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07.03.2019
Schaaf in der „Deichstube“

"Da darf doch jetzt nicht gemeckert werden“

© nordphoto


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Das Fußballgeschäft ist ein schnelllebiges geworden. Gerade Vereine in der unteren Tabellenhälfte verzichten häufig auf Kontinuität, um kurzfristig auf ausbleibende Resultate zu reagieren. Eine Entwicklung, die Thomas Schaaf, derzeit als Technischer Direktor bei Werder tätig, zwar nicht gutheißen, aber nachvollziehen kann. „Man kann leider viel besser eine Einzelperson ersetzen und auf Besserung hoffen, als die ganze Mannschaft auszutauschen“, schreibt Schaaf als Kolumnist für die „Deichstube“ – durchaus froh darüber, dass eine Ablösung von Florian Kohfeldt als Werder-Coach nicht zur Debatte steht.

Allerdings macht der einstige Bremer Erfolgscoach bereits erste Stimmen aus, die den grün-weißen Frieden gefährden könnten: „Viele erfreuen sich nicht an der positiven Situation, sondern nörgeln herum“, bemerkt Schaaf, der trotz lediglich 16 Punkten in den letzten 16 Spielen und sechs Punkten Rückstand auf die Europa-League-Plätze das Saisonziel „immer noch in Reichweite“ sieht. Schaafs Fazit: „Da darf doch jetzt nicht gemeckert werden.“ Und auch die Partie gegen Schalke sei „kein Endspiel im eigentlichen Sinne“.

Hier geht es zur Schaaf-Kolumne in der „Deichstube“. 

Netzorath am 07.03.2019, 12:29
"Da wundert es mich doch sehr, wie die Stimmung im Umfeld gerade ist. Viele erfreuen sich nicht an der positiven Situation, sondern nörgeln herum."

Thomas Schaaf scheint zu viel Zeit zu haben, sich in den sozialen Netzwerken herumzutreiben. Dort ist die Stimmung in der Tat so - sorry - bescheuert, wie er das beschreibt. Ansonsten kann ich das nicht feststellen. Aber dass er dagegen anschreibt, ist natürlich sehr zu begrüßen.

"Wir waren in Bremen so mutig und haben Europa als Ziel ausgegeben. Und das nach vielen nicht ganz leichten Jahren."

Das sollten sie in vergleichbarer Form öffentlich nicht wieder tun; denn dadurch wurde der Focus völlig verschoben von der tatsächlichen Situation und der Leistung der neuen sportlichen Leitung und des Teams. Die von Schaaf kritisierten Fans tun so, als hätten wir in den letzten Jahren Champions League gespielt.
Vielleicht aber brauchen sie diese Plattform auch nur, um sich für andere Dinge zu entschädigen und sind an dieser Auseinandersetzung im Grunde gar nicht interessiert.
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Schimmelreiter am 07.03.2019, 17:07
Das Ziel EL kam meines Wissens nicht aus dem Kreise der Fans, sondern wurde von der sportlichen Leitung in die Öffentlichkeit posaunt. Dann muss man sich nicht wundern, wenn einem genau diese Aussage um die Ohren fliegt. Hätte man nach den trostlosen vergangenen Jahren, die einem Ritt auf der Rasierklinge glichen (woran TS übrigens auch maßgeblichen Anteil hatte), das Ziel Konsolidierung im gesicherten Mittelfeld ausgegeben, wäre alles gut. Niemand würde „meckern“. Wenn man aber die Trauben hoch hängt, muss man sich nicht wundern wenn die Fans murren, zumal die Leistungen nicht unbedingt zur Annahme verleiten, dass eben diese Trauben auch erreicht werden.
Wir hoffen also mal wieder zum x-ten mal auf das kommende Spiel. Die Truppe ist gefordert zu liefern. Aber Leistung und keine Ausreden. Dann wird der Fan sich auch nicht erdreisten zu murren.
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WERDER2016 am 07.03.2019, 17:47
Gemeckert wird doch weniger über die vergleichbar entspannte Situation von Werder, die in der Tat noch Möglichkeiten nach oben offen lässt, sondern über die bescheidenen Leistungen in den letzten 3 Spielen und auch gegen Nürnberg. Wären diese besser gewesen, gäbe es Hoffnung auf weitere gute Spiele mit der Wahrscheinlichkeit von Punkten. Bleibt es bei den verhaltenen mit wenig Mut besetzten Auftritten spricht nur sehr wenig für eine Siegesserie, die es aber braucht für höhere Ziele.
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Netzorath am 08.03.2019, 12:15
@WERDER2016
Sie schätzen die Wolfsburger Leistung völlig falsch ein. Gegen die von Labbadia zu einer hervorragend pressenden Mannschaft umfunktionierten Wolfsburger kann man nicht so spielen, wie es die Fans gern hätten. Gladbach hat eine Woche zuvor die Erfahrung gemacht. Gegen solch eine Mannschaft kann man kein schönes Spiel aufziehen, wie Sie es sich wünschen. Wer da genau hinschaut, kann das eigentlich nicht übersehen.
Dort einen Punkt zu holen war alles andere als selbstverständlich und eine anerkennenswerte Leistung. Die andern verstehen schon mal auch was davon. Schöner Fußball war dort nicht möglich. Zu einer sachgerechten Würdigung der Leistung der eigenen Mannschaft gehört immer eine Einschätzung derjenigen des Gegners dazu, die sich in diesem Fall besonders im Spiel gegen den Ball hervortat. Hinzu kam der völlige Ausfall zweier Offensivspieler, von denen einer völlig zugedeckt und der andere jeden Ball verlor. Das hat mit Mut nichts zu tun, sondern mit einem immer noch dürftigen Kader.

