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21.04.2019
Das Bayern-Spiel und die Folgen

Der Blick geht nur noch nach vorn

© nordphoto


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Kurz vor dem Abpfiff wollten die Bayern-Fans noch einmal ein Zeichen setzen. Mit einem kleinen Schmähgesang setzten sie ihren persönlichen Schlusspunkt hinter Werders Auswärtsniederlage. „Auch am Mittwoch habt ihr keine Chance“, skandierte der Anhang lautstark in der Arena. Gemeint war das DFB-Pokalspiel im Weserstadion (20.45 Uhr), in dem es um nicht weniger als den Finaleinzug geht. So viel ist klar, Werder wird bei diesem schnellen Wiedersehen eine Leistungssteigerung brauchen. In München war gewiss Vieles gut, aber eben nicht alles. Und deshalb gab es später die kurze Gesangseinlage auf der Tribüne.

Florian Kohfeldt muss also reagieren. Und das will er auch. „Wir werden mit Sicherheit mit einer anderen Aufstellung spielen“, kündigte er schon am Sonnabend an. Alles Weitere ließ er noch im Dunkeln. Es dürfte nicht wirklich überraschen, dass der 36-Jährige vor allem im Angriff variieren wird. „Vielleicht kommt ein offensiver Spieler mehr, vielleicht zwei“, sagte Kohfeldt. „Vielleicht spielen wir hinten mit einer Dreierkette.“ Während andernorts also Ostereier gesucht werden, fahndet Werders Coach an den Feiertagen nach der richtigen Strategie für den Traum von Berlin.

Als Mutmacher nimmt er von der Reise in den Süden die Tatsache mit, dass seine Mannschaft es dem Gegner lange Zeit enorm schwer gemacht hat. Die Bayern, die demnächst wieder einmal Deutscher Meister werden können, agierten phasenweise doch recht ideenlos. Erst nach dem Platzverweis für Milos Veljkovic wurde die Lage deutlich angenehmer. „Niemand bei den Bayern wird sagen, dass es entspannt war“, ist sich Kohfeldt sicher. „Sie werden mit Respekt nach Bremen kommen. Bayern ist immer noch auf jeder Position besser als wir, aber das interessiert mich eigentlich nicht. Wir werden uns sammeln und Mittwoch hoffentlich im Elf-gegen-Elf und mit dem Weserstadion im Rücken zeigen, dass wir in der Lage sind, Tore zu schießen.“

Probleme mit der Torgefahr

Genau das war in München dieses Mal erneut ein Problem. Zugegeben, es hat schon schlimmere Erlebnisse an der Isar gegeben. 2014 zum Beispiel, als sich desaströse Bremer ihrem Schicksal ergaben, sang- und klanglos untergingen und nicht ein einziges Mal aufs Tor schossen. Diese Zeiten sind vorbei, der Mut ist wieder eine Werder-Tugend. Das allein genügt jedoch nicht, wie das jüngste Duell beweist. Die spielerischen Mittel sind nicht minder entscheidend. Gute Kontermomente gab es auch in München, wirklich geschickt ausgespielt hat Werder diese nicht. Mit Folgen. Ein Ungleichgewicht von satten 28:3 Torschüssen für die Bayern spuckte die Statistik aus.

Ein solcher Wert klingt im ersten Moment nach einem mittelschweren Rückfall in alte Zeiten. Er wirkt beängstigend und mindert zudem nicht gerade den Druck. Die Hoffnung auf ein Weiterkommen kann da schnell einen veritablen Knacks erhalten. Florian Kohfeldt bleibt dennoch gelassen: „Wenn wir hier sechs oder sieben Stück gekriegt hätten, dann hätte dieses Spiel Auswirkungen auf Mittwoch“, meinte er. So aber diene es als Vorlage, als ein zu optimierendes Muster. Ähnlich sah es Nuri Sahin. „Etwas Besseres als das heutige Spiel kann uns nicht passieren. Wir wissen, was wir falsch gemacht haben, wo wir uns konkret verbessern müssen“, sagte er. „Wir müssen die Phase der ersten 15 bis 20 Minuten verlängern auf 50, 60, 80, am besten 90 Minuten. Dann haben wir eine große Chance.“

Es ist zu spüren, im Bremer Lager spekulieren sie stark auf einen Pokaleffekt. Zahlreiche magische Nächte hat es am Osterdeich bereits gegeben, nun soll dort, wo die Weser einen großen Bogen macht, unter Flutlicht ein neues Kapitel geschrieben werden. Starke Bayern hin, Auswärtsniederlage her. „Das wird eine ganz andere Geschichte“, ist sich Claudio Pizarro sicher. Solche Worte klingen schnell abgedroschen, wie eine billige Floskel. Wer die Sturm-Legende aber spitzbübisch lächeln sieht, während er sie ausspricht, der fühlt den wahren Kern dieser Aussage. Werder redet sich nicht nur stark. Werder glaubt daran.

