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Rasenreport
07.03.2019
Werder gegen Schalke unter Zugzwang

Der Druck, der keiner sein soll

© nordphoto


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Der Charme des Fußballs liegt ja unter anderem darin, dass dieses Spiel einfach nicht planbar ist. Da mögen die Voraussetzungen noch so klar sein, am Ende kommt es nicht selten doch ganz anders. Die Bundesliga bildet da keine Ausnahme. Schon gar nicht, wenn Werder am Freitag auf den FC Schalke 04 trifft (Anpfiff: 20.30 Uhr). Die Bremer haben zwar auch nicht immer geglänzt zuletzt, doch beim Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet geht es aktuell reichlich ungemütlich zu. Mit anderen Worten: Da kommt ein taumelnder Gegner, den Werder doch eigentlich locker schlagen müsste. Wenig überraschend hält Trainer Florian Kohfeldt von derartigen Prophezeiungen jedoch herzlich wenig.

„Ich glaube, dass die dortige Situation schon Auswirkungen auf das Spiel haben wird“, setzte Werders Coach während der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag an – ohne daraus jedoch einen eigenen Vorteil abzuleiten. „Ich bin mir sicher, dass die Schalker sehr geschlossen auftreten werden und Härte ins Spiel bringen wollen. Diese Mannschaft ist schon zu enormen Leistungen in der Lage. Sie werden zeigen, dass sie sich gegen die Situation wehren.“

Eben jene Situation ist wahrlich bedrückend. In Gelsenkirchen gibt es derzeit einige atmosphärische Störungen. Beim Vize-Meister des Vorjahres kriselt es gewaltig, zuletzt gab es eine desaströse 0:4-Schmach vor eigenem Anhang gegen Fortuna Düsseldorf. Dass Trainer Domenico Tedesco den Besuch im Weserstadion noch als Trainer erlebt, war längst keine Selbstverständlichkeit. Der 33-Jährige steht mit dem Rücken zur Wand, entsprechend deutlich wurde er nun im Vorfeld des Spiels. „An erster Stelle im Abstiegskampf, und da sind wir jetzt, steht für uns der Charakter der Spieler. Das ist in dieser Situation wichtiger denn je“, sagte Tedesco. „Wir haben uns, entschuldigen Sie den Ausdruck, in die Scheiße reingeritten und müssen da gemeinsam wieder rauskommen.“

Siege müssen her

Große Worte, denen entsprechend große Taten folgen sollen. Werder will das verhindern. Natürlich. Am Horizont glimmt noch die Hoffnung auf Europa, da müssen dringend Ergebnisse her. Nicht grundlos hatte Florian Kohfeldt bereits im Anschluss an das jüngste Remis in Wolfsburg erklärt, dass man gegen Schalke unbedingt gewinnen müsse. „Ungeschlagen zu sein, ist schön und gibt einem auch ein gutes Gefühl, aber wir müssen auch Spiele gewinnen – und gegen Schalke ist so ein Spiel, da müssen wir nicht drumherum reden, das solltest du tunlichst gewinnen, damit der Abstand nicht größer, sondern kleiner wird“, sagte der 36-Jährige.

Das klingt im ersten Moment nach zusätzlichem Druck, den der Coach seinen Spielern auflädt. Doch weit gefehlt. „Die Mannschaft geht sehr entspannt damit um“, sagte Florian Kohfeldt. „Wenn du die Ziele hast, die wir haben und die wir erreichen wollen, dann hast du jede Woche den Druck, gewinnen zu müssen. Es reicht nämlich nicht, nur ein Mal im Monat zu gewinnen.“ Doch gerade mit dem Siegen hatte Werder bekanntlich so seine Schwierigkeiten zuletzt. „Wichtig ist, sich diese Freude, diese Leichtigkeit zu erhalten. Sie hat uns erst hierhin gebracht“, sagte Kohfeldt. „Wir spielen nie Harakiri, aber mit Mut und Risiko.“

