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19.02.2019
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B wie Banovic, Ivica

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Ivica Banovic‘ Zeit in Bremen wird immer unter einem der wohl peinlichsten Fehler der Klubgeschichte nachbehandelt werden. Banovic galt als Toptalent Kroatiens, halb Europa war angeblich hinter dem defensiven Mittelfeldspieler her, der bei NK Zagreb schon in jungen Jahren eine prägende Figur bei den Profis war. Umso erstaunter waren die Experten und wohl auch eine ganze Reihe konkurrierender Klubs, als Werder den Zuschlag bekam und für den heiß umworbenen Spieler „nur“ 3,7 Millionen D-Mark bezahlen musste.

Klaus Allofs und Thomas Schaaf freuten sich über das echte Schnäppchen - bis dann herauskam, dass der Spieler offensichtlich doch nicht ganz so kostengünstig sein sollte. Im Vertragswerk hatte Werder einen entscheidenden Passus übersehen. Dort war zwar in der Tat die Ablösesumme von 3,7 Millionen aufgeführt. In Klammern stand dahinter allerdings in Englisch ausgeschrieben: „German marks seven million five hundred thousand“ - zu deutsch: 7,5 Millionen Mark. Was den Kaufpreis für Banovic also quasi verdoppelte. Werder berief sich auf den Schreibfehler, hatte das Dokument allerdings auch unterzeichnet. Mehrere schriftliche Zeugenaussagen bestätigten die Vereinbarung über die Ablösesumme beim DFB und der FIFA, am Ende einigten sich Zagreb und Werder außergerichtlich.

Sportlich lief es abseits der Posse auch eher holprig für Banovic. Zwar bekam der erst 20-Jährige einige Einsätze, so richtig festspielen konnte er sich bei Schaaf aber nicht. Die beste Saison der Klubgeschichte mit dem Gewinn des Doubles 2004 erlebte Banovic dann schon nur noch als Tribünenhocker oder Spieler der zweiten Mannschaft. Nach vier Jahren und lediglich 64 Pflichtspielen verabschiedete sich der Spieler aus Bremen. Mit dem 1. FC Nürnberg holte Banovic später nochmal den DFB-Pokal, ehe er in Duisburg, Freiburg, Cottbus und Halle zwischen Bundesliga und dritter Liga pendelte. Banovic ist trotz seiner mittlerweile 38 Jahren immer noch aktiv: Seine Karriere lässt der Kroate derzeit bei der zweiten Mannschaft des SC Freiburg in der Regionalliga Südwest ausklingen.


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