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Ballköniginnen
17.12.2018
Werder nach dem 0:1 in Leverkusen

Bitterer Abschluss

© imago


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Dieses Spiel war alles andere als ein positiver Abschluss des Fußballjahres. „Sehr enttäuschend, eine bittere Niederlage“, meinte Carmen Roth nach dem 0:1 (0:1) der Bundesliga-Fußballerinnen des SV Werder bei Bayer Leverkusen. Enttäuschend war das Spiel, weil Werder über weite Strecken die bessere Mannschaft war, zahlreiche Chancen besessen und den Gegner eigentlich gut im Griff gehabt hatte. Enttäuschend war deshalb auch, dass die Bremerinnen keinen Treffer erzielten. Und so richtig enttäuschend ist das Duell mit Bayer Leverkusen verlaufen, da es sehr negative Folgen in der Tabelle hat.

Erst in der vergangenen Woche war Werder dank eines 5:0-Erfolgs über das Erstligaschlusslicht aus Gladbach an den punktgleichen Rheinländerinnen (0:8 bei Bayern München) vorbeigezogen. Mit einem weiteren Sieg wollte sich das Team von Carmen Roth nun natürlich vom Konkurrenten absetzen. Mit dem Heimerfolg setzte sich allerdings der Gegner auf drei Punkte ab, und was dabei am schlimmsten ist: Bayer hat noch ein Spiel gegen den Punktelieferanten Gladbach zu absolvieren, Werder nicht.

„Realistische Chance auf den Klassenerhalt“

Wie die Bremerinnen, die sechs ihrer sieben Punkte gegen das Schlusslicht gewannen, den vermeintlichen Rückstand von sechs Zählern gegenüber Leverkusen dann noch aufholen wollen, bleibt ein Rätsel. Gleichwohl gab sich die Werder-Trainerin kämpferisch: „Das Spiel macht auch Mut. Was die Mannschaft gezeigt hat, lässt uns mit Zuversicht nach vorne blicken, denn wenn wir weiterhin so auftreten, haben wir die realistische Chance auf den Klassenerhalt.“

Es ist ja auch noch viel zu früh, das Rennen um den Erhalt der Liga aufzugeben. Insofern waren keine anderen Worte von Carmen Roth zu erwarten. Aber so ganz falsch lag sie auch gar nicht. Ihr Team lieferte trotz der Niederlage ein paar sehr gute Argumente. So dominierte der Gast die Partie, war zweikampfstärker und verlagerte das Geschehen ganz überwiegend in die Hälfte der weiblichen Werkself. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: Wir haben Leverkusen über die gesamte Spielzeit in der eigenen Hälfte gehalten“, kommentierte Carmen Roth die 90
Minuten.

Gerade zweimal tauchte Gastgeber Leverkusen gefährlich vor dem Bremer Tor auf – das reichte allerdings auch zum entscheidenden Treffer. Als Louise Ringsing von der linken Seite zurücklegte, war Ivana Rudelic nämlich zur Stelle gewesen und hatte den Ball aus rund 15 Metern unhaltbar für Anneke Borbe ins Netz befördert. Die Bremer Abwehr sah nicht wirklich gut aus in dieser Szene. Andererseits wissen sie bei Werder natürlich, dass man in einem Auswärtsspiel schon mal ein Tor kassieren kann. Das kommt einfach mal vor.

Ein Problem: Die Chancenverwertung

Was nicht vorkommen darf: Zahlreiche eigene Chance zu besitzen und kein Tor zu erzielen. Carmen Roth drückte es mit viel Nachsicht aus: „Wir konnten uns für die Leistung und den Aufwand nicht belohnen.“ Neutraler formuliert ließ sich festhalten: Werder trat vor dem gegnerischen Tor einmal mehr nicht Bundesliga-reif an. Bereits vor dem Wechsel waren Selina Cerci (20., Kopfball) und Lina Hausicke (27., Volleyschuss) mit guten Möglichkeiten gescheitert. Im zweiten Durchgang ließen Alicia Kersten (48., 54.), Hausicke (60., 72.) und Cerci (81.) weitere Chancen ungenutzt.

Dabei war sicher auch Pech im Spiel. Wäre das Team in der Offensive ähnlich konzentriert angetreten wie beim 5:0 zuvor über die Gladbacherinnen, dann wären die drei Punkte sicherlich nach Bremen gegangen. Doch wie das so ist, wenn es mal nicht läuft: In der 70. Minute wurde Werder bei einem Handspiel von Merle Barth auch noch um einen Strafstoß gebracht. „Da hätten wir aus meiner Sicht einen Elfmeter bekommen können“, sagte Carmen Roth.

Die Trainerin wird ihre Mannschaft nun aufrichten müssen, und vielleicht finden die Bremerinnen in der Winterpause ja auch eine Verstärkung für den bislang doch nur mäßig erfolgreichen Angriff.

Zeit genug ist jedenfalls vorhanden. Die 1. Bundesliga nimmt erst am 17. Februar 2019 den Spielbetrieb wieder auf. Dann steht Werder vor einem Heimspiel gegen den MSV Duisburg, jener Mannschaft, die nun nur noch einen Punkt vor Bayer Leverkusen liegt. Auf das Kellerduell zum Abschluss folgt also ein Kellerduell im neuen Jahr.

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