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29.04.2019
Gastkommentar zu Länderspielen in Bremen

Der DFB sollte das Kriegsbeil begraben

© dpa


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Nico Kovac, Trainer des FC Bayern, ahnte es schon vor dem Pokalspiel: „Wenn in Bremen die Lichter angehen, dann sind das besondere Spiele.“ Und seine Spieler sprachen im Nachhinein von einem „Hexenkessel“. Nun neigen Bremer ja eigentlich nicht zum emotionalen Kontrollverlust, aber vielleicht leben sie den Fußball doch noch mehr als in so manch anderer Stadt in diesem Land. Die Beziehung der Bremer zu „ihrem Verein“ ist eben auch eine ganz besondere. Bremens Weserstadion gehört zu den stimmungsvollsten Stadien der Republik, und doch bleibt unsere Nationalmannschaft dieser Spielstätte fern.

Nach der Entscheidung der Bremischen Bürgerschaft, bei Hochrisikospielen den Veranstalter am Mehraufwand der Polizei finanziell zu beteiligen, beschloss das DFB-Präsidium unter seinem damaligen Präsidenten Wolfgang Niersbach und getrieben von der Deutschen Fußball-Liga, fortan keine Länderspiele mehr in Bremen auszutragen. Erinnerte die Entscheidung der DFB-Oberen schon damals mehr an eine kindische Reaktion auf den Verlust des eigenen Spielzeugs, ist sie nach dem klaren Kantersieg Bremens beim Bundesverwaltungsgericht mehr als überholt. Was passiert denn, wenn andere Länder nun dem Beispiel Bremens folgen? Wird dann künftig auch auf Länderspiele in diesen Bundesländern verzichtet?

Mit der Niederlage des Profifußballs vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht und der erneuten Nicht-Berücksichtigung Bremens als EM-Standort wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, unsere Nationalmannschaft wieder in die norddeutsche Tiefebene zu schicken. Mit dem bisherigen Boykott trifft der DFB nicht nur die Bremer Fußballfans, sondern auch Tausende Fußballbegeisterte im ganzen Nordwesten. Schon längst hat das Weser-Stadion eine Anziehungskraft bis an die niederländische Grenze. Wir können zwar kein Schlauchboot als Stadion bieten und mit Tausenden VIP-Parkplätzen auf der grünen Wiese ist auch eher schlecht. Dafür findet man da, wo die Weser einen großen Bogen macht, unheimlich viel Flair und Charme. Der Stadiongast kann bequem vom historischen Marktplatz entlang der Weser zum Stadion spazieren und vor oder nach dem Spiel noch in eine der unzähligen Kneipen im Bremer Viertel einkehren.

Das Bremer Publikum puscht die Heimmannschaft enorm: Das war nicht nur gerade im DFB-Pokal zu spüren, sondern auch in den harten Jahren des Abstiegskampfes. Die Nationalmannschaft würde herzlich empfangen werden – vielleicht ja sogar mit Maximilian Eggestein, Max Kruse und Julian Brandt in der Startaufstellung.  

Zur Person: 

Björn Fecker ist Präsident des Bremer Fußball-Verbandes. Zudem sitzt der 41-Jährige für die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft.

