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23.12.2018
Klaassen im Leistungsnachweis

Der kriselnde Holländer

© dpa


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Es ist noch gar nicht so lange her, da passte auf die Leistungen von Davy Klaassen das Attribut „Weltklasse“. Florian Kohfeldt höchstselbst hatte dieses Lob bemüht, nachdem der Niederländer im September mit einem mitreißenden Spiel große Anteile am 3:1-Heimerfolg über Hertha BSC hatte. Auch gegen RB Leipzig lieferte Werder nun ein Spiel ab, das kaum jemanden in den Sitzen hielt. Doch nicht nur ging die Partie mit 2:3 verloren – auch vom Leistungsträger Davy Klaassen, der die Fans zum Saisonstart noch verzückt hatte, war wenig zu sehen.

Der Niederländer machte das Defizit vor allem an der Chancenauswertung fest: „Wir kreieren viele Chancen, aber treffen zu wenig“, diagnostizierte Klaassen das, was auch seine Teamkollegen sehr ähnlich wahrgenommen hatten. Milot Rashica, Johannes Eggestein, gegen Spielende auch Yuya Osako – sie alle ließen beste Chancen liegen. Klaassen tat das nicht. Denn: Klaassen wurde nicht ein einziges Mal in die richtige Situation für einen Abschluss gebracht. Oder: Brachte sich selbst nicht in entsprechende Situationen.


Mit Ende der Hinrunde stehen nur zwei eigene Treffer für Klaassen zu Buche. Noch vor zwei Jahren hatte der offensive Mittelfeldmann eine Saison in der niederländischen Eredivisie mit 14 Treffern für Ajax Amsterdam beendet. Seine Torgefahr ist eine der Eigenschaften, die den Allrounder im Zentrum in der Vergangenheit auszeichneten. Werder gelingt es bislang noch nicht, Klaassens effizienten Abschluss und sein Gespür dafür, sich in den Rückraum abzusetzen, gewinnbringend zu nutzen.

Das lag noch am Mittwoch gegen Hoffenheim auch daran, dass Klaassen übersehen wurde, als etwa Osako vor dem Tor nur noch einmal hätte querlegen müssen. Gegen Leipzig aber hatte es auch damit zu tun, dass Klaassen die komplette Partie über nahezu unsichtbar blieb. Als linker Achter agiert Klaassen eigentlich auf einer Position, von der aus sich leicht Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen lässt. Immerhin 37% aller Angriffe spielte Werder über die linke Seite, doch Klaassen erreichte lediglich 32 Ballkontakte. Nur Johannes Eggestein (30) und Milot Rashica (27), die offensiven Außen also, waren von Werders Startspielern seltener am Ball – und wurden noch dazu 20 respektive 28 Minuten vor Klaassen ausgewechselt, hatten also weniger Zeit, um Aktionen zu sammeln.


Nun ist allein eine hohe Frequenz an Ballbesitzphasen noch kein Gütesiegel dafür, auch viel mit der Kugel anfangen zu können. Auch, dass Kevin Möhwald (73 Kontakte) und Maximilian Eggestein (stolze 109 Ballaktionen) involvierter waren als Mittelfeld-Kollege Klaassen, muss nicht nachdenklich stimmen, spielten beide doch im Verlaufe der Partie auf der im Spielaufbau weitaus stärker eingebundenen Sechserposition. Problematisch wird Klaassens Passivität in dem Moment, in dem lediglich 56 Prozent aller Pässe zum Mitspieler gelangen – 21 Prozent unter dem Mannschaftsdurchschnitt.

Es lässt sich nicht anders ausdrücken: Den Leipzigern war es gelungen, Klaassen, von dem zu Saisonbeginn noch vermutet worden war, er könnte in Werders Offensive eine ähnlich prägende Rolle wie Max Kruse einnehmen, völlig aus dem Spiel zu nehmen. Von sieben geführten Zweikämpfen gewann Klaassen einen einzigen. Die Partie lief über weite Strecken am Niederländer vorbei, und es war nicht der erste Auftritt der letzten Wochen, in dem Klaassens charakteristische Versuche, das Spiel schnell zu machen, in leichten und mitunter gefährlichen Abspielfehlern mündeten.


