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Rasenreport
27.01.2019
Kohfeldts Schiri-Schelte im „Sportstudio“

„Das ist doch nicht Ihr Ernst!?“

© nordphoto


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Florian Kohfeldt ist nicht dafür bekannt, im Anschluss an wenig zufriedenstellende Resultate die Verantwortung bei Dritten zu suchen. Auch im Anschluss an das 2:2 gegen Eintracht Frankfurt, einer Partie, in der die Bremer leichtfertig zwei wichtige Punkte im Kampf um die europäischen Plätze liegen ließen, bemühte sich Kohfeldt nach Kräften. Im Interview ZDF-Moderator Thomas Skulski im „Aktuellen Sportstudio“ fiel es dann aber auch dem sonst so aufs Sportliche fokussierten Trainer schwer, die Emotionen hinsichtlich der Schiedsrichterleistung während der Partie zu kontrollieren.

Nur am Rande ging es dabei um die Nachspielzeit, während der Kohfeldt von Referee Markus Schmidt auf die Tribüne verwiesen worden war. Den genauen Grund hatte Werders Chefcoach nur am Rande mitbekommen, machte am Ende zu schnelles „Wegrennen“ als Anlass für den Verweis aus: „Ich wollte mich eigentlich selbst schützen, indem ich weggehe“, erklärte Kohfeldt entschuldigend. 

Ärger mit dem Ärmel

Eine persönliche Attacke auf Schmidt sollte die Einschätzung nicht werden. „Ich mag ihn grundsätzlich total gerne“, betonte Kohfeldt, merkte aber auch kritisch an, dass ihm die Spielführung missfallen habe: „Da waren ein, zwei Entscheidungen dabei, die haben das ganz schön aufgeputscht.“ Die Schlussminuten im Stadion waren von lautstarken „Schieber“-Rufen begleitet worden, Freunde hatte sich Schmidt unter den Werder-Fans keine gemacht.

Im Kern ging es dabei vor allem um die Auslegung der Handspiel-Regelung, die sich zu Ungunsten der Bremer auswirkte. Dabei beanstandete Kohfeldt nicht den Elfmeter für die Eintracht, als Ludwig Augustinsson einen Blackout erlebte und im Liegen nach dem Ball griff. Vielmehr beschäftigte Werders Cheftrainer eine Szene vor dem 1:1-Ausgleichstreffer der Frankfurter: Luka Jovic hatte den Ball im Mittelfeld mit dem Oberarm gestoppt, aufgrund der farblich abgesetzten Ärmel des Eintracht-Trikots in den Augen des Werder-Trainers ein leicht nachzuweisendes Vergehen. „Wenn der Ball am schwarzen Ärmel ist, dann ist das ein klares Handspiel“, befand Kohfeldt – und zeigte sich geradezu ungehalten, als ZDF-Mann Skulski eine Ballberührung mit der Schulter ausmachte: „Das ist doch nicht Ihr Ernst!?“

Fehlende Einheitlichkeit

Auch, wenn es Kohfeldt gelang, den eigenen Gefühlsausbruch schnell wieder einzufangen und eine Entschuldigung an Skulski folgen ließ, blieb die Essenz der Szenenanalyse stehen: „Das ist einfach falsch.“ Vor allem die uneinheitliche Auslegung vergleichbarer Situationen ärgerte den Werder-Coach, dessen Team schon beim 1:1 im November in Freiburg einen Handelfmeter hinnehmen musste. Damals war Niklas Moisander der Verursacher gewesen. „Niklas hat in Freiburg vor drei Monaten oder so aus einem Meter den Ball mit 400 km/h an die Hand geschossen gekriegt und da heißt es: Absicht spielt keine Rolle“, kommentierte Kohfeldt die Szene. „Heute muss ich mir anhören: Absicht spielt eine Rolle.“ 

Eher Glück als Pech hatte Werder in der Nachspielzeit, als Moisander den Ball eindeutig mit der Hand spielte. Der Finne selbst schien nachher Verständnis zu zeigen, falls Schmidt dieses Vergehen geahndet hätte - eher als jenes Ende November in Freiburg. Doch es war nicht final aufzulösen, ob das Handspiel im Strafraum oder außerhalb stattgefunden hatte. Kurios: Noch während die Prüfung durch die Video-Assistenten lief, hatte Maximilian Eggestein eine große Chance, den Siegtreffer für Werder zu erzielen.

Hier gibt es Kohfeldts vierminütigen Auftritt im Aktuellen Sportstudio zum Nachschauen.

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Frankfurt?

Daneris am 27.01.2019, 11:36
Ich wäre nur dann vom Glauben abgefallen, wenn wir noch in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit einen weiteren Handelfmeter gegen uns bekommen hätten, was die Sky Kommentatoren sogar für richtig gehalten hätten.
Für mich war es nie und nimmer ein Elfmeter und der Videoschiri hat es glücklicherweise genauso gesehen.
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alanya_fuchs am 27.01.2019, 12:29
Da das Handspiel außerhalb des Strafraums war, hat der Videoschiri die Situation gar nicht bewertet.
Höchstens einen Freistoß hätte es für die Eintracht aber geben können.
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