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Rasenreport
25.02.2019
Kohfeldt zwischen Lob und Alltag

Auch der Bessermacher lernt noch

© nordphoto


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Es war wie so oft in den vergangenen Wochen, wenn über Florian Kohfeldt gesprochen wurde. Da wurde geschwärmt, Kompliment an Kompliment gereiht und eine große Zukunft prognostiziert. Werders Trainer, so war stets schnell klar, sei ein echter Glücksfall für den Verein. Ein Heilsbringer, der die Bremer zu alter Stärke führen könnte – ach was, es mit großer Sicherheit tun wird. Am späten Sonntagabend war es Frank Wormuth, der zur jüngsten Lobeshymne ansetzte. „Florian ist ein sehr guter Trainer“, sagte der ehemalige Cheftrainer-Ausbilder des DFB. „Mit seiner Art könnte er jeden Verein trainieren – selbst Bayern München.“

Als diese warmen Worte zu hören waren, saß Florian Kohfeldt in einem Hamburger Fernsehstudio. Der „Sportclub“ des NDR hatte geladen und ihm die Schmeicheleien serviert. „Ich war auch erschrocken“, sagte er verlegen lachend, als ihn der Moderator darauf ansprach. Zumal sich Kohfeldt noch von weiteren Superlativen erholen musste. „Florian ist einer von uns – von uns Menschen. Er ist nicht als Prinz geboren. Er ist einer aus der Mitte, der besondere Fähigkeiten hat – und die auch umsetzt“, sagte Wormuth.

Werders Trainer zeichnet sich nun nicht gerade dadurch aus, dass ihm eine übermäßige Selbstdarstellung wichtig ist. Eigene Eitelkeiten rangieren weit hinter den Bedürfnissen des Vereins und denen seiner Spieler. Und doch zeigt diese kleine Episode ganz gut, was um Florian Kohfeldt herum momentan passiert. Die Medien reißen sich um den Mann, der eloquent über den Fußball und das Leben spricht wie kaum ein Zweiter. Neben dem NDR stand er jüngst auch „Eurosport“ und dem Fachmagazin „11 Freunde“ ausführlich Rede und Antwort. Alle wollen wissen, was das für ein Typ ist, der Werder gerade wieder flott macht. Die Zeit seit seines Dienstantritts hat genügt, um Kohfeldt zu einem Meister seines Fachs aufsteigen zu lassen – dabei ist er bei aller Klasse quasi selbst noch ein Lehrling. Zumindest in der Bundesliga.

Probleme gegen tiefstehende Gegner

Das hat auch der vergangene Freitag gezeigt. Es ist im Nachgang des ernüchternden 1:1 gegen Stuttgart viel über den Entwicklungsprozess seiner Mannschaft geschrieben worden. Gefühlt mache man alles im Zeitraffer, sagte Kohfeldt, „und gefühlt müssen wir jede Woche eine Riesenentwicklung machen“. Wirklich realisierbar sei das nicht. Es ist eine Erkenntnis, die nicht nur für die Protagonisten auf dem Platz gilt. Hat das Team wiederholt Probleme gegen tiefstehende Gegner, so hat sie auch der Trainer. Die Lösung mag in der Theorie ausgereift sein, die praktische Umsetzung ist es noch zu selten. Egal, mit welchem Mittel.

Zuletzt probierte es Florian Kohfeldt mit Josh Sargent in der Startelf. In der Offensive sollte der US-Angreifer seine Qualitäten effektiv einbringen und ausspielen – so der Plan. Geklappt hat das bekanntlich nicht. War es also ein fataler Fehler, auf den 19-Jährigen zu setzen? Wer allein auf den kurzfristigen Erfolg schaut, findet genügend Fakten, um den Coach für seine missglückte Wahl zu kritisieren. Und da Werder vor allem Punkte bei der Verwirklichung des eigenen Saisonziels braucht, liegt der Verdacht nahe, dass dieses Remis gegen Stuttgart zu einem nicht geringen Prozentsatz auf die kohfeldt'sche Kappe geht. Er hat es schlichtweg nicht geschafft, seine Mannschaft gegen einen kriselnden Gegner zum Sieg zu coachen.

