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Ballköniginnen
28.02.2019
Frauen-Trainer Kluge im Interview

„Der Job ist auf längere Dauer ausgelegt“

© Imago


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Herr Kluge, eine Überraschung ist diese Be­förderung zum Cheftrainer angesichts Ihres Werdeganges nicht. Mussten Sie trotzdem überlegen, das Angebot anzunehmen, als Sie es erhielten?

Alexander Kluge: Nein, ich musste nicht lange überlegen. Das war gleich eine Sache, auf die ich mich sehr freue.

Sie sind nun schon zehn Jahre im Verein und mit einer A-Lizenz ausgestattet. Da erscheint diese Personalentscheidung auch eher wie ein logischer Schritt. Auch für Sie?

Generell ist es für mich ein Traumjob, hauptberuflich im Fußball tätig zu sein. Egal ob bei der U 17 oder den Frauen. Insofern freue ich mich einfach und fühle mich auch bereit für diese Aufgabe.

In den nun fast zwölf Jahren der Frauenfußball-Abteilung gab es außer Birte Brüggemann allerdings keinen Trainer und keine Trainerin, die länger als zwei Jahre im Amt war, einige sogar deutlich kürzer. Ihre Verweildauer ist vermutlich für einen längeren Zeitraum geplant, oder?

Genau, sie ist auf eine längere Dauer aus­gelegt. Dafür spricht, dass ich schon seit sehr langer Zeit ein fester Teil dieser Abteilung bin, mit Birte Brüggemann und den Kollegen sehr gut ­zusammenarbeite und wir ein einge­spieltes Team sind. Insofern bin ich zuversichtlich.

Aber Sie werden sich mit der Möglichkeit einer ebenfalls eher kurzen Amtszeit auseinandergesetzt haben. Sie ist ja nicht immer nur von der Qualität eines Trainers abhängig, sondern wird durch viele Einflüsse bestimmt. Gibt es also die Möglichkeit zur Rückkehr in die alte Position als Nachwuchstrainer?

Fußball findet im Hier und Heute statt und daher beschäftige ich mich nicht mit dem, was in einigen Jahren sein könnte.

Eine entsprechende Zusicherung war Ihnen vermutlich aber wichtig?

Ja. Ich bin Bremer, mag den Verein und die Stadt und habe hier mein Umfeld. Insofern fühle ich mich sehr wohl und möchte den Verein und die Stadt ungern verlassen.

In welcher Liga Sie die 1. Frauenmannschaft trainieren werden, ist angesichts des un­gewissen Klassenerhalts der ersten Bundesliga noch nicht klar. Warum haben Sie die Ent­scheidung unabhängig von der Spielklasse ­getroffen?

Ich wollte den nächsten Schritt als Trainer ­gehen. Die 1. Frauenmannschaft ist in dieser Hinsicht etwas ganz anderes als die U 17. ­Natürlich würde ich mich freuen, wenn wir in der ersten Liga blieben. Ich traue mir beide Ligen zu, und da mein Verein das auch tut, spielt die Zugehörigkeit in der Entscheidung keine Rolle.

Aber Werder hat doch schon vor, sich in absehbarer Zeit in der ersten Bundesliga zu etablieren, und würde dieses Vorhaben auch nach einem erneuten Abstieg in die zweite Liga nicht aufgeben?

Genau. Das wollen wir, und es ist deshalb auch mittelfristig das Ziel.

Aber wäre es für Sie als neuen Trainer nicht sogar ein bisschen leichter, in der 2. Bundesliga zu beginnen?

Nein, das sehe ich nicht. Wenn es im Sommer tatsächlich in die 2. Bundesliga gehen sollte, hätten wir in der nächsten Saison ja auch den Druck und das Ziel, wieder in die erste Bundesliga aufzusteigen.

Sie übernehmen während der Heimspiele Ihrer zukünftigen Mannschaft bereits jetzt eine Rolle und sind eingebunden. Wie genau sieht die Arbeit aus?

Ich bin einmal die Woche mit auf dem Platz und beobachte die Heimspiele von der Tribüne aus. In der Pause tausche ich mich kurz mit Carmen Roth und Co-Trainer Micha Alexander aus.

Nun steht bereits frühzeitig fest, dass Sie im Sommer übernehmen werden, und so sind Sie bereits in die Planung der kommenden Spielzeit eingebunden. Wie sieht ihre Arbeit konkret aus?

Wir führen bereits jetzt die Gespräche mit dem aktuellen Kader. Wie sieht es aus, was planen die Spielerinnen? Jetzt nehmen wir uns erst einmal die Zeit für viele Einzelgespräche.

Das würde bedeuten: Wollen alle Spielerinnen bleiben, dann gingen Sie mit dem aktuellen Kader auch in die 2. Bundesliga?

Genau. Wir schauen jetzt, wer mitgehen würde. Aber in der Kaderplanung ist nicht nur die Ligazugehörigkeit entscheidend. Es geht auch um die berufliche Situation, das Studium oder um die schulische Ausbildung. Solche Dinge spielen im Frauenfußball ja eine große Rolle.

Die Fragen stellte Stefan Freye.

Alexander Kluge

arbeitet bereits seit 2009 als Trainer beim SV  Werder. Nach den U 15-Juniorinnen übernahm er 2012 das weibliche U 17-Team, zwischen 2016 und 2018 zusätzlich auch die zweite Frauenmannschaft. In diesem Sommer tritt der 32-Jährige die Nachfolge von Carmen Roth auf der Trainerbank der 1. Werder-Frauen an, die aktuell um den Klassenerhalt in der Bundesliga kämpfen.

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