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28.04.2019
Sahins Schiedsrichter-Schelte

„Das darf einfach nicht sein“

© imago images


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An die Möglichkeit, in Düsseldorf doch zumindest noch einfach zu punkten, hat Florian Kohfeldt lange geglaubt. Drei, vier Mal, sagte er nach Spielschluss, war da das Gefühl, die Partie könne sich aus Bremer Sicht zum Guten wenden. Sehr viele Chancen habe er gezählt, sagte Kohfeldt, bevor es dann doch den endgültigen K.o.-Schlag gab: „Wenn wir das 4:1 nicht kriegen und schießen eins, dann geht da noch etwas.“

Dass der Treffer zum 4:1 überhaupt zählte, ist zumindest umstritten. Düsseldorfs Dawid Kownacki spielte, am Boden liegend, im Vorlauf des Tors den Ball mit der Hand. „Dass der Ball an der Hand war, da gibt es keine Zweifel“, sagte Frank Baumann. „Für mich hat er sich dadurch einen Vorteil verschafft.“ Allerdings wurde die Entscheidung überprüft – und für richtig befunden.

Baumann sagte das ganz nüchtern, ohne den Versuch, die Niederlage an dieser Entscheidung festmachen zu wollen. „Es war keine klare Fehlentscheidung, und daran lag es auch nicht“, sagte er. Und fügt dann mit einem ironische Grinsen an: „Und am Videoassistenten sowieso nicht.“

Kritik ja, Schuldzuweisung nein

Werder und die Schiedsrichter, dieses Thema zieht sich fast durch die gesamte Saison. Es gab viele Spiele, in denen sich die Bremer nicht gerecht beurteilt fühlten. Der vorläufige Höhepunkt war die Fehlentscheidung im Pokalhalbfinale gegen Bayern, als die vorgesehene Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Videoassistent ausblieb.

Ungewohnt offene Kritik an den Schiedsrichtern, wenngleich es dabei nicht um Fehlentscheidungen ging, äußerte Nuri Sahin nach dem Spiel in Düsseldorf. „Was mich extrem aufregt, ist, dass man mit denen nicht reden kann. Ich bin wirklich ein ruhiger Zeitgenosse, aber wenn ich mit ihm reden will und er guckt mich nicht einmal an – dann könnte ich vor Wut kochen“, sagte Sahin. „Das geht nicht, das darf einfach nicht sein.“

Spieler, Trainer, Manager, sie alle lassen sich nicht gerne zu Schiedsrichtern zitieren. Einerseits aus Sorge, es könne als Ausrede für die Niederlage gewertet werden, und sich dafür eben mit dem Schiedsrichter das günstigste Opfer auszuwählen. Anderseits rücken Beschuldigte für gewöhnlich zusammen, und Schiedsrichter könnten auf dauernörgelnde Kritiker mit besonders kleinlicher Regelauslegung reagieren. Deshalb bekommen Journalisten die wahre Meinung oft nur mit dem Hinweis serviert, diese Worte seien nicht als Zitat zu verwenden.

Aus Sahin, einem kontrollierten, reflektierten Fußballer, purzelten die Worte nur so heraus, und er konnte sich nicht bremsen. „Ein bisschen Menschlichkeit, ein bisschen Kommunikation gehört dazu. Ich weiß nicht, ob das Selbstschutz der Schiedsrichter ist, aber mich regt auf, dass man mit ihnen nicht reden kann.“ Auch er bezog in seine Kritik ausdrücklich alle Schiedsrichter ein, nicht nur Benjamin Cortus, der die Partie in Düsseldorf leitete. Auch Sahin war wichtig, nicht die Schuld verschieben zu wollen: „Wir haben genug Fehler gemacht, es lag sicher nicht am Schiedsrichter, dass wir das Spiel verloren haben.“

Und doch sitzt der Stachel tief, von den Schiedsrichtern nicht als Gesprächspartner gesehen zu werden. Zuhause, sagte Sahin, würde er ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen: „Wenn mein Sohn mit jemandem redet und ihn nicht anguckt – das will ich jetzt nicht aussprechen – das darf nicht sein.“

Wer war euer „Man of the Match“ gegen Düsseldorf?

fh_king am 28.04.2019, 18:00
Hmmm, als Augustinsson vor nicht allzu langer Zeit im 16er den Ball in einer ähnlichen Situation and die Hand bekomme hat und es 11m gab schrie ganz Werder noch "Verrückt!!! Kein Handspiel!!!" Nun, im Spiel gestern dann die 180 Grad Kehrtwendung...irgendwie schon ein Hauch von Doppelmoral, oder?

