat Florian Kohfeldt. „Ich komme gern zum Training, das ist für mich das Wichtigste. Ich habe einen Trainer, von dem ich viel lernen kann, der mir vertraut und offen und ehrlich ist“, sagte Sahin. „Es gibt auch Momente, in denen wir uns nicht einig sind, aber für mich ist das eine sehr, sehr gute Schule.“

Da Philipp Bargfrede auch weiterhin ausfällt, dürfte die nächste Bewährungsprobe für Nuri Sahin bereits am Sonnabend anstehen, wenn der SC Freiburg im Weserstadion zu Gast ist (15.30 Uhr). Die Wertigkeit dieser Partie ist für Werder Mann mit der Rückennummer 17 groß. „Wenn wir jetzt anfangen, auf die beiden Bayern-Spiele zu schauen, dann wäre das ein riesiger Fehler von uns“, betonte er. „Wir sind besonders in der Rückrunde gut damit gefahren, dass wir uns auf jedes Spiel einzeln fokussiert haben.“ Deshalb gilt: „Das Träumen überlassen wir den Fans, aber wir müssen arbeiten. Ansonsten holt uns die Realität schneller ein, als wir denken können.“

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