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Rasenreport
07.05.2019
Werder will sein Juwel selbst schleifen

Baumann: Keine Leihe bei Sargent

© nordphoto


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Es gibt Momente, in denen man Josh Sargent die Anstrengung ansieht. Auch im Training. Wenn der Ball wie eine Flipperkugel zwischen den Werder-Profis hin- und herfliegt, mit schnellen Pässen und wenigen Kontakten, wenn die Räume rasant überbrückt werden – dann merkt Sargent, dass er auf diesem Niveau keine Sekunde nachlassen darf. Derart intensive Trainingseinheiten neben dem Weserstadion sind für den jungen US-Amerikaner so wertvoll wie echte Bundesliga-Minuten. Mit dem Vorteil, dass er hier noch gezielter gecoacht werden kann. Immer wieder geht Florian Kohfeldt auf den 19-Jährigen zu und spricht ihn noch während der Übungen direkt auf Englisch an, zeigt ihm die besseren Laufwege oder vermittelt ihm ein Gefühl für Räume. Sargent saugt das alles auf wie ein Schwamm. Und wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Dass er auch in der Bundesliga so ins Schwitzen kam, ist schon eine Weile her. Ein einziger Startelfeinsatz ist in der Rückrunde für ihn notiert, am 23. Spieltag beim 1:1 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Bei diesem insgesamt schwachen Bremer Auftritt konnte sich Sargent kaum in Szene setzen. Danach folgte nur noch eine Einwechslung in der 83. Minute beim 3:1-Sieg daheim gegen Mainz am 27. Spieltag.

Im April fehlte Sargent sogar zeitweise ganz im Kader. Es war die Zeit, als Kohfeldt seinem talentierten Offensivspieler zwei Tage trainingsfrei gab, um den Kopf frei zu bekommen. Auf den jungen Sargent seien in den Monaten zuvor „sehr viele Dinge eingeprasselt“, begründete der Trainer diese Maßnahme, „wir hatten das Gefühl, dass Josh ein bisschen das ganz Unbekümmerte und Freche verloren hat.“ Dem Debüt in der US-Nationalmannschaft, für die Sargent inzwischen sechs Partien absolvierte, folgten im Herbst die ersten Bundesliga-Minuten und die ersten Tore für Werders Profis, gegen Düsseldorf und in Leipzig. Den zwischenzeitlichen Hype um den Shootingstar befeuerten regelmäßige Einsätze: Nach dem Debüt gegen die Fortuna gewährte ihm Kohfeldt in acht von neun möglichen Bundesligaspielen Einsatzminuten. Bis sich in der Rückrunde ein Leistungsloch auftat, dass Sargent zeitweise verschluckte. Zuvor hatte er seinen Vertrag bei Werder langfristig verlängert, „dankbar für das Vertrauen des Vereins in meine Person“, wie er sagte, und voller Vorfreude „auf die kommenden Jahre“. Sein Bekenntnis zu Bremen, nach schönen Jahren zuvor im Sonnenstaat Florida: „Ich fühle mich vom ersten Tag an wie zu Hause.“

Keine Leihe geplant

Die sportlichen Zahlen lesen sich inzwischen ernüchternd. 213 Bundesliga-Minuten durfte Sargent insgesamt schnuppern, bei Werders großartigen Pokalspielen wirkte er keine Sekunde mit. Seine zwölf Einsätze für die U23 in der Regionalliga bringen zwar Spielpraxis, aber nicht auf dem notwendigen Niveau. Auf den ersten Blick könnte es deshalb Sinn machen, Sargent für eine Saison zu verleihen, damit er sich durch regelmäßige Spiele schneller entwickelt. Doch Werder plant anders. „Eine Leihe steht bei Sargent überhaupt nicht zur Diskussion“, erklärt Sportchef Frank Baumann im Gespräch mit Mein Werder und verweist auf einen klaren Plan, den der Verein bei diesem Talent immer verfolgt habe. 

Die vielen Kurzeinsätze bei den Profis wurden dabei insofern zum Problem für Sargent, weil sich die Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit veränderte. „Josh hat den Plan bereits vor der Winterpause übererfüllt, als er schon regelmäßige Einsätze hatte“, sagt Baumann. Im Verein selbst änderte sich die Erwartungshaltung dadurch nicht. Das Ziel bleibt, Sargent Schritt für Schritt zu einem guten Bundesligaspieler zu entwickeln – und zwar selbst, weil es unter den Ligakonkurrenten ohnehin schwer werden dürfte, einen Klub zu finden, der dieses Sturmjuwel durch mindestens 30 Einsätze pro Saison auf Leihbasis für Werder schleift. Deshalb skizziert Baumann den nächsten Teil des Ausbildungsplanes so: „In der nächsten Saison kann, soll und wird Josh Sargent eine etwas größere Rolle spielen, das ist der nächste logische Schritt für ihn bei uns. Wir trauen ihm das im nächsten Jahr absolut zu, größere Spielanteile zu bekommen, wenn seine Leistung stimmt und seine Entwicklung weiter so vorangeht.“

Mehr Zweikampfhärte soll her

Und dabei geht es sicherlich um mehr, als nur in der Offensive Akzente zu setzen und vielleicht eine Chance zum Tor zu nutzen. Es geht, das zeigten seine bisherigen Einsätze, weiterhin auch um sein Verständnis für richtiges mannschaftstaktisches Verhalten sowie das Gespür für den richtigen Moment, eine Aktion zu starten. Natürlich auch um die schnelle und zuverlässige Rückwärtsbewegung und auch, das darf bei einem 19-Jährigen nicht verwundern, um die nötige Robustheit. Seine Quote von 38 Prozent gewonnener Zweikämpfe in der Bundesliga ist ausbaufähig, auch hier kann er sich ein Beispiel an Claudio Pizarro nehmen. Der 40-jährige Routinier kommt ebenfalls oft spät in eine Partie, ist aber sofort präsent und gewann trotz vergleichsweise geringer Dynamik in dieser Saison 46 Prozent seiner Zweikämpfe.

Natürlich sieht auch Baumann, wie Sargent sich im Training bemüht, den schnelleren und härteren europäischen Fußball nicht nur zu verstehen, sondern auch gewinnbringend umsetzen zu können. Deshalb ist sich der Sportchef sicher, dass die Bundesligaminuten alleine nicht entscheidend sein werden für Sargents weiteren Weg: „Auch durch das Training, durch unsere gesamte Spielweise wird sich Josh weiterentwickeln.“

nico426 am 07.05.2019, 18:26
Kohfeldt sollte ihn Jojo Eggestein vorziehen, der bringt in letzter Zeit ja gar nichts mehr.
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Bubba am 07.05.2019, 20:11
So ist das, wenn man seinen Vertrag erst mal verlaengert hat
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Room am 08.05.2019, 09:43
Ob er oder J. Eggestein ! Schon mal drüber nachgedacht, wie alt beide sind ? Bei beiden macht ja Werder wohl alles richtig, Florian Kohfeldt macht das was er für richtig hält ! Jeden Tag irgend welche „Wasserstans-Meldungen“ ! 🙄🙄
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Per am 08.05.2019, 01:48
Schon Sommerloch???
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