Ich sehe das jetzt mal als die leider die zu späte Kritik am Schiri von Mittwoch. Da hatte sich Werder fälschlicherweise dazu entschlossen, kein Radau zu machen als noch alle Welt zugesehen hatte. Erst durch die Zustimmung des DFBs am Donnerstag kommt man nun aus seinem kleinen Feigheitsloch rausgekrochen.
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alanya_fuchs am 28.04.2019, 18:14
fh_king am 28.04.2019, 18:00
irgendwie schon ein Hauch von Doppelmoral, oder?

Wollen Sie das nicht sehen? Sie schreiben es doch selbst, zwei ähnliche Situationen, einmal Elfmeter und einmal weiterspielen? Wo ist da jetzt die Doppelmoral?
Jede Woche eine solche Situation und man kann absteigen.
Es ist so wie Favre es gesagt hat: Wer sich das ausgedacht hat, der hat keine Ahnung.
Ich bin dafür jedes Handspiel generell abzupfeifen, die Sportart heisst schliesslich Fußball.
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WERDER2016 am 28.04.2019, 18:35
Ich bin dafür jedes Handspiel generell abzupfeifen, die Sportart heisst schliesslich Fußball.

Diese Idee hatte ich auch schon einmal - wie beim Hockey, Fuß ist strafbar, egal aus welcher Situation heraus. Inzwischen fände ich das beim Fußball keine so gute Idee mehr. Dann könnte man auf die Idee kommen, im Strafraum oder bei Freistößen den Abwehrspielern gezielt an Hand oder Arm zu spielen. Möglicherweise hätten wir dann pro Spiel 3 bis 4 Elfmeter.
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j.micoud am 29.04.2019, 00:39
Was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Ab jetzt checkt jeder Schiri jede umstrittene Szene bei der es um Werder geht beim VAR. Ich wuerde ab jetzt jedes mal den Schiri fragen , ob der Kontakt zum Videoassistenten vorhanden ist ^^ und diesen damit an den ""DFB ELF METER" im DFB Pokalhalbfinale erinnern.
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WERDER2016 am 28.04.2019, 18:45
Wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat, frage ich mich, was es dann noch zu diskutieren gibt. Die Entscheidungen werden, wenn überhaupt, nur auf Hinweis des VAR zurückgenommen. Diskussionen, Lamentis und Rudelbildungen eskalieren nicht selten und kosten Kraft und Energie. Wenn man nach klaren und deutlichen Fouls die jeweiligen Unschuldsbekenntnisse der Spieler dann auf dem Platz sieht, muss man die Schiedsrichter auch ein Stück weit verstehen. Dass NS nicht dazu zählt ist richtig, hilft ihm aber auch nicht weiter.

