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Rasenreport
28.01.2019
Maximilian Eggesteins rasante Entwicklung

Aus der 3. Liga zur Weltklasse

© nordphoto


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Ein bisschen Spaß muss sein. „Da hätte er auch abspielen können„, kommentierte Florian Kohfeldt in einem Fernseh-Interview den Treffer zum 1:0 gegen Frankfurt. Ja, vielleicht hätte Maximilian Eggestein den Ball abspielen können. Stattdessen verknotete er mit einem Dribbling drei Frankfurter Verteidigern die Beine, als wäre Messi am Ball und nicht Maxi. Der Satz des Trainers hatte natürlich einen ironischen Unterton. Ein anderer Satz dieses Interviews, ebenfalls auf Eggestein gemünzt, war genau so gemeint, wie er ausgesprochen worden war. Ob er, Kohfeldt, seinen Spieler nun einfangen müsse angesichts dieses außergewöhnlichen Treffers, wurde der Trainer gefragt. Nein, müsse er nicht, da „Maxi die tolle Eigenschaft hat, auf dem Boden zu bleiben“.

Keinen Spieler des Kaders kennt Kohfeldt so gut wie Maximilian Eggestein. Die Geschichte Eggesteins ist auch ein bisschen die Geschichte Kohfeldts. Beide haben sich im ersten Anlauf nicht in der Bundesliga etabliert. Kohfeldt musste als Co-Trainer unter Viktor Skripnik seinen Platz räumen, Eggestein wurde unter Alexander Nouri in die U23 zurückgestuft. Erst als Kohfeldt alleiniger Chef wurde, änderte sich Eggesteins Position: In jedem Pflichtspiel stand er seitdem in der Startelf. Es verwundert also nicht, dass der Trainer eine bedeutende Rolle bei der anstehenden Vertragsverlängerung Eggesteins spielt. „Für einen Spieler ist es sehr wichtig, sich beim Trainer gut aufgehoben zu fühlen„, sagt Frank Baumann. „Das ist ein Grund, warum wir zuversichtlich sind, dass Maxi den Weg mit Florian und Werder weitergehen möchte.“

Beide kennen sich seit Eggesteins erstem Tag in Bremen, seit Sommer 2011, als er zu Werders U17 wechselt. Eggestein ist 14, zieht ins Internat des Weserstadions. Kohfeldt ist damals Co-Trainer unter Viktor Skripnik. Später treffen sich beide in der U23 wieder, und schließlich bei den Profis. „Florian hat ihn schon in verschiedenen Mannschaften betreut, beide schätzen sich seit dem Beginn der Zusammenarbeit sehr„, beschreibt Baumann die Beziehung zwischen Trainer und Spieler gegenüber Mein Werder. „Das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden ist gut für uns.“

Was Eggestein so wertvoll macht

Kohfeldt hatte immer eine Art Karriereplan für Eggestein. Jetzt, wo die Rolle des Spielers für Werders Spiel immer bedeutender wird, gewinnt dieser Plan an Konturen. Zur Leistung Eggesteins befragt, sagte Kohfeldt nach dem 2:2 gegen Frankfurt: „Das war Weltklasse."

Eggesteins Entwicklung unter Kohfeldt lässt sich einigen Parametern festmachen, die für Werders Spiel besonders wichtig sind. Kohfeldt orientiert nicht nur die Grundordnung seiner Mannschaft am jeweiligen Gegner, sondern verlangt von einigen Spielern auch, bestimmte Positionen bekleiden zu können. Eggestein ist derzeit der Spieler im Bremer Spiel, der auf allen Mittelfeldpositionen in allen erdenklichen Grundordnungen spielen kann. Das macht ihn besonders wertvoll.

