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05.12.2018
Werder muss gegen Düsseldorf gewinnen

Das Druckspiel

© nordphoto


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Was Davy Klaassen über den kommenden Gegner Fortuna Düsseldorf weiß? „Nicht so viel eigentlich“, sagte Klaassen Mittwochmittag entwaffnend ehrlich in einer Medienrunde. Nun könnte man sich fragen, was das über seine Berufseinstellung aussagt. Und ob ein Profi zwei Tage vor einem Spiel nicht ein paar Details über den Gegner wissen sollte. Man könnte angesichts der Brisanz der Partie am Freitagabend aber auch sagen, dass Klaassen ein ziemlich cooler Hund ist, der sich um nichts schert. Der einfach sagt, was Sache ist, zum Beispiel das: „Alle wissen, was Freitag zu tun ist. Wir haben sehr großen Hunger zu gewinnen.“

Man braucht es nicht zu beschreien, nach fünf Spielen ohne dreifachen Punktgewinn ist das Heimspiel gegen Düsseldorf ein besonderes, es ist ein Druckspiel. Werder muss gewinnen, ein Remis oder eine Niederlage gar, und die Bremer würden endgültig in eine Negativspirale rutschen. Dann wäre die Euphorie weg, das Saisonziel müsste überdacht werden. Niklas Moisander hat Werders aktuelle Situation nach dem Spiel gegen Bayern ganz gut auf den Punkt gebracht: „Wenn wir nach Europa wollen, müssen wir gegen Düsseldorf gewinnen, so einfach ist das.“ Was das für die Mannschaft heißt, hat der am Freitag gesperrte Innenverteidiger gleich noch angefügt: „Das bedeutet mehr Druck.“

Nun ist es nicht so, dass Werder in den vergangenen Jahren keinen Druck gehabt hätte, ganz im Gegenteil. Immer wieder steckte der Klub im Abstiegsschlamassel, mitunter bis zum Hals. Im Mai 2016 musste im Heimspiel gegen Frankfurt ein Sieg her, um am letzten Spieltag die Klasse zu sichern. Es klappte, am Ende standen ein 1:0 und der Klassenerhalt. Ein Abstieg hätte eine gigantische Geldvernichtung bedeutet. Das war Druck, existenzieller Druck. Diese Art Druck kennt Werder also ziemlich gut.

Bode und der negative Druck

Am Freitag (20.30 Uhr) gegen Düsseldorf sieht das anders aus. Werder muss gewinnen, um am Saisonziel festzuhalten, dem Erreichen der Europa League. Es geht aber auch um die Stimmung in der Stadt, im Klub und um den Klub herum. Es hängt also einiges an dem Spiel gegen Düsseldorf, bei Werder ist das allen bewusst. „Es ist vom Druck her schon ein Unterschied, ob man um die Meisterschaft spielt oder gegen den Abstieg“, sagt Marco Bode, Vorsitzender des Aufsichtsrats, ganz grundsätzlich über Druck. Bode hat das als Spieler auf allerhöchstem Niveau selbst erlebt, er sagt: „Ich persönlich habe ein Duell um den Bundesliga-Titel am letzten Spieltag oder das WM-Finale 2002 nicht als Druck empfunden. Druck empfindest du, wenn es etwas zu verlieren gibt.“

Negativer Druck, also welcher, bei dem ein großer Verlust auf dem Spiel steht, kann zur Verkrampfung, ja zur totalen Blockade führen. Bode weiß aber auch, dass negativer Druck auch in die andere Richtung wirken kann: „Das muss auch nicht per se schlecht sein, denn das kann auch besondere Leistungen freisetzen, Werder hat das in den letzten Jahren häufig gezeigt. Auf Dauer wäre ausschließlich negativer Druck schon belastend. Aber an diesem Punkt sind wir nicht.“

Klaassen und der positive Druck

Die Herausforderung, Düsseldorf unbedingt schlagen zu müssen, ist allen Spielern klar. Sie leben in der Stadt und einige haben durchaus Antennen dafür, was die Menschen in Bremen in Bezug auf Werder bewegt. Der Sommerzugang Klaassen scheint einer davon zu sein. „Viele Menschen sprechen darüber, dass es ein wichtiges Spiel ist. Ich finde das auch“, sagt er. Das dürfe die Mannschaft aber nicht hemmen, es sollte sie im Gegenteil beflügeln, findet Klaassen: „Ein Heimspiel gegen Düsseldorf müssen wir gewinnen. Das ist positiver Druck, und Druck gehört zum Fußball. Um große Dinge zu erreichen braucht man auch Druck.“

Glaubt man Klaassen, schlägt die Situation ihm und seinen Mitspielern aber ohnehin nicht großartig auf das Gemüt. Wie denn die Stimmung in der Mannschaft nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen sei, wurde er von den Journalisten auch gefragt. „Wir sind gut drauf im Training. Die Stimmung ist noch immer gut, und das muss auch so sein.“ Mit einem Erfolg gegen Düsseldorf am Freitagabend könnte Werder dafür sorgen, dass auch um den Klub wieder eine bessere Stimmung als in den letzten Wochen herrscht.

WERDER2016 am 05.12.2018, 21:26
Ich möchte mal behaupten, dass der Druck größer ist, als man gewillt ist zuzugeben. Gibt es gegen F 95 keine 3 Punkte, ist auch danach nicht viel bis gar nichts zu erwarten. Dann hätte man zur Winterpause 3 bis 4 unkte mehr als im letzten Jahr. Das ist, gemessen an den Zielen und dem besseren Kader, enttäuschend. Holt man dann zu Beginn der Rückrunde nicht die notwendigen Punkte, könnte es am Ende doch noch eng werden.

Ein Sieg am Freitag dagegen könnte einen Turnaround einleiten und man holt aus den letzten 3 Spielen eventuell doch noch etwas Zählbares. Diesen Effekt sollte man nicht unterschätzen und der zurückgewonnene Glaube an die eigene Stärke könnte Berge versetzen.

Dies dürfte ausreichend, dass genügend Druck vorhanden ist. Ich hoffe, man lässt am Freitag Leistung sprechen mit einem entsprechenden Erfolgserlebnis. Das Gegenmittel muss lauten: druckvoll zum Sieg.
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1-Werder am 05.12.2018, 21:55
Extrem gross ist der Druck auf F. Kohfeldt. Ein Unentschieden wird nicht ausreichen, seine erworbene Reputation zu bestätigen. Bei einer Niederlage als auch bei einem Unentschieden steht zu vermuten, dass nach den folgenden Spieltagen wieder die bekannten Trainer-Fragen auftreten. Trotzdem, 3 Punkte sind ein realistisches Ziel. Und ich teile @wolfgramm's Meinung in einem anderen Kommentar, aus den 3 dann noch anstehenden Spielen sollten 3 Punkte möglich sein. Ein Sieg gegen DÜS sollte als gute Basis gewertet werden, ohne das gleich wieder Euphorie die Szene belebt. Bis "Europa" ist es noch ein langer Weg. Wie heisst das Sprichwort; der Weg ist das Ziel...?
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