Andererseits dürfte die Hereinnahme von Josh Sargent mehr als nur ein Mittel zum Zweck gewesen sein. Im Vorfeld hatte Kohfeldt ausgiebig geschildert, wie er sich einst häufig mit Werders Nachwuchs-Chef Björn Schierenbeck austauschte. „Was löst das in der Gruppe aus, wenn ich einen Spieler vorziehe?“, sei eine der elementaren Fragen ihrer Diskussionen gewesen, erklärte der 36-Jährige gegenüber „Eurosport“. „Das fließt in die Entscheidung ein und formt eine Gruppe.“ Soll heißen: Florian Kohfeldt handelt nicht nur mit Blick auf das jeweilige Wochenende, sondern auch perspektivisch – im Optimalfall profitieren sowohl der Spieler als auch die gesamte Mannschaft davon. Dabei wird durchaus in Kauf genommen, dass der unmittelbare Erfolg ausbleibt. So sehr es auch im ersten Moment schmerzen mag. Da ist sie also wieder: Die Zeit, die eigentlich keiner hat, aber jeder so gern geben will.

Kohfeldt bei Bayern? „Momentan ausgeschlossen“ 

Sebastian Langkamp ist aktuell so etwas wie der Kronzeuge für dieses Handeln. Als nicht mehr ganz so junger Reservist ist er aufgrund individueller Fortschritte zur Stammkraft in der Innenverteidigung aufgestiegen. Doch es gibt auch ein Gegenbeispiel: Nuri Sahins Wert ist intern enorm, auf dem Platz aber funktioniert er noch nicht perfekt im Bremer System. Kohfeldt ist es bislang nicht gelungen, die spielerischen Stärken des Ex-Dortmunders vollends auszuschöpfen, um Werder weiter aufzuwerten. Auch deshalb verharrt seine Elf im tristen Tabellenmittelfeld.

Der vielschichtigen Tragweite seiner Entscheidungen ist sich Florian Kohfeldt bewusst, sie ist Kern des Alltagsgeschäfts. Ansonsten wäre er auch wahrlich falsch an seinem Arbeitsplatz. Dafür ist seine Position dann doch zu bedeutend. Aber sie ist eben keine Garantie für Unfehlbarkeit. „Es ist jeden Tag eine Prüfung, in die Kabine zu gehen, mit den Jungs zu arbeiten und sich selbst auch anzutreiben“, sagt er. „Ich bin nun auch seit über zehn Jahren Trainer, aber ich würde sagen, dass ich jeden Tag lerne. Mal bewusster, mal unbewusster.“

Ähnlich bescheiden geht Kohfeldt mit den Lobhudeleien von Frank Wormuth um. Gerade, wenn es um die Bayern geht. „Momentan ist das komplett ausgeschlossen. Das wäre eine Aufgabe, zu der ich mich auf jeden Fall noch nicht bereit fühlen würde“, sagte er. „Momentan bin ich in Bremen und habe auch vor, noch ein bisschen zu bleiben. Das ist mein Herzensverein durch und durch.“ Nach dieser Aussage dürften Kohfeldts Sympathiewerte noch einmal neue Höhen erreichen.

alanya_fuchs am 25.02.2019, 20:26
Die zunehmende Medienpräsenz hat auch Nouri die Bodenhaftung verlieren lassen. Mir bereitet das Sorgen, man muss nicht in jedes Mikrofon quatschen oder jede Frage beantworten.
Die wichtige Arbeit findet auf dem Trainingsplatz statt, das was zählt sind Ergebnisse.
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wolfgramm am 26.02.2019, 12:29
@alanya-fuchs-Ähnlichkeiten zwischen Nouri und Kohfeldt sehe ich nicht,die sind mir doch zu verschiedene Typen.Was zählt sind allerdings tatsächlich Ergebnisse.Und da weiß man nicht so genau,wie diese einzuordnen sind.Man hat mit dem Abstieg nichts zu tun.Gut.Aber Kohfeldt hat auch einen besseren Kader zur Verfügung.Ob da das beste mit rausgeholt wird,ist schwer zu sagen.Insgesamt fällt mein bisheriges Urteil über ihn positiv aus,Luft nach oben ist aber noch vorhanden.
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Netzorath am 26.02.2019, 12:52
Würde er einem Reporter dessen Frage nicht beantworten, würden Sie sagen, schau mal wie arrogant der schon ist, der redet nicht mehr mit jedem.
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WERDER2016 am 25.02.2019, 21:11
Die Ähnlichkeit mit AN ist mir auch schon aufgefallen, ich hoffe allerdings, dass FK diese Bodenhaftung nicht so schnell und so gravierend verliert.