Gegen Frankfurt war er gegen den Ball auf der Doppel-Sechs mit Davy Klaassen unterwegs, im eigenen Ballbesitz besetzte er den Halbraum und stieß bis in den Strafraum vor. Vor allem aber macht sich außer Max Kruse niemand so gut anspielbar für seine Mitspieler, er hat ein sehr gutes Gefühl für Raum und Zeit. Eggestein besetzt seine Räume nur dann, wenn es Sinn ergibt und der Fortführung des Angriffs dient, und nicht zu früh oder spät. Dazu in der geeigneten Körperhaltung, die im besten Fall ins Spielfeld gedreht ist, also ein möglichst großes Sichtfeld bietet und den Spieler mit dem ersten Kontakt in Spielrichtung aufdrehen lässt. Eggestein hat sich in der Beziehung enorm gesteigert und ein sehr feines Gespür für den Raum entwickelt.

Meiste Ballaktionen, verändertes Laufverhalten

Das führt unter anderem dazu, dass Eggestein als zentraler Mittelfeldspieler die meisten Ballaktionen aller Bremer Spieler hat, wie in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt. Für gewöhnlich liegen in dieser Statistik die Innenverteidiger vorn, da sie häufig in den Spielaufbau eingebunden sind. Eggestein wird auch deshalb von den Mitspielern gesucht, weil er den Ball gut behaupten kann und sehr häufig die richtige Entscheidung trifft. Er verliert nur selten unnötig einen Ball, das Passspiel bleibt auch unter Druck sauber und selbst mit dem einen oder anderen Dribbling kann er sich mittlerweile befreien.

Das geht einher mit ein paar Veränderungen in seinem Laufverhalten. Eggestein spult nicht mehr so viele Kilometer ab wie noch vor einem Jahr, nimmt sich dafür ein paar Sprints und vor allem intensive Läufe mehr. Und Eggestein hat, für sein Alter ungewöhnlich, seine Endgeschwindigkeit gesteigert. Seine Maximalgeschwindigkeit liegt jetzt bei über 33 km/h, ein guter Wert. Und, was ihm auch in der Defensive zugutekommt, aus dem einstigen Bürschlein ist ein Modellathlet geworden. Beides, höhere Geschwindigkeit und größere Muskelmasse, sei darauf zurückzuführen, dass Eggestein ein Spätentwickler sei, sagen sie bei Werder. Und dass er mit enorm viel Fleiß und Ehrgeiz an seiner Karriere arbeite.

Kohfeldt lässt keinen Zweifel an seiner Zukunft bei Werder, obwohl es auch für ihn verlockende Angebote gab und vermutlich gibt. Das ist einer der wichtigste Gründe, weshalb Eggestein nach Informationen von Mein Werder demnächst seinen Vertrag in Bremen verlängern wird. Der Kontrakt wird eine Ausstiegsklausel beinhalten, ein Kompromiss, den Werder eingehen muss. Denn auch wenn Eggestein seine nahe Zukunft bei Werder sieht, irgendwann wird er seinen Weg woanders fortsetzen. Wie sein Trainer auch.

RosiB. am 28.01.2019, 20:38
Die letzten beiden Sätze sind schrecklich, die müssen weg!!
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Furioso am 28.01.2019, 22:06
Die letzten beiden Sätze sind wirklich unnötig, und wie die Klausel, wenn es sie denn gibt, genau aussieht und an welche Bedingungen sie geknüpft ist weiß auch keiner außer die Beteiligten genau
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Bubba am 28.01.2019, 22:09
WELTKLASSE??

Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen
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wolfgramm am 29.01.2019, 14:24
Das Wort "Weltklasse" zeigt wieder wie die Medien heute drauf sind.Kohfeldt nannte es bezüglich seines Tores gegen Frankfurt.Da lag er nicht daneben.Ansonsten ist das Wort im Zusammenhang mit Eggestein Unsinn.Aber ein Spieler wie Eggestein weiß zum Glück damit umzugehen.
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hashtag am 28.01.2019, 23:30
Kohfeldt wird noch sehr lange Trainer bei uns sein...
und Maxi wird eines Tages zurück kommen.
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Herzraute am 29.01.2019, 09:47
Wie Kruse und Harnik mit Anfang 30? ^^
Soll mir recht sein, wenn er dann noch gleiche Niveau hat wie Kruse.
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