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Rasenreport
17.04.2019
Eilts' Erlebnisse

„Bayern-Spiele waren für mich ein extremer Ansporn“

© imago images


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Innerhalb von fünf Tagen stehen zwei Begegnungen mit dem FC Bayern auf dem Programm. Erst kommt es Sonnabend in München zum Duell in der Bundesliga, am Mittwoch folgt im Weserstadion das Halbfinale des DFB-Pokals. Die Duelle mit Bayern gehören zu den absoluten Höhepunkten der Saison – und Siege gegen Bayern sind immer etwas ganz Besonderes.

Als Spieler waren diese Begegnungen für mich immer ein extremer Ansporn: Wir wollten sie unbedingt schlagen und waren zusätzlich motiviert. Neben dem Pokalsieg 1999 fallen mir spontan drei weitere Erfolge gegen die Bayern ein, die etwas Spezielles für mich waren.

Zum Beispiel unser Spiel im Olympiastadion in der Saison 1991/92. Die Münchner waren nicht so gut wie gewohnt in die Saison gestartet und mussten dann gegen uns eine schmerzliche 3:4 Heimniederlage einstecken. Nachdem wir schon 3:0 geführt hatten, kamen sie plötzlich noch einmal auf 2:3 heran. Der Anschlusstreffer zum 2:3 war besonders kurios: Der Ball klatschte vom Pfosten ins Gesicht Oliver Recks und von dort geradewegs ins Tor. Im Nachhinein sah es schon witzig aus, aber Oli traf bei diesem Gegentreffer überhaupt keine Schuld. Das Spiel wurde noch einmal eng, ehe Uli Borowka uns mit seinem Treffer zum 4:2 endgültig auf die Siegesstraße brachte.

Als Rehhagel zu den Bayern wechselte

Auch im Mai 1996 kam es im Weserstadion zum Duell mit den Bayern. Für uns Werderaner ein Spiel, das uns in besonderer Weise angestachelt hat. Unser langjähriger Trainer Otto Rehhagel war vor Beginn der Spielzeit zu den Bayern gewechselt - und genau vor unserem Spiel gegen die Münchner schon wieder beurlaubt worden. Franz Beckenbauer saß im ersten Spiel nach Rehhagels Entlassung auf der Trainerbank und das ausgerechnet im Bremer Weserstadion. Natürlich waren wir besonders motiviert den Bayern zu zeigen, dass sie mit der Entlassung Rehhagels einen Fehler gemacht hatten.

Vielleicht wollten wir zu viel, jedenfalls lagen wir ziemlich schnell mit 0:2 in Rückstand. Kurz vor der Halbzeit verkürzten wir auf 1:2. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es uns, das Spiel komplett zu drehen und mit 3:2 zu gewinnen. Das Stadion stand Kopf, die Fans feierten diesen Sieg wie einen Titelgewinn.

Nach dieser Saison fand die Europameisterschaft statt. In England gewann ich den Titel mit der deutschen Nationalmannschaft, das Turnier wurde zugleich ein unvergessliches Erlebnis. Durch meine Leistungen schaffte ich es ins All Star Team des Turniers, und auch in die Notizblöcke vieler Vereine.

Gerüchte um meinen Wechsel zu Bayern

Es kamen auch Gerüchte auf, dass der FC Bayern mich verpflichten will. Es war aber wohl nur der Wunsche Thomas Helmers, mit dem ich bei der EM in der Mannschaft stand. Helmer legte den Verantwortlichen in München angeblich nahe, mich in Bremen loszueisen und zu den Bayern zu holen. Es kam aber zu keinen Gesprächen und ich glaube auch nicht, dass es gepasst hätte. Ich mag zwar Weißwürste und Weißbier, die Berge sind auch sehr schön, aber Grünkohl ist doch meine Leibspeise und die Nordsee meine Heimat.

Im März 2001 gab es noch einmal einen grandiosen Sieg über die Bayern im Münchner Olympiastadion. Wir gewannen beim damaligen Tabellenführer mit 3:2. Das Siegtor fiel in der 88. Minuten durch die größte, noch aktive Legende der Werderaner: Claudio Pizarro erzielte, nachdem er schon den Elfmeter zum 1:0 verwandelte, den finalen Siegtreffer.

Es wäre schon cool, wenn es Claudio, gut 18 Jahre später, wieder gelingen würde, Werder mit seinen Toren zu zwei Siegen gegen die Bayern zu führen. Ich drücke der Mannschaft auf jeden Fall die Daumen und hoffe auf zwei erfolgreiche Werder Spiele.

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