Hoffen auf den Faktor Weserstadion

So wie viele Fans. Schon im Vorfeld des Bundesligaspiels wurde immer wieder gerätselt, welche Partie denn nun die wichtigere sei. Nicht selten wurde das Pokal-Halbfinale genannt. Spätestens als das 0:1 feststand, ging der Blick endgültig nach vorne. Etwas Großes steht an. Etwas Großes ist erreichbar. Im kleinen Bremen. Gegen die großen Bayern. Welch passenderen Rahmen als das Weserstadion könnte es also für solch ein Spiel geben. „Das ist immer ein riesiger Faktor“, sagte auch Sportchef Frank Baumann mit Blick auf einen möglichen Heimvorteil. „Mittwoch wird eine außerordentliche Stimmung herrschen, die Fans werden uns nach vorne peitschen.“

Mit anderen Worten: In München mag Werder nach dem Veljkovic-Aussetzer lange Zeit in Unterzahl gespielt und sich so um ein besseres Ergebnis gebracht haben. Nun aber soll die Revanche her, die Umkehrung. Dank der Unterstützung von den Rängen, des viel zitierten zwölften Mannes, gibt es im Idealfall von Beginn an eine Überzahlsituation der besonderen Art. „Wir werden versuchen, die Bayern ein bisschen zu ärgern und sehen, was dabei herauskommt“, kündigte Frank Baumann an. Und am schönsten brachte es eigentlich Chef-Optimist Claudio Pizarro in seiner ureigenen Art und Weise auf den Punkt: „Wir glauben, dass wir eine Chance haben, ins Finale zu kommen“, sagte er schelmisch grinsend. So ganz richtig lagen die Bayern-Fans mit ihren Schmähgesängen also wohl doch nicht. 

jamal0781 am 21.04.2019, 09:42
Gegen Bayern mit Dreierkette?😂
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klarerBlick am 21.04.2019, 09:55
Naja, Kohfeldt hält sich für einen Taktikfuchs.

Letztlich ist es aber einfach eine Frage der Qualität der Spieler. sicher keine Schande, in München schlecht auszusehen.

bayern gestern im Schongang. hätten aber trotzdem 3 bis 4 Tore schiessen können.

