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20.12.2018
Spionage-Verdacht bei Werder

Angriff aus der Luft

© dpa


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Nicht immer läuft es so offensichtlich wie bei dem Mann, der im Auftrag des HSV ein als geheim deklariertes Bremer Training beobachten wollte. Im Schutz einer Hecke verfolgte er die Einheit auf Platz 11, wurde aber schnell entdeckt und zur Rede gestellt. „Als wir ihn dann be­fragt haben, sagte er, dass er Au­to­gram­me will", schilderte Florian Kohfeldt die gescheiterte Mission, ein nicht öffentliches Training öffentlich zu machen.

Jetzt gibt es den Verdacht, dass Werder das geheime Abschlusstraining Hoffenheims vergangenen Dienstag per Drohne beobachten haben soll. „Wir haben den Fall der Polizei übergeben, die hat die Ermittlungen eingeleitet„, wird Holger Kliem, Pressesprecher des Klubs, von „Bild“ zitiert. Aus einem Auto, 500 Meter vom Trainingsplatz entfernt, soll ein Mann die Drohne gesteuert haben. Die Polizei ermittelt, da eine Aufstiegserlaubnis der örtlichen Luftfahrtbehörde nötig ist. Und über Menschenmengen gilt bundesweit ein generelles Flugverbot für Drohnen.

Klares Dementi bleibt aus

Hat Werder die Drohnen-Spionage initiiert? „Wir werden das intern besprechen. Ich weiß nicht, ob es eine Drohne gab", sagt Frank Baumann vage, gibt jedoch zu, das Training beobachtet haben zu lassen. Kohfeldt betont, „dass in der Spielvorbereitung in keinster Weise Drohnen-Bilder verwendet wurden". Ein klares Dementi ist das nicht. Hoffenheims Julian Nagelsmann nimmt den Angriff aus der Luft locker: „Ich habe die Drohne beim Training wahrgenommen, aber es war natürlich keine Fahne dran. Mehr habe ich nicht gesehen."

Spionage beim Gegner gehört seit vielen Jahren zur Vorbereitung auf ein Spiel. Als „gang und gäbe„ bezeichnet Kohfeldt den Versuch, taktische Varianten oder Tricks bei Standards via Beobachtungen herauszubekommen. „Ich habe hier schon oft jemanden aus dem Stadion geholt“, sagt er.

Das Modell Guardiola

Auch Spionage per Drohne ist nicht neu. Pep Guardiola soll zu Zeiten als Bayern-Trainer grundsätzlich jeden Gegner vor einem Spiel per Drohne beobachten haben lassen. Vielleicht ein Grund, weshalb er im Ruf eines Genies steht. Nach einem schmeichelhaften Sieg gegen Ingolstadt klagte deren damaliger Trainer Ralph Hasenhüttl: „Wir haben uns im Training viel zurechtgelegt. Das war beim Gegner alles bekannt, obwohl wir unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert haben.“

Und dann gab es da im Januar einen Fall beim Training der Bayern, als Baumarbeiter per Kran aus größerer Höhe das Münchner Abschlusstraining per Fernglas verfolgten und mit dem Handy filmten. Bayerns nächster Gegner war - Hoffenheim...

Rautenjungen am 20.12.2018, 21:15
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