Hinsichtlich der sportlichen Aspekte ist mir dieser Artikel viel zu positiv und geht mir nicht weit genug. Wenn es nur die Probleme gegen tiefstehende Gegner wären. Aus meiner Sicht kommen deutliche Tempodefizite, das verloren gegangene Umschaltspiel, eine nicht zu übersehende Passungenauigkeit, die Häufigkeit von viel zu leichten Gegentoren und die nach wie vor fehlende Effektivität vor dem gegnerischen Tor hinzu. Da wird es schwer, in einer Trainingswoche an mehreren Baustellen zu arbeiten, zumal die Scouts der Gegner nicht untätig sind. In der momentanen Verfassung kann man sich Werder gut zurechtlegen und Max Kruse, das Hirn der Mannschaft, wird notfalls eben auch bis zum Gang auf die Toilette verfolgt. Dass dann auch noch der schwache, desolate und taumelnde VfB Zählbares aus Bremen mitnimmt, macht das ganze um so bitterer. So befindet man sich derzeit eher in einer Sackgasse (ungeschlagen in der Rückrunde täuscht leider über die Realität hinweg), aus der man in möglichst absehbarer Zeit herauskommen sollte, und zwar mit ordentlichen Spielen u n d guten Ergebnissen. Eine gute Mannschaft aus WOB wäre hierzu ein erster Schritt auf dem Weg zur Besserung.
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wyntonrufer am 26.02.2019, 09:43
Sehr gute Kommentierung. Hinzuzufügen möchte ich, dass weniger auf eigene Stärken (siehe Spiele gegen den FCA, die Eintracht und beim BVB) gesetzt wird und damit auch eine gewisse Kontinuität entsteht, vielmehr laufend Wechsel in allen Bereichen stattfinden. Das wir das langsamste Team der Liga sind, ist zwischenzeitlich allen bekannt. Da hilft es wenig, wenn Klaassen und Maxi sich die Lunge aus dem Hals laufen, wenn in den entscheidenden Momenten das Tempo fehlt. Dies ist ein reales Problem, was weder durch Bargi oder Sahin (da sogar noch schlechter!) behoben werden kann. Wenn die IV dann auch keine Tempokönige sind..... hier muss im Sommer korrigiert werden. Ein Spieler wie Zuber zeigt der gesäumten Truppe die Hacken! Die beiden nächsten Spiele werden zeigen, was in dieser Saison noch geht...
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wolfgramm am 26.02.2019, 10:47
Man richtet sich zuviel nach dem jeweiligen Gegner und es wird in allen Mannschaftsteilen zuviel gewechselt,eine berechtigte Kritik von Ihnen,die ich auch schon mehrfach ansprach.Da man aber auch viele Besserungen zu den Jahren davor erlebt,ist es bei einigen usern hier verboten,Kritik zu üben.Also Vorsicht,irgendwann stehen Sie hier auch nur noch als Nörgler da.Die negativen Antworten nehme ich mal wieder in Kauf.Ähnlichkeiten mit Nouri sehe ich übrigens nicht,eher mit Schaaf.
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wyntonrufer am 26.02.2019, 11:19
Danke, Kontroverse ist ja gut. Die rein grün weiße Brille hilft am Ende nicht weiter. Da ich hier niemanden persönlich beleidige, alles easy! Ich sehe, genau wie Sie (möchte User lieber mit Du anreden, wir sind beim „Sport“ und teilen eine Leidenschaft) Parallelen zu TS. FK ist kein Selbstdarsteller und kein Egomane, ist aber jetzt laufend in allen möglichen Medien. Da wäre vielleicht etwas Zurückhaltung angesagt. Die jungen Trainer Tedesco, Nagelsmann und Fk neigen etwas zur „Pseudowissenschaft“ Fußball ist nicht so kompliziert und auch kein Schachspiel. Von allem etwas weniger, Konzentration auf das Wesentliche und wir sind auf dem richtigen Weg!
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Netzorath am 26.02.2019, 13:30
Nee, lieber wolfgramm, es ist überhaupt nicht verboten, das zu üben, was Sie Kritik nennen. Aber es ist auch nicht verboten,Ihre Kritik zu kritisieren und zu zerlegen, wenn sie substanzlos ist. Sie dürfen dann ja auch dagegen Stellung nehmen, wenn Sie können, so was nennt man übrigens Diskussion, aber dazu fällt Ihnen dann nämlich nichts und Sie jammern stattdessen, nichts darf man mehr sagen. Oder werden Sie hier ständig gelöscht und wir kriegen das nicht mit?
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am 26.02.2019, 18:01
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
ikebod am 27.02.2019, 10:50
"Die rein grün weisse brille hilft am ende nicht weiter" Newsflash: Auch ohne Brillen wird kein kommentar hier jemals irgendwem weiterhelfen.