Veljkovic gefordert, Osako geschont

Weit weniger mutig ist die Prognose, wer in der Abwehr spielen wird. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Sebastian Langkamp (Schulter) kehrt Milos Veljkovic zurück in die Startelf. „Er hat sich in den vergangenen Wochen sehr gut verhalten, stark trainiert“, lobte Kohfeldt den 23-Jährigen. „Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen. Er wird fokussiert sein und eine gute Leistung zeigen.“ Gleiches erhofft er sich von Jiri Pavlenka. Der Keeper hatte sich bei einem Zusammenprall im Wolfsburg-Spiel die Nase empfindlich geprellt, soll nun aber wieder ohne Einschränkungen Gegentore verhindern können. „Davon gehen wir aus“, sagte Kohfeldt jedenfalls.

Für einen anderen Nationalspieler reicht es dagegen erneut nicht: Yuya Osako. Der Japaner plagt sich seit den Asien-Meisterschaften mit einer Sehnenreizung im Rücken herum und wartet somit noch immer auf seinen ersten Einsatz in der laufenden Rückrunde. Auch wenn der Offensivmann inzwischen wieder mit der Mannschaft trainiert, bleibt ihm gegen Schalke vorerst nur die Zuschauerrolle. „Er hat das gut überstanden, wir werden ihn aber trotzdem noch nicht mit zum Spiel nehmen. Man darf nicht vergessen, dass er lange raus war“, sagte Kohfeldt, der Osako behutsam wieder heranführen möchte, allerdings fest für das Duell mit Bayer Leverkusen in der kommenden Woche einplant.

Im Sturm wird es eng

Schneller könnte es bei zwei weiteren Angreifern gehen. „Er ist fit und wird sehr wahrscheinlich auch im Kader stehen“, meinte Kohfeldt mit Blick auf Martin Harnik, der nach seiner schnellen Genesung zuletzt noch gestrichen worden war. Etwas anders sieht es bei Fin Bartels aus. Nach quälenden Monaten der Reha gab es in der Vorwoche das Comeback in der U 23 – samt Torerfolg. Ein Auftritt bei den Profis sei immerhin „im Bereich des Möglichen“, wie Kohfeldt knapp erklärte. „Wir warten seine Frische und das Training ab. Er hat die 60 Minuten am letzten Wochenende gut verkraftet. Es kann Sinn ergeben, ihn mit in den Kader zu nehmen.“

Zunächst kommt es aber ohnehin auf die elf Herren an, die Florian Kohfeldt in die Startelf beruft. Sie sollen dafür sorgen, dass das eigene Punktekonto anwächst und es auf Schalke vielleicht noch etwas ungemütlicher wird. „Ich erwarte keinesfalls, dass sie eine ähnliche Leistung wie beim 0:4 gegen Düsseldorf zeigen. Sie werden scharf sein“, betonte Kohfeldt. Es wird also viel davon abhängen, ob es Werder gelingt, noch etwas schärfer zu sein. Und kreativer. Gerade gegen tief stehende Teams gibt es da schließlich noch Nachholbedarf.

Die Umfrage zum Spiel gibt es hier:

Anna_von_82 am 07.03.2019, 20:44
Hilfe! Was ist das nur für eine verfi...te Medienlandschaft hier und überall!
Warum müssen jeden Tag (ob Spiel- oder Nichtspieltag) hier und überall (Deichstube ....) jeweils 4 bis 8 allesammt nichts- (oder positiv gesehen: wenig-) sagende Berichte über eine Fußballbundesligatrupe veröffentlicht werden?
Warum schicken diese pickelgesichtigen BWLer in den Konzernleitungen nicht dieses Fallobst names Bürger, Voigt, Sorgatz, Bähr, .... und wie sie alle heißen in die Wüste und engagieren ein oder zwei JOURNALISTEN (ein Name: Heinz Fricke, R.I.P)?
Das Produkt von Qualität und Quantität ist doch maximal eine Konstante!