Der Einsatz ist Klaassen kaum abzusprechen. Schon gegen Dortmund hatte der 13-Millionen-Euro-Zugang mit seiner Rettungsaktion auf der Linie gezeigt, dass er kämpferisch alles versucht, um der Mannschaft zu helfen. Allerdings wirkt Klaassen, der sich seit Saisonbeginn konstant in den Top 10 der laufstärksten Spieler der Liga befindet, mittlerweile etwas müde. Auch gegen Leipzig war der Dauerläufer viel unterwegs (respektable 11,04 Kilometer), aber teamintern eher im Mittelfeld der Laufstatistiken zu finden. Nach einer anstrengenden Hinserie und aus einem nahezu komplett spielfreien Jahr bei Everton kommend wird es Klaassen nicht schaden, über die Weihnachtstage seine Akkus wieder aufladen zu können.

Dass er mehr kann als zuletzt gezeigt, hatte Klaassen bereits zu Herbstbeginn angedeutet. Und auch gegen Leipzig gab es einzelne Szenen, in denen der Niederländer zumindest seine starke Übersicht andeutete – etwa mit einem schönen Pass auf Osako kurz nach Joshua Sargents zwischenzeitlichem Ausgleichstreffer (79. Minute). Will Werder in der Rückrunde die europäischen Plätze angreifen, benötigt es einen Klaassen in Topform. Ob es dann auch wieder „Weltklasse“ zu bestaunen geben wird, dürfte ihn sein Trainer im Zweifel wissen lassen.

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Leipzig?


Pit88 am 23.12.2018, 19:41
Mir fiel er in der letzten Spielen hauptsächlich durch Fehlpässe und Meckern auf. Er muss mehr aus seinem Potential machen.
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jamal0781 am 23.12.2018, 19:58
Seine Fehlpässe sind nicht ohne.Er spielt auch sehr unruhig und überheblich.Wenn man seinen Marktwert von 20 mio sieht, gefällt mir Möhwald wesentlich besser.
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wolfgramm am 23.12.2018, 20:40
Er spielt einfach zu viele Fehlpässe,um wirklich top zu sein.Oft entstehen daraus gefährliche Konter.Kämpferisch ist er allerdings einmalig.Um wirklich eine Verstärkung zu sein,muss er sich aber steigern.Ihn nur an der Ablösesumme zu beurteilen,finde ich allerdings ungerecht.Jetzt noch fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr an @susanneundjens,@Netzorath,@delles.wiki,@MachEtOtze,@alanya_fuchs,@Bentlei,@1-Werder,@Johnny_Lawrence,@Sweetwater und alle anderen,die sich ständig beteiligen.
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MachEtOtze am 23.12.2018, 21:58
Vielen Dank!