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Netzorath am 27.02.2019, 10:53
Wenn ich etwas für substanzlos halte, sage ich das auch. Da kann dann ja jeder das Gegenteil sagen. Sie werden nicht erleben, dass ich mit Leuten wie seewater ernsthaft diskutiere. Ich stehe zu meiner Meinung, Gesetz ist die nicht im Geringsten. Bei Nouri z.B., den ich völlig überschätzt habe, habe ich ziemlich daneben gelegen.
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am 27.02.2019, 11:21
Der Kommentar wurde durch die Verfasserin / den Verfasser gelöscht. Sofern Antworten auf diesen Kommentar vorhanden waren, wurden diese ebenfalls entfernt.
Netzorath am 26.02.2019, 12:50
Gegen hinten drin stehende Mannschaften kann man kein Umschaltspiel kreieren, weil man keinen Platz hat. DAs war einmal möglich, als Gomez kurz vor der Halbzeit das 2:0 verpasst hat, und schon funktionierte das Umschaltspiel und es stand 1:1.
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chrijunge am 26.02.2019, 09:38
Die Medien verlieren gerade auf jeden Fall die Bodenhaftung. Wenn man die letzten Wochen die Berichte gelesen hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Werder in der Champions Leage spielt. Bitte mal aufwachen! Ich schätze FK ebenfalls, aber er liegt zu oft daneben mit seinen Entscheidungen. Ihn jetzt zu den Bayern zu schreiben, ist eher peinlich!
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Netzorath am 26.02.2019, 13:23
Ich lese zugegeben viel so im Sport, aber wo ist wann Werder mit der ChampionsLeague in Verbindung gebracht worden seit 2010? Wo ist Kohfeldt zu Bayern geschrieben worden?
Das ist ein ziemlicher Schmarrn, den Sie da behaupten.
Aber zugegeben, "Die Medien verlieren gerade auf jeden Fall die Bodenhaftung" hat was, nur halt nicht das, was Sie meinen.
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Papuschiin am 26.02.2019, 11:29
Dieses Getue um FK ist echt schwer zu ertragen...nur weil er und nun auf einmal auch die Medien ständig über ihre ach so tollen Taktiken 4 3 3 , 5 3 2, falsche neun, bla bla bla, reden, ist er der tollste Trainer.
Dieses hochwissentschaftliche Gerede dient nur der Selbstvermarktung. Fakt ist: 14 von 30 Punkten aus den letzten 10 Spielen, graues Mittelmass, obwohl der Kader echt mehr hergibt mit Kruse, Klassen, Dahin, etc.
Solche Spieler hat die direkte Konkurrenz nicht
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ikebod am 27.02.2019, 10:52
Solche Spieler hat die Konkurrenz nich? Keine Hallers, Jovics, Hazards, Dudas, Mehmedis...?
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Trooper am 26.02.2019, 12:59
Hm...Ich sehe das nicht so negativ, wie einige hier. Mittelmaß stimmt derzeit, das ist für mich aber Teil des Entwicklungs- und Lernprozesses, die der Verein gerade durchläuft. Wenn man bedenkt, wo man herkommt...und der Kader hat zwar deutlich mehr Qualität aber eben auch noch ein paar Lücken (6er, IV, MS), die erst die Zeit schliessen wird, weil viele Stammspieler noch jung sind (Vejlkovic, Eggestein, Sargent, Rashica, um nur ein paar zu nennen). Oder der Geldbeutel in der nächsten Transferperiode. Wichtig ist, die Entwicklung konstant zu halten. Bin gespannt ob das gelingt. Europa scheint noch nicht drin zu sein. Chancen: vielleicht 30:70, eher 20:80. Und das auch nur Dank dem Pokal...
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WERDER2016 am 26.02.2019, 21:18
Man darf auch nicht alles negativ sehen, dafür hat Werder in dieser Saison gute Ansätze gezeigt. Dennoch ist Kritik nach der Wintervorbereitung und den Spielen der Rückrunde gegen Nürnberg, Hertha und Stuttgart erlaubt. Da nützt aus meiner Sicht auch das Argument "wenn man bedenkt, wo man herkommt" nichts, das immer wieder zu hören ist und vor Demut nur so trieft. Wo kommt denn WOB her? 2 Jahre Relegationsmeister mit wenig überzeugenden Leistungen. Zum anderen muss man von dem wie Sie anführen deutlich besseren Kader beim Ziel EL eben doch erwarten, dass man gegen Nürnberg, 96 und den VfB die nötigen Punkte holt, egal wo man herkommt. Das gilt darüber hinaus auch für die Spiele gegen Mainz und Freiburg.