Auf der anderen Seite kann ich NS verstehen, dass er nach Fehlentscheidungen sauer ist. Gerade er wurde im Viertelfinale von Herrn Aytekin um das Halbfinale betrogen, weil die erste gelbe Karte unberechtigt war. Hier wäre aus meiner Sicht ein geändertes Regelwerk vonnöten.
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am 28.04.2019, 23:12
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
Mibau am 29.04.2019, 08:16
Autorität ist das Ideal, der kleine Schritt hin zur Arroganz die Gefahr. Ein schmaler Grat, dies kann ich als langjähriger SR aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber: „Ich kann nicht der Freund aller Spieler sein und für jeden eine Sprechstunde abhalten“(O-Ton: Thorsten Kinhöfer, ex BL-Schiedsrichter).
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Turugeno am 29.04.2019, 10:21
Werder muss langsam aufpassen, sich nicht absolut lächerlich zu machen in Sachen Schiedsricherschelte. Man hat klar und deutlich und hoch verdient mit 1:4 gegen einen von Anfang bis Ende in allen Belangen überlegenen Gegner verloren, genau so hat es auch Max Kruse nach Abpfiff offen und ehrlich zu Protokoll gegeben. Es hat von Anfang an die Einstellung gefehlt, eventuell hätte man nach dem Pokalfight auch ein paar mehr frische Kräfte spielen lassen sollen und mit Klaassen hat man sich auch vercoacht als man ihn wieder reinbrachte trotz Brummschädel und er sofort den entscheidenden Ballverlust für das 1:3 verursachte. Vorne harmlos, hinten wackelig, so holt man in dieser Saison nichts in Düsseldorf.
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dalmatiner am 29.04.2019, 12:22
@Turugeno-Für dieses Spiel in Düsseldorf gibt es sicher mildernde Umstände anzuerkennen für die Niederlage.Da man aber weiterhin meint,einen EL-Platz erreichen zu können,kann das für die restlichen Spiele nicht gelten.Jetzt muss man zeigen,ob man ernsthaft daran glaubt.Es wäre keine Schande,gegen Dortmund zu verlieren,aber man sollte den Willen erkennen.Ansonsten könnte eine insgesamt gute Saison ein schlechtes Ende nehmen.Jetzt ist auch der Trainer gefragt,er muss die Mannschaft irgendwie wieder aufbauen.Zu Sahins Kritik wäre zu sagen,dass die Spieler tendenziell selber Schuld haben,dass die Schiris nicht diskutieren.Heutzutage wird bei jedem gepfiffenen Foul(ob berechtigt oder nicht) protestiert.Da kann ein Schiri nicht immer drauf eingehen.Es gab glaube ich sogar die Regel,es mit gelb zu bestrafen.Beim Handspiel bin ich inzwischen bei @alanya_fuchs,dann hören die ewigen Diskussionen vielleicht auf.
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Claudioo am 29.04.2019, 12:47
Der Frust ist vollkommen verständlich...2 Spiele 2 krasse Fehlentscheidungen.
Natürlich lag Werder 3:1 hinten, aber wenn in dieser Saison jede Berührung mit der Hand, ob absichtlich oder nicht, mit Elfmeter/Freistoß geahndet wird ist es ein klares Handspiel und das 4:1 darf nicht zählen.
Es hat einfach mal gar nichts mit "lächerlich machen" zu tun, sondern ist es dringend an der Zeit, dass Werder sich zu Wort meldet.

Dennoch muss ich auch die Schiedsrichter bzgl Sahin's Aussage in Schutz nehmen, denn die Unparteieschen sollten und dürfen nicht auf jede Diskussion eingehen und sollten mMn viel rigoroser gelbe Karten fürs lamentieren verteilen.

Es wäre doch für uns schonmal ein schöner Anfang wenn keine Schwalben unserer Gegner mit Elfmeter belohnt werden und Handspiele für alle Mannschaften gleich bewertet werden. Dann sind mit Sicherheit auch die Spieler wieder näher bei den Schiedsrichtern und müssten gar nicht so viel diskutieren.
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Turugeno am 29.04.2019, 15:03
"Es wäre doch für uns schonmal ein schöner Anfang wenn keine Schwalben unserer Gegner mit Elfmeter belohnt werden und Handspiele für alle Mannschaften gleich bewertet werden. Dann sind mit Sicherheit auch die Spieler wieder näher bei den Schiedsrichtern und müssten gar nicht so viel diskutieren. "

Na ja, zumindest der klägliche Schwalbenversuch in der 2. Halbzeit von Max Kruse ohne jegliche Berührung von Fortuna Keeper Rensing wurde gleich vom Schiri erkannt, auch wenn Kruse seinen Betrugsversuch noch mal mit heftigem Armwedeln unterstrichen hat.

Merke; sind nicht immer nur "die Anderen", die gerne mal gegen das Fair Play verstoßen und auch Werder profitiert wie alle anderen auch mal von einer Fehlentscheidung.
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