Wir waren 70 Minuten noch nicht einmal in der Nähe des Bayern Strafraumes
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am 21.04.2019, 10:00
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
jamal0781 am 21.04.2019, 10:00
Mehr als deutlicher Klassenunterschied.Am Mittwoch brauchen wir ein Wunder.Die gab es aber schon oft im Weserstadion.Hoffen wir das Beste.
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Schimmelreiter am 21.04.2019, 10:13
@klarerBlick
Absolut richtig! Selbst wenn das Gegentor unglücklich war: auch ohne dem Ding hätte man sich über ein 0:3/0:4 nicht beklagen können. Die Qualität ist eben eine andere. Dies muss man ohne grün-weiße Brille einfach anerkennen. Bei dem Restprogramm in der BL wird Europa m.M. nicht zu realisieren sein. Letzte Ausfahrt Pokal. Da muss aber alles passen. Wenn es nicht klappt, dann muss man tatsächlich den Bayern im Finale die Daumen drücken (was für ein Paradoxon), damit der siebte Platz noch interessant wird.
Obwohl: sollten die Stellinger ins Finale kommen, fällt das etwaige Daumendrücken für die Bazis bedeutend leichter!😜
Soweit sind wir aber noch nicht: Also Jungs! Wenn Ihr alles gebt, ist alles möglich. Die Fans werden Euch tragen. Ist eben Pokal!!! (ja,ja, 5€ ins Phrasenschwein)
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dalmatiner am 21.04.2019, 12:13
@Schimmelreiter-Auch bei Leipzig würde der 7.Platz reichen,und der HSV wird nun bestimmt kein Pokalsieger.
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wyntonrufer am 21.04.2019, 10:35
Mit etwas Abstand ist die Bewertung des gestrigen Spiels doch eher ernüchternd. Hoffnung macht, dass Eggestein und Klaassen sicher viel besser spielen können. Sollte Kohfeld allerdings die Stabilität in der Defensive insbesondere auf den Aussenbahnen aufgebenden, wird es ein Leichtes für die Bayern. Es kann nur funktionieren, wenn Werder wie in den ersten 10-15 Minuten auftritt, dann aber effektiver und wesentlich präziser nach vorne spielt.
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Sweetwater am 21.04.2019, 11:44
Welche Argumente hier ausgebuddelt werden, warum Werder das Pokalspiel gewinnen wird - wie bizarr.
"Wunder von der Weser", "Pokalspiel und damit eigene Gesetze", "Zwölfter Mann", "Chef-Optimist Claudio Pizarro", alles Unsinn.
Am Mittwoch kommt tritt das Beste der Liga im Weserstadion an. Die genialen Bayern werden hochkonzentriert im Wissen wie dicht sie vor dem Finale stehen Werder auseinandernehmen und es wird nicht so knapp wie gestern sein. Und wenn Herr Kruse nicht dabei sein sollte, braucht Werder erst gar nicht einlaufen. Für Werder ist das Halbfinale Endstation. Die bayrische Qualität kann Werder nicht einmal im Ansatz kompensieren. Aber für Werder hat dieses Spiel auch etwas Gutes. Mindestens 90 Minuten Anschauungsunterricht im eigenen Stadion, hier wird ihnen aufgezeigt, was man mit Qualität alles machen kann.
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Alec68 am 21.04.2019, 12:50
Oha.... welch eine Aufzählung von ....! Wir hatten gestern durchaus eine Chance auf einen Punkt, dank Pavlas!! Wenn wir uns dann selber abschießen mit einer gelb-roten Karte, dann ist das mehr als dumm gelaufen. EIN Tor, abgefälscht wohl gemerkt, sonst hätte ihn die Krake wahrscheinlich gehalten... wo war denn die immense Durchschlagskraft der Bayern ??? Qualität: ja! Aber gestern hat diese teuere Qualität uns nicht mit 6 oder 7 Toren aus der Arroganz-Arena geschossen!!! So what ?!?! Auf geht‘s...
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alanya_fuchs am 21.04.2019, 16:55
Spricht es nicht eher für Werder, wenn die genialen Bayern 28 Torschüsse haben, aber nur einen unglücklich abgefälschten Schuß unterbringen können?
Was nützt da die haushohe Überlegenheit. Hoffentlich muss ich Ihnen Ihren überheblichen Kommentar am Mittwoch nicht unter die Nase reiben. Werder kann nur gewinnen, weil niemand ernsthaft das Finale erwartet.
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am 21.04.2019, 22:58
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
Furioso am 21.04.2019, 23:23
@sweetwaterchen: Und genau weil du dir das nicht vorstellen kannst, bist du mit Sicherheit kein Anhänger/Fan oder was auch immer von Werder, also frage ich mich was du eigentlich hier willst? Den immergleichen hyperkritischen, komplett fantasiefreien und uninspirierten Nonsens ablassen und dann darüber amüsieren das immer wieder neue Leute darauf reinfallen und ihre Zeit opfern um dir mitzuteilen was sie davon halten? Echt ne ganz arme Nummer,
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Sweetwater am 21.04.2019, 23:54
Wie beeindruckend Sie sich doch hier vor der Gemeinde geben, so verniedlichend mit "@sweetwaterchen" wie überlegend und macht Sie auch überdies so wichtig...und was ich will oder auch nicht geht Sie schon einmal gar nichts an, ob phantasiefrei und/ oder uninspirierter Nonsens Ihrer Meinung nach für mich vollkommen unbedeutend, Ihnen bleiben eh nur 2 Möglichkeiten, mein geniales Schriftgut zur Kenntnis nehmen oder nicht...so einfach ist das manchmal...
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MiRoPa am 21.04.2019, 12:39
Das Problem wenn es gegen die Bayern ist m. E. nicht trainierbar. Das Herz rutscht einfach in die Hose. Große Töne hin, große Töne her.
Seit 17 Spielen wie das Kaninchen gegen die Schlange.
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Deltator1 am 21.04.2019, 18:51
Hallo Kaninchen bleib so glücklich
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Deltator1 am 21.04.2019, 18:49
Ketten hin Ketten her was soll das der Trainer ist der "Macher" und nicht die Besserwisser oder?? Und dann sind ja auch noch die Spieler verantwortlich oder???
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