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Rasenreport
18.03.2019
Friedls Glanzleistung gegen Leverkusen

Bayern-Gen statt Zu-den-Bayern-gehen

© imago


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Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis Marco Friedl in die Kabine konnte. Ein Interview nach dem anderen musste Werders Innenverteidiger nach dem Sieg in Leverkusen geben. „Können wir nicht nach dem Duschen sprechen?“, fragte er fast flehend, um hinterherzuschieben: „Ach komm, ich mach das noch eben.“ Ähnlich konsequent hatte er zuvor auch auf dem Platz agiert, von Nervosität oder Zurückhaltung keine Spur.

Viel war über Marco Friedl gesprochen und geschrieben worden. Auch wenn er nicht die Alleinschuld am 2:6-Debakel aus der Hinrunde gegen Leverkusen getragen hatte, war sein Name doch fest mit diesem missratenen Auftritt verbunden. Und so rechneten nicht wenige damit, dass der 21-Jährige nach dieser Vorgeschichte erneut patzen würde. Tat er aber nicht. Im Gegenteil. Friedl agierte unglaublich abgebrüht. Einen kleinen Wackler hatte es in Durchgang eins gegeben, ansonsten verteidigte er so, als würde er dies an jedem Wochenende in der Bundesliga tun. „Natürlich weiß ich, wie für mich das Hinspiel gelaufen ist. Dadurch, dass ich aber relativ früh wusste, dass ich von Anfang an spiele, habe ich mich voll auf das Spiel und meine Leistung konzentriert“, sagte Friedl. „Es tat auch unheimlich gut, einen erfahrenen Spieler wie Niklas Moisander neben sich zu haben. Gerade als junger Spieler ist es wichtig, dass du jemanden neben dir hast, der viel redet.“

Chance auf den Stammplatz

In der Tat hatte der Finne seine Rolle als Abwehrchef par excellence ausgeführt. Der 33-Jährige stellte in beeindruckender Manier unter Beweis, warum er im System Kohfeldt gesetzt ist. An ihm, das betonte der Trainer erneut, führe kein Weg vorbei. Eine derartige Ausgangssituation macht es für einen Spieler wie Marco Friedl nicht leichter. Als Linksfuß ist er ohnehin die Nummer zwei hinter Moisander, um die Position daneben streiten sich eigentlich Sebastian Langkamp und Milos Velj­kovic. „Natürlich gibt es einige Spieler bei uns, die gesetzt sind. Aber Marco hat eine sehr realistische Chance, sich hier in der nächsten Saison zum Stammspieler zu entwickeln“, betonte Kohfeldt.

Diese Worte waren Lob und Wunsch zugleich. Friedl ist nur bis zum Sommer ausgeliehen, danach könnte die Rückkehr zum FC Bayern München anstehen. Die Bremer machen keinen Hehl daraus, dass sie Friedl gern kaufen würden, eine Einigung steht aber noch aus. „Ich fühle mich hier wohl und die Mannschaft sowie das gesamte Drumherum gefallen mir sehr“, sagte Friedl. „Ich möchte zu einem Verein, bei dem ich so viel wie möglich spiele.“ Die Chancen darauf dürften an der Weser deutlich größer sein als an der Isar.

Natürlich selbstbewusst

Zuletzt hatte Friedl aber auch in Bremen kaum gespielt. Eine hohe Wertschätzung genießt er dennoch weiterhin. „Er hat mit seiner Geschwindigkeit und der Passqualität genau die Grundfähigkeiten, die wir brauchen“, sagte Florian Kohfeldt. „Ich möchte ihn unbedingt behalten – und das weiß er auch. Die Spielanteile werden sich stetig erhöhen, da bin ich mir sicher.“ Und dann ist da ja auch noch dieses Bayern-Gen, das Friedl mit in die Mannschaft trägt. „Das Selbstvertrauen ist ihm quasi naturgegeben – oder zumindest eingeimpft worden“, sagte Sportchef Frank Baumann. „Man darf nicht unterschätzen, dass das Teil der dortigen Ausbildung ist. Und deshalb hat es mich auch nicht überrascht, dass er jetzt selbstbewusst aufgetreten ist.“

Wahrscheinlich rückt Friedl nach der Länderspielpause trotzdem erst einmal wieder in die zweite Reihe. „Gerade in jungen Jahren ist es entscheidend, solche Leistungen konstant zu bringen“, sagte Kohfeldt. „Ich will da jetzt kein Wasser in den Wein kippen, aber das war jetzt ein Spiel.“ Es war allerdings eines, das Marco Friedl optimal genutzt hat.

Altobelli am 19.03.2019, 06:47
„Ich möchte ihn unbedingt behalten – und das weiß er auch. Die Spielanteile werden sich stetig erhöhen, da bin ich mir sicher.“


Er hat am Sonntag ein richtig gutes Spiel gemacht, obwohl er lange Zeit keine Einsätze hatte. Gerade auch nach seinem unglücklichen Auftritt im Heimspiel gegen die Werkself, bei der allerdings auch die gesamte Mannschaft nicht gut verteidigt hatte, stand er ja am Sonntag vor dem Spiel etwas mehr im Mittelpunkt.
Deshalb war es für ihn enorm wichtig gut in die Partie zu kommen, die Pässe an den Mann zu bringen und gut in die Zweikämpfe zu kommen um Sicherheit und Selbstvertrauen zu tanken.
Ich denke das es ihm dabei gut getan hat, an der Seite von Moisander zu spielen. Moisander war im Hinspiel gegen Leverkusen nicht mit dabei. An so einem erfahrenen und guten Spieler kann Friedl weiter wachsen und viel lernen.

Ähnlich wie bei Rashica wird es auch bei Friedl immer wieder mal Ausschläge nach unten geben, was bei jungen und talentierten Spielern völlig normal ist. Kohfeldt schenkt den Jungs aber immer wieder das Vertrauen und die werden es auf Dauer mit konstant guten Leistungen zurückzahlen!
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