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18.02.2019
Diskussionen um abgefälschten Freistoß

Darum ist Pizarros Rekordtreffer kein Eigentor

© nordphoto


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„Das war nicht Pizarros Tor, da kann er mir alles erzählen“ – diese Aussage von Hertha-Trainer Pal Dardai sorgte nach Werders Last-Minute-Remis in Berlin für Diskussionen im Netz. Schließlich war klar erkennbar gewesen, dass der Gewaltfreistoß der Werder-Legende zweifach von Hertha-Spielern abgefälscht worden war. Hatte Dardai also Recht, oder gönnte er dem 40-Jährigen einfach nur den Rekord nicht?

Die Antwort lautet: Keines von beiden. Denn auch wenn Dardai in seiner Aussage noch weiter ging („das war ein richtig schlecht geschossener Freistoß, der aber reinrutscht, weil er zweimal von uns abgefälscht wurde“), betonte er, dass er größten Respekt vor Pizarro habe, ihm also nichts wegnehmen wolle. Außerdem: Wer Dardai in seinen Interviews erlebt, wird merken, dass der Ungar nicht immer alles ernst meint, was er so sagt. Die Ironie ist bei seiner trockenen Art bloß nicht immer zu erkennen.

Und, das ist der andere Punkte: Selbst wenn er „böse“ Absichten gegenüber des Rekordtors hegen würde: Regeltechnisch gibt es nichts daran zu rütteln, dass das Tor Pizarro gehört. Schon am Sonntag hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) der „Welt“ bestätigt, dass sie nicht eingreifen werde, was sie durchaus könnte. Es steht ihr nämlich zu, nachträglich die Torschützen zu ändern.

Eine schriftliche Regelung bezüglich der Torschützenbestimmung gibt es nicht. Doch schon vor sechs Jahren definierte die DFL die Auslegung gegenüber dem „Focus“, als es eine ähnliche Diskussion um einen vermeintlichen Torschützen gegeben hatte. Da heißt es zum einen: „Dem angreifenden Spieler wird das Tor gutgeschrieben, wenn ein Torschussversuch klar erkennbar ist.“ Den Punkt kann man abhaken, Pizarros Freistoß war zweifelsfrei ein Schussversuch.

Pizarros Schussversuch bleibt entscheidend

Weiter heißt es: „Abfälschungen des Torschusses durch gegnerische Spieler oder Mitspieler, die nicht auf einer kontrollierten Aktion basieren, sind dabei nicht entscheidend.“ Herthas Abwehr hatte den Schuss gleich zweimal abgefälscht (was nicht relevant ist, selbst wenn er zehnmal abgefälscht worden wäre, würde das nichts an der Auslegung ändern). Beim ersten Mal ist wohl nicht final zu klären, welcher Spieler in der Mauer sein Schienbein in die Schussbahn streckte. Eine „kontrollierte Aktion“ aber war es definitiv nicht.

Etwas weniger klar ist die Lage beim zweiten Kontakt eines Herthaners: Der von Valentino Lazaro, der sich aus der Mauer gelöst hatte, um sich rund vier Meter vor der Torlinie zu positionieren. Er versuchte, den bereits abgefälschten Schuss zu klären, lenkte ihn aber letztlich ins Tor. Ihm hier eine kontrollierte Bewegung zu unterstellen, wäre aufgrund der kurzen Distanz zwischen der Mauer und seiner Position ebenfalls sehr weit hergeholt. Und dass der Ball ohne sein Zutun vermutlich neben das Tor gegangen wäre, ist vollkommen unerheblich: Selbst wenn Pizarros Schuss Richtung Eckfahne geflogen wäre, bleibt es ein Schuss und somit ein Versuch, das Tor zu treffen.

Die Diskussionen um das Tor der Werder-Legende sind somit unbegründet: Pizarro muss sich um seinen neuesten Rekord keine Sorgen machen.

 
am 18.02.2019, 13:26
Der hier abgegebene Kommentar wurde geprüft. Es wurde ein Verstoß gegen die Community-Richtlinien festgestellt und der Kommentar daher gelöscht.
Daneris am 18.02.2019, 13:32
Herr Dardei ist lediglich gekränkt, dass er in der letzen Minute den verdienten Ausgleich von einem
40-jährigen kassiert hat 😂👍👍
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rower am 18.02.2019, 17:17
Er sollte lieber den Fußballgott danken das der schwache Schiedsrichter nicht seine Mannschaft um einiges reduziert hat. Darüber sollte er mal nachdenken
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jamal0781 am 18.02.2019, 13:52
Genug gelabert.Volle Konzentration auf Stuttgart und Sieg einfahren.
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Sweetwater am 18.02.2019, 14:50
Was für ein fieser Hype um ein Tor das eh nur zum Ausgleich und nicht zum Sieg führte.
Ob in der ersten oder letzten Minute, ob Youngster oder alter Mann, ob Herr Niemand oder Herr Pizarro, vollkommen unbedeutend - wichtig allein ist, ob es ein gültiger Treffer war und zu einem mehr als schmeichelhaften Punkt führte.

Und natürlich doch, Herrn Pizarro wird ein Erdrutsch vom Herzen fallen, nachdem "Mein Werder" eine solch intensive Aufklärungsarbeit betrieb und er sich nun sanftträumig keine Sorgen mehr um seinen neusten Rekord machen muß...wie wichtig....
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Daneris am 19.02.2019, 18:34
Der Punkt war verdient und nicht schmeichelhaft
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OttoOtto am 18.02.2019, 19:45
Ich versteh die ganze Diskussion eh nicht. Ob jetzt Rekord, gegen Stuttgart 😂 oder, oder das wird nicht das letzte Tor von Pizza gewesen sein.
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WERDER2016 am 19.02.2019, 16:19
Ich gönne Pizarro dieses Tor von ganzem Herzen und habe Respekt vor seiner gesamten Leistung. Bei der Bewertung der Aktion ist allerdings, wie bei vielen Handentscheidungen, reine Willkür im Spiel.

Hierzu nur ein Bespiel: am 2. Spieltag der Rückrunde schießt Gnabry Richtung Stuttgarter Tor, Gentner versucht den scharfen Schuss noch zu klären, der aber ins eigene Tor geht. Auch hier kann man die obigen Aspekte anwenden.

- die Abfälschung erfolgte nicht auf kontrollierter Bassis
- auch bei Gnabry war ein Torschussversuch klar erkennbar
- dass der Ball ohne Eingriff des Gegners eventuell vorbei gegangen wäre ist unerheblich; auch dies trifft bei Gnabrys Schuss zu

Ich freue mich für Pizarro und für Werder, dass die DFL sich die Dinge nach wie vor so zurechtlegt, wie sie es gerade braucht, unterstreicht diese Diskussion von Neuem.
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