Hetzer85 am 29.04.2019, 13:20
Wieso sollte man, nachdem man vor Gericht gescheitert ist, nachgeben?
Und wenn andere Länder nachziehen?
Entweder sanktioniert man sie ebenso oder, wenn es zu viele spielstätten betrifft, lässt man halt alles wie es ist und nur der erste bleibt verbannt.
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weelberlin am 29.04.2019, 13:38
Vielleicht sollte der Senat einsehen , dass er Werder mit seiner undurchdachten Aktion einen teuren Bärendienst geleistet hat , der dem Verein auf Jahre Schwierigkeiten und Nachteile bereiten wird. Vielleicht schafft ja die Wahl Ende Mai neue Chancen , den Unfug zu korrigieren.
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holger_sell am 29.04.2019, 14:07
Was hat der SV Werder mit Länderspielen in Bremen zu tun?
Ein Wohlwollen von Seiten des DFB braucht niemand und schon garnicht Länderspiele gegen Gibraltar vor halbvollem Stadion.
Das Vorgehen des Bremer Senats war vollkommen richtig und sehr durchdacht. Ein Thema für eine Wahlentscheidung ist es sicher nicht.
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alanya_fuchs am 29.04.2019, 14:11
Nein, bloß nicht.
Mitleidsländerspiele gegen Gibraltar, Liechtenstein oder Fidschi sollte man aus Sicherheitsgründen besser in Hamburg, Gelsenkirchen oder München austragen.
Solange dem Bremer Publikum als Entschuldigung keine attraktive Begegnung zugesagt wird, ist es besser, wenn der DFB wegbleibt.
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Nomolas am 29.04.2019, 15:33
Wenn der DFB Bremen wieder Länderspiele geben sollte, so werden sich dann wahrscheinlich die Fehlentscheidungen gegen Werder häufen, für welche sich der Verband dann tags darauf entschuldigt. ;-P


ACHTUNG!
Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten! ;-)
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Stadionatmo am 29.04.2019, 16:41
Ich fand die Reaktion des DFB ( die Absage des Länderspiels im Weserstadion) auf die Erwägungen der Bremer Landesregierung, die DFL an den Polizeieinsatzkosten für Hochrisikospiele zu beteiligen sehr bedenklich. Schließlich handelte es sich ja um Überlegungen einer demokratisch gewählten Regierung, die im „Namen des Volkes“ handelt. Es war ja auch noch nichts beschlossen. Anstatt das Gespräch zu suchen hat der DFB, wohl getrieben von der DFL nichts besseres zu tun, als Sanktionen gegen das Bundesland Bremen zu verhängen.
Nachdem diese Überlegungen inzwischen in Form von Kostenbescheiden Realität geworden nun vom Gericht für rechtmäßig erklärt worden sind, die Sanktionen weiter aufrecht zu erhalten, kann ich nur als ein ganz schlechtes Demokratie und Rechtsverständnis bewerten. Aber anscheinend ist es in diesen Kreisen grade „En Vogue“ Staat und Gesetz als etwas zu betrachten, das einem entweder dient, und dem man ansonsten keine Beachtung zu schenken braucht. Das ist bedauerlich und trägt weiter zur Spaltung von Staat und Gesellschaft bei.
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Lebenslang am 29.04.2019, 21:09
Sehr gut zusammengefasst... würde mich mal interessieren wie unser Bayern Fan darüber denkt... in dem baufälligen, viel zu kleinen und viel zu hässlichen weserstadion spiele auszutragen... aber bei so einem fachlichen Kommentar, wird er wahrscheinlich nichts schreiben... Vorsicht Ironie über unser mega geiles Stadion ist zu 100% vorhanden😉
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am 29.04.2019, 17:34
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
lamento am 30.04.2019, 10:35
Tut mir ja leid, aber dieser Kommentar ist absolut blödsinnig, zumindest auf den Faktor Stimmung bezogen.
Wie viele Werder-Fans gehen denn bei einem Länderspiel ins Stadion und sorgen dort auch noch für gute Stimmung?
Herr Fecker könnte/sollte/müsste eigentlich wissen, dass die Beziehung zwischen Werder-Fans und Verein/Stadion eine ziemlich spezielle ist (wir sind Werder Bremen), die ist für Länderspiele, bei denen der DFB Ausrichter ist, mit Sicherheit nicht reproduzierbar.
Im Übrigen, der DFB tritt Werder und der Stadt seit Jahren fortgesetzt in den Hintern, und dann kriegen wir als Entschädigung ein Länderspiel (Test vs Gibraltar)?
Lass mal stecken.
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