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Trooper am 27.02.2019, 14:00
Die Argumente sind natürlich vielschichtig und die nicht geholten Punkte gegen die Abstiegskandidaten fallen dem SVW sicher diese Saison auf die Füsse. Das tun sie immer, man kann verlorene Punkte nicht wieder reinholen. Aber das Gesamtbild stimmt mich eher positiv. Für mich überwiegt das Positive diese Saison.
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1-Werder am 26.02.2019, 13:02
Auch mir ist der Hype um F. Kohfeld zu viel des Guten. Ich bin eigentlich nicht jener, der sofort auf die Medien hetzt; an diesen Hype sind die verschiedensten Medien aber nicht ganz unschuldig. Das sicher geniale Spiel gegen DO wird als Masstab für Werder's Entwicklung genommen, M. Sommer wie andere Kommentatoren philosophieren die tollsten Szenarien am "Reissbrett" im Fernsehen. FK ist, so meine subjektive Meinung, ein guter Trainer für den derzeitigen SVW, hat aber noch den Nachweis zu erbringen, dass er zu Höherem berufen ist. Mir fehlt, zugegebenermassen von aussen betrachtet, auch die Autorität, die Distanz zu den Spielern. Es wird nach aussen nur Lobenswertes kommuniziert; kritische Untertöne sind bei FK nahezu verpönt. Die Kabinengespräche werden sicher einen anderen Charakter aufweisen. Es geht mir nicht darum, einzelne Spieler in der Öffentlichkeit zu verheizen, in den Gehaltskategorien sollten die Spieler hingegen auch Kritik-resistent sein. Ein J. Klopp, Pep Guardiola, Th. Tuchel, L. Favre, Nagelsmann wie die Oldies J. Heynckes und Hitzfeld vermitteln nicht den Eindruck, dass Sie sich mit einzelnen Spielern beraten (hätten), diese Kategorie Trainer steht über den Dingen, obwohl Sie Superstars unter sich zu einigen haben.
Zugegeben, der eine oder andere wird sich noch an meine Kommentare vor Monaten erinnern, ich hätte gerne Lucien Favre in Bremen gehabt. Für beide Seiten wäre das eine tolle Lösung gewesen. Den absoluten Stress hat auch LF in DO noch zu überstehen. Und jene, die jetzt antworten werden/würden, "träumen Sie weiter".... , um Grosses zu erreichen hat man Visionen nicht nur nachzuhängen sondern zu verwirklichen.
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wyntonrufer am 26.02.2019, 13:11
Interessanter Post. Danke dafür. Zu Favre möchte ich anmerken, dass dies vor 1,5 Jahren sicher eine tolle Lösung gewesen wäre. Dennoch ist er für mich als Konzepttrainer nur eine Lösung für 2-3 Jahre. Bislang ging es dann immer schief. Wir werden sehen, wie es beim BVB läuft. FK ist ein Trainer, der sich noch entwickeln kann und muss. Sollten die letzten Spiele wie in der Hinrunde laufen oder gar noch schlimmer, kommt die Nagelprobe ganz schnell. Ich hoffe, es gelingt ihm die vorhandenen Stärken der Mannschaft geschickt einzusetzen und entsprechende Punkte zu holen. Bei dem „Getue“ sind 46-50 Pflicht. Alles andere Bonus oder Enttäuschung...
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Netzorath am 26.02.2019, 13:14
Sehr guter Kommentar mit völlig zutreffender Wertung der Reaktion Kohfeldts auf die Lobhudeleien von Leuten, die wirklich was davon verstehen - man hätte Matthias Sammer oder Joachim Watzke und einige andere durchaus noch dazu nehmen können.
Kohfeldt kann locker über dem stehen, was hier der eine oder andere "Experte" über ihn so von sich gibt, und das wird er auch.
Wäre Kohfeldt nicht gekommen, würde unsere Mannschaft jetzt wie in all den letzten Jahren mit den Vieren unten in der Tabelle um den Klassenerhalt kämpfen mit Fußball Marke Skripnik oder Nouri in seinem zweiten Jahr, und alle würden schimpfen wie immer, ich auch. So wird jetzt halt gemeckert, weil man sich nur rund 15 Punkte verbessert hat und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat und wie Gladbach und viele andere Probleme mit Teams hat, die wieder mit solchem Respekt gegen Werder auflaufen, dass sie sich lieber alle nach hinten verziehen. Dass dies eine Folge der guten Leistungen ist, versteht halt nicht jeder, und dass man dagegen so schnell keine Mittel findet - wie Hunderte Spitzenmannschaften zuvor - natürlich erst recht nicht. Aber was soll es, wen muss das interessieren.