Das hier (und drüben in der Deichstube) ist kein Journalismus, das verquirlter Bullshit.

Helmuth Poppen und Heinz Fricke würden sich im Grabe umdrehen!
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susanneundjens am 07.03.2019, 21:12
Ähh...liebe @Anna: Der gute Heinz Fricke befindet sich meines Wissens nach wie vor unter uns...
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Anna_von_82 am 08.03.2019, 02:25
Das freut mich sehr!
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susanneundjens am 08.03.2019, 07:02
@Anna: Das freut Sie also. Mich auch. Aber dann behaupten Sie doch bitte nicht sowas.
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alanya_fuchs am 08.03.2019, 08:54
Den Weltfrauentag halte manche vielleicht für den Tag der Abrechnung.

Diese App und die dazugehörige Redaktion haben 1,5 Mio Euro gekostet. Da müssen also interessante Meldungen mit Quark aufgefüllt werden.
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Anna_von_82 am 08.03.2019, 11:04
Ne, kein Judgment Day - das Datum hatte ich gar nicht auf dem Schirm ....

Aber warum denn eine teure App einführen, die sich dann rentieren MUSS? Mit jedem Smartphone kann man (Mensch, Erwachsener, Kid) auch eine normale Webseite (mit identischem Inhalt) aufrufen?
Oder ist das für die Analphabeten der Generation-App auch schon zu viel verlangt?
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joey65 am 08.03.2019, 11:05
Mit jedem Smartphone kann man (Mensch, Erwachsener, Kid) auch eine normale Webseite (mit identischem Inhalt) aufrufen?
Oder ist das für die Analphabeten der Generation-App auch schon zu viel verlangt?

Ich befürchte: ja.
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Anna_von_82 am 08.03.2019, 10:51
Ich hatte mich bei Heinz Fricke (zum Glück) geirrt.
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alterwaller am 08.03.2019, 10:21
Mal zurück von diversen Autoren dieser Seite zum Fussball. Selbst wenn wir gewinnen sollten, zu wem sollt sich der Abstand verkleinern ? Hertha, BMG, Leverk., Frankf. und Hoffenheim haben allesamt Spiele die sie ohne weiteres gewinnen können. Also geht es maximal nur darum das sich der Abstand nicht vergrössert. Aber das wäre ja auch erst mal was. Wie sagte Kohfeldt an anderer Stelle ? Wir müssen da sein wenn die anderen schwächeln. Nur genau das ist unser Problem. Wir schwächeln selbst zu oft.
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Andrea59 am 08.03.2019, 12:30
... zu wem sollt sich der Abstand verkleinern ? Hertha, BMG, Leverk., Frankf. und Hoffenheim haben allesamt Spiele die sie ohne weiteres gewinnen können.

Hertha spielt in Freiburg, Gladbach in Mainz, Leverkusen in Hannover, Frankfurt bei Fortuna, Hoffenheim zu Hause gegen Nürnberg.
Abgesehen von Hoffenheim und Leverkusen glaube ich nicht, dass die anderen den Dreier schon jetzt in der Tasche haben.
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WERDER2016 am 08.03.2019, 17:22
@ alterwaller

Genauso ist es: wir schwächeln, wenn die anderen da sind. Aber: die Spiele müssen erst gespielt werden usw. usw.
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joey65 am 08.03.2019, 10:56
Bei all den Schlagabtauschen hier muss ich "Anna" in der Kernaussage recht geben: Hier und auch drüben (Deichstube) steht Quantität vor Qualität.
Das Produkt der beiden Begriffe ist tatsächlich eine Konstante.
(Ich werde auch diesen Post unter den anderen Artikel setzten ...)
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Bubba am 08.03.2019, 16:54
Und wieder einmal wurde ein Schiedsrichter der besonderen "Marke" angesetzt
81% tippen wie ueblich auf Sieg
Dann kann ja nichts mehr falsch laufen
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