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05.12.2018
Funkel gegen Kohfeldt

Das Duell der Trainer-Generationen

© collage/fotos: dpa


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Als Friedhelm Funkel zum ersten Mal eine Mannschaft zum Bundesliga-Aufstieg führte, war Helmut Kohl noch Bundeskanzler, die SG Wattenscheid 09 war erstklassig, und Florian Kohfeldt stand als Neunjähriger im Tor des TV Jahn Delmenhorst. Im Jahr 1992 war das, und Funkel trainierte Bayer Uerdingen. 26 Jahre später ist Funkel immer noch da, mit Fortuna Düsseldorf gastiert er am Freitag bei Werder Bremen, und dieses Spiel wird somit ein Duell der Trainer-Generationen.

Funkel ist derzeit der Bundesliga-Coach mit der größten Erfahrung. Der 36-jährige Kohfeldt dagegen war als Spieler kein Profi und hat als Chefcoach bislang 37 Bundesliga-Spiele mitgemacht, von den Bundesliga-Trainern haben nur Nürnbergs Michael Köllner und Frankfurts Adi Hütter weniger Erfahrung im Oberhaus. Überhaupt unterscheiden sich Funkel und Kohfeldt in vielen Bereichen, wie ein Vergleich der beiden zeigt.

Die Erfahrung

Stolze 470 Bundesliga-Spiele hat Funkel als Trainer vorzuweisen. Sein Debüt als Coach gab er im Juni 1991 bei einer Uerdinger 1:2-Heimniederlage gegen Hertha. Kohfeldt stand erstmals am 3. November 2017 in Frankfurt als Chefcoach der Bremer Profis an der Seitenlinie. Auch sein Debüt endete mit einer 1:2-Niederlage. Was die Routine angeht, hat Kohfeldt gegen den 28 Jahre älteren Funkel natürlich keine Chance. Als Trainer verfügt Kohfeldt aber durchaus über eine gewisse Erfahrung, denn er war bei Werder lange im Jugendbereich tätig, war knapp zwei Jahre Assistent von Viktor Skripnik in der Bundesliga und rund ein Jahr lang Chefcoach der U23.

Der Punkteschnitt

Im Schnitt holte Funkel 1,06 Punkte pro Partie. Das ist nicht viel, allerdings arbeitete er zumeist auch für Klubs, die gegen den Abstieg kämpften. Uerdingen, Duisburg, Rostock, Köln, Frankfurt, Hertha und Düsseldorf lauten seine bisherigen Stationen als Erstliga-Trainer. Kohfeldt kommt auf einen Punkteschnitt von 1,49.

Die Erfolge

Sechsmal führte Funkel eine Mannschaft zum Bundesliga-Aufstieg, das schaffte kein anderer Trainer. Zudem zog er mit Duisburg (1998) und Frankfurt (2006) ins DFB-Pokalfinale ein, das jedoch jeweils verloren ging. Als Spieler stieg er zweimal in die Bundesliga auf und gewann mit Uerdingen 1985 den Pokal. Dieser Titel war Funkels größter Triumph, von dem Kohfeldt höchstwahrscheinlich nichts mitbekommen hat, denn er war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Jahre alt. Kohfeldts Erfolge als Trainer: Er schaffte mit Werders U23 den Klassenerhalt in der dritten Liga und bewahrte die Profis in der vergangenen Spielzeit vor dem Abstieg.

Die Spielidee

Kohfeldt hat es geschafft, dass er schon jetzt für eine klare Spielidee steht. Er will offensiv agieren und setzt auf viel Ballbesitz. Seine bevorzugte Grundordnung ist ein 4-3-3. Auch Düsseldorf spielte bereits im 4-3-3. Funkel hat allerdings nicht die eine Grundordnung, auf die er setzt. Die Fortuna richtet sich extrem am Gegner aus, was an der Außenseiterrolle des Aufsteigers liegt. Wichtig ist Funkel, defensiv stabil zu stehen. Das unterscheidet ihn von Kohfeldt, der in der Vorsaison schon im Abstiegskampf Offensivfußball spielen ließ.

Die besten Sprüche

Funkel und Kohfeldt sind redegewandt. Düsseldorfs Trainer galt früher als dröge, hat im Alter aber fast schon Kultstatus erreicht. „Ich habe ihm gesagt, er soll Bleischuhe anziehen, damit er auf dem Boden bleibt“, kommentierte er die drei Tore von Dodi Lukebakio gegen Bayern. Bestandteil vieler Zitate-Sammlungen ist einer seiner älteren Sprüche: „Die Situation ist bedrohlich, aber nicht bedenklich.“ Auch Kohfeldt besitzt Humor. „Ich würde morgens nackt aus der Kabine gehen, wenn ich unseren Zeugwart Fritz Munder nicht hätte“, sagte er zum Beispiel.

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