Werder sollte nicht wieder öffentlich seine hohen Ziele verraten. Dadurch wurde der Focus verschoben, womit man sich keinen Gefallen getan hat. Ich sehe nämlich einige Klubs in der Tabelle, die froh wären, wenn sie Werders Probleme hätten, darunter manche, die mit deutlich größerer Finanzkraft deutlich weniger erreichen.
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Sweetwater am 26.02.2019, 14:17
Was für ein fieser Hype um einen relativiert unerfahrenen Bundesliga-Emporkömmling. Platz 9 ist die Realität. Statt Werder endlich wieder in die CL zu führen, weilt man in klebrigen, nichtssagenden Tabellregionen, mit dem Stillstand als Freund.
Herr Kohfeldt ist nicht einmal in der Lage, gegen das Treibgut der Liga, nämlich Nürnberg bzw. Stuttgart, Lösungen zu finden die zum 3-Punkte Erfolg führen. Sobald Mannschaften tief stehen bzw. mauern, kennzeichnet Ratlosigkeit den Weg des Herrn Kohfeldt. Anscheinend sind diese Verhaltensweisen für den Trainer nicht vorgesehen bzw. unlösbar. Doch die Zeiten für die laufschwachen Bremer wird nun überproportional härter. Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, die z.T. Hochgeschwindigkeitsfußball spielen, stehen nun an. Da werden sich dann neue Defizite auftun. Alles viel zu schnell für Werder.
Kein überzeugendes Spiel in de Rückrunde, außer mit Abstrichen gegen Augsburg. Doch diese Saison wird wieder mal unter einen guten Stern stehen. Wahrscheinlich wird man nicht absteigen, doch auch wie immer nichts erreichen. Weiter wird der Weg in brotloser Kunst enden. Wieder viel Geschwafel um Taktik, die jedoch keinen Fortschritte in der Tabelle bringt und wieder Beruhigungspillen für die Anhänger auf die nächste Saison, die ebenso einfallslos wie erfolglos abgespielt wird wie die vorherige.
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alanya_fuchs am 26.02.2019, 15:42
Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, die z.T. Hochgeschwindigkeitsfußball spielen, stehen nun an. Da werden sich dann neue Defizite auftun. Alles viel zu schnell für Werder.