Schade, dass Sie sich da von den allermeisten hier nicht unterscheiden.
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Greenkeeper am 08.03.2019, 08:09
Mich wundert der Artikel von Schaaf und seine Aussagen nicht, aber ich kann ihm nicht recht geben. Das Wesen der Fußballbundesliga ist nun mal, dass es eine Tretmühle ist, in der es immer weiter geht, nichts statisch ist und die Erfolge von gestern schon morgen nix mehr zählen, wenn heute schlecht gespielt und nicht gepunktet wird.

Wer die Mannschaft bis kurz vor Schluss der Hinrunde gesehen hatte, weiß zu was sie imstande ist. Und wenn man diese Leistung dann nicht bestätigen kann und selber dafür sorgt, dass auch das Selbstbewußtsein teils verloren geht, dann ist man selber schuld und dann ist es richtig, wenn die Fans genau das kritisieren.

Dazu kommt leider immer noch eine zu große Anzahl von Spielen, bei denen ich den Eindruck hatte, dass sie vor Allem vom Trainer taktisch verzockt waren. Das Spiel in Wolfsburg war so eins, die Grundausrichtung mit dem Aufdoppeln der Außen war zwar richtig, aber es war zu extrem, denn man brachte selbst nix zuwege. Die Änderung nach dem 1:0 sorgte für ein innerhalb von einer Minute total gedrehtes Spiel und das zeigte, welches Potenzial man eine Stunde lang verschenkt hatte. In Stuttgart war es umgekehrt, da hätte man nach dem glücklichen 1:1 in Unterzahl mehr auf Stabilität achten und Nadelstiche setzen müssen, anstatt einem damals verunsicherten Gegner Räume ohne Ende zu geben. Sprich: Obwohl wir einen tollen Trainer haben, trifft dieser einfach noch zu oft die falschen Entscheidungen. Anstelle in der Presse seinen Mund aufzureißen und die berechtigte Entäuschung der Fans zu kritisieren, sollte der sportliche Berater Schaaf lieber seinen Job tun und den hervorragenden, aber noch zu unerfahrenen Trainer etwas besser beraten.
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Netzorath am 08.03.2019, 12:08
„Anstelle in der Presse seinen Mund aufzureißen und die berechtigte Entäuschung der Fans zu kritisieren, sollte der sportliche Berater Schaaf lieber seinen Job tun und den hervorragenden, aber noch zu unerfahrenen Trainer etwas besser beraten.“

Falsch, genau anders rum ist es richtig. Seine Beratung soll er mal lassen. Zu deutlich hat er gezeigt, dass er fußballerisch nicht mehr auf der Höhe ist. Unser „toller Trainer“, wie Sie schreiben, braucht keine Beratung von ihm. In der Analyse der letzten Spiele machen Sie es sich viel zu einfach. Raute gegen Stuttgart war falsch, das ist das Einzige, wo ich Ihnen zustimme. Aber davon hätte Schaaf den tollen Trainer wohl als Allerletzter abgebracht.
Aber dass TS seine immer noch vorhandene Autorität bei den Fans einsetzt, um eine möglicher Weise aufkommende Unruhe zu verhindern, die kein Verein gebrauchen kann, ist sehr zu begrüßen. Erst recht natürlich, dass er, den Unkenrufen mancher zum Trotz, sich diese in meinen Augen geradezu blödsinnige Unruhe nicht zunutze zu machen versucht, um sich selbst noch einmal in den Vordergrund zu spielen. Ein Intrigant ist er nun einmal nicht.

Nein, ich muss Ihnen heftig widersprechen. Zum ersten Mal sehe ich einen Sinn in der Beschäftigung von Thomas Schaaf.
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