Ich wünsche ebenfalls schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Und natürlich ein erfolgreiches Werder Jahr!!!
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1-Werder am 23.12.2018, 22:02
Gerne schliesse ich mich Ihren und den von Ihnen genannten und ungeahnten Foristen als auch den WK-Redakteuren mit meinen Weihnachtsfest- und Neujahrsgrüssen an. Ungeachtet zT gegensätzlichen Meinungen war es doch ein recht erfolgreiches Jahr. Ich denke, es wurde im Forum sachlicher argumentiert als in der Vergangenheit, was mich zuversichtlich stimmt. Geniessen Sie die Festtage...
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Netzorath am 24.12.2018, 15:19
Gerne schließe ich mich Ihren und den von Ihnen genannten und ungenannten Foristen als auch den WK-Redakteuren mit meinen Weihnachtsfest- und Neujahrsgrüßen an.
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susanneundjens am 25.12.2018, 09:54
@wolfgramm und Co.: Dankeschön ! Allen grün-weißen Mitstreitern hier alles Gute, schöne Weihnachten, einen entspannten Jahreswechsel und viele Siege in der Rückrunde.
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am 25.12.2018, 19:13
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
Sweetwater am 25.12.2018, 19:14
Habe erst jetzt Ihre Weihnachtsgrüße gelesen, bedanke mich und wünsche Ihnen selbstverständlich auch ein angenehmes Weihnachtsfest und einen ebenso guten Rutsch ins neue Jahr.
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delles.wiki am 24.12.2018, 08:20
Vielen Dank, @wolfgramm, das ist sehr nett von Ihnen! Dem schließe ich mich gerne an und denke dabei besonders auch an @Werderland, von dem ich seit unserem letzten Disput hier nichts mehr gelesen habe. Das täte mir sehr leid, wenn er sich aufgrund dessen hier zurückgezogen hätte.
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wolfgramm am 24.12.2018, 14:02
Wundern tue ich mich nicht,wenn mancher hier die Lust verliert.Ich sehe das aber wie @1-Werder:Es ist besser geworden.Ich z.B. weiß,dass ich hier mit meinen oft kritischen Meinungen in der Minderheit bin,und komme damit klar,solange man mir nicht unterstellt "keine Ahnung zu haben".
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Netzorath am 24.12.2018, 15:16
@delles.wiki
Vielen Dank, @wolfgramm, das ist sehr nett von Ihnen! Dem schließe ich mich gerne an.
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Werderland am 25.12.2018, 11:24
Man guckt eben doch immer noch 'rein.

@delles.wiki
Das ist sehr freundlich von Ihnen, dass Sie sich diesen Gedanken machen, es lag aber nur indirekt an unserer Auseinandersetzung, dass ich mich hier zurückgezogen habe. Ich wollte es ohnehin, dann kam unser Wortgefecht, bei dem mir die Zensur alle meine Repliken kommentarlos gelöscht hat. Das hatte einen starken Geruch von Bevormundung, sehr abweisend, und zufällig kam zu dem Zeitpunkt auch noch die neue Digitalstrategie des WK, die ebenfalls das Gegenteil von einladend ist. Es war, wie gesagt, nicht unser Disput die treibende Kraft. Es spricht für Sie als Sportsmann, dass Sie das erwägen.

Es war also einfach nur ein passender Zeitpunkt für eine Abkehr. Aber: Man guckt eben immer noch 'rein.

Den Weihnachts- und Neujahrsgrüßen schließe ich mich an.
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delles.wiki am 25.12.2018, 22:38
@Werderland

Danke schön für Ihre Rückmeldung. Ich versuche, so wwit wie möglich sachbezogen zu argumentieren. Ich weiß, dass ich sehr emotional sein kann, wenn ich Kommentare selbstgefällig bis überheblich finde. Mir fällt es schwer, Kritik an Werder, zumal wenn ich sie unsachlich finde, so stehen zu lassen oder zu akzeptieren. Ich bin da gewissermaßen der Anti-Sweetwater, der im Zweifel eher alles gut findet bei unserem SVW.
Andererseits bin ich aber am Austausch interessiert, auch wenn ich manches Mal sehr schroff und unversöhnlich klinge.
Beste Grüße und nichts für ungut! Schade, dass Sie nicht mehr dabei sind!
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wolfgramm am 26.12.2018, 16:34
@delles.wiki-Finde ich gut,dass Sie sich hier einmal einordnen.Da weiß man dann besser darauf einzugehen.
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hashtag am 24.12.2018, 09:13
Man muss da mal die Kirche im Dorf lassen.
Der Junge hat ein ganzes Jahr keinen Wettkampf gehabt,
wurde nicht mal in Freundschaftsspielen eingesetzt.

Dass er was kann, hat er mehrfach angedeutet...
Nach so langer Zeit ohne richtigen Fußball ist es für jeden Spieler
schwierig, sein Potential abzurufen.

Die Vorbereitung wird ihm gut tun und er wird noch
extrem wichtig für uns, da bin ich mir sicher.

Frohes Fest!
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Phinnonymous am 24.12.2018, 11:20
Er ist jetzt ein halbes Jahr dabei. Da ist noch lange nichts verloren. Bin sicher, das wird noch wieder besser mit ihm. :)
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