Mit dieser Prognose sind Sie doch schon beim Pokalsiel gegen Dortmund baden gegangen. Hatten Sie nicht eine vernichtende Niederlage prognostiziert? Ich bin schon etwas enttäuscht von Ihnen.

An einen Abstieg glaube ich auch nicht mehr. Nicht weil Hannover nicht in der Lage wäre eine 18 Punktedifferenz aufzuholen, sondern weil Werder das bessere Torverhältnis hat. Einzig daran wird Hannover scheitern. Glück für Werder, Amateurtrainer Kohfeldt und Anfänger Baumann.
Hoffen Sie also auf das nächste Jahr.
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Posaune am 26.02.2019, 20:16
Es wird etwas zuviel positiv geschrieben über Herrn Kohfeldt und das könnte schon negative Auswirkungen erzeugen. Ich persönlich sehe negative Auswirkungen, denn Herr Kohfeldt ist zwar ein hervorragender Theoretiker und rhetorisch stark. Er hat Werder auch besser gemacht aber nicht entscheidend. Wahrscheinlich werden wir nicht gegen den Abstieg spielen und unser Spiel sieht manchmal auch schon vielversprechend aus. Aber zählbare Erfolge würden anders aussehen.

In der Rückrunde haben wir schon viel zu viele Punkte gegen besiegbare Gegener verschenkt. Und entsprechend der Hinrunde kommen jetzt so langsam die besseren Gegner, gegen die wir schon in der Hinrunde nicht allzu viele Punkte geholt haben. Folglich wird Werder in der Tabelle an Boden verlieren und "Europa" ist real nur noch ein Hirngespinst.

Herr Kohfeldt hat durch seine Taktiken und Aufstellungen Mitschuld an den letzten Punktverlusten. Als negativ sehe ich z.B. sein Verhalten, Spieler, die einen gebrauchten Tag erwischen erst frühestens in der 60. Minute auszuwechseln. Das steht in keinem Lehrbuch. Es steht vielleicht im Handbuch für Personalführung. Da muß er sich langsam mal entscheiden, ob er versagende Leistung eine Stunde lang angucken will nur um den Spieler durch eine frühe Herausnahme nicht zu frustrieren. Seelenmassage kann er nach dem Spiel betreiben, im Spiel muß aber der Erfolg an erster Stelle stehenund keine persönliche Befindlichkeiten.

Herr Kohfeldt hält Sahin nach wie vor für einen geborenen Sechser. Nahin`s Leistungen auf dieser Position lassen aber Zweifel aufkommen.

Kohfeldt erzeugt kein konstantes Mannschaftsspiel, weil er zu viel durchmischt. Seine immer neue Varianten, die er als Antwort auf die Spielweise des Gegeners begründet, sind diskussionswürdig. Eine eingespielte und "blind" zusammen spielende Mannschaft kann jeden Gegner überrennen. Das haben wir in den Glanzjahren positiv erlebt.

Einige Foristen zuvor haben Ähnlichkeiten im Verhalten von Nouri und Kohfeldt ausgemacht. Wegwischen will ich diese These auch nicht.
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susanneundjens am 26.02.2019, 21:34
@Posaune..Das meiste sehe ich genauso wie Sie. Ich finde die Überschrift auch gut. Ja, er ist ein Bessermacher, siehe Jojo, Maxi, Rashica. Ja, und er lernt noch. Macht vieles richtig und manches falsch. Ich glaube aber, dass er selbst das ganz ähnlich sieht, weil er weiß, dass er noch dazulernt. Das ist für mich der große Unterschied zu Nouri, der es sicher auch gut mit Werder meinte, nur leider sehr von sich überzeugt war was zum Riesenfehler der Entlassung seines Co's geführt hat, der der beste Buddy der Führungsspieler Kruse und Bartels war. Die Auswirkungen dessen auf die Mannschaftsstruktur hat er nicht durchblickt. Da sehe ich Kohfeldt aber schon weiter.
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Michou am 26.02.2019, 21:39
Also ich habe mir einst nicht so viele Gedanken über Nouris Taktik gemacht, weil ich keine
gesehen habe, liegt vielleicht auch an meiner Inkompetenz, dass ich bei Ihm keine Handschrift
erkennen konnte, ...um es mal zu überzeichnen ...er war eher der Grüssaugust, für das was die
Mannschaft in der Kabine selbst ausbaldowert hatte ...die damalige Rückrunde war Beweis genug
dass die Mannschaft nicht wirklich viel weniger Qualität hatte, als der heutige Kader,...allerdings
weniger Perspektive. Kohfeldt hingegen scheint eine Spielidee und Philosophie zu haben,...
da sind Fehler auch nicht ausgeschlossen , die mache ich mit fortgeschrittenen 45 auch immer noch
, so nem Jungspund mag ich das nicht vorwerfen, zumal er es nicht beschönigt.
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