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Rasenreport
01.03.2019
Die Kader-Inventur: Mittelfeld und Sturm

Alles hängt an den Eigengewächsen

© nordphoto


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Es ist der Traum, der sich im Ausdruck „Werder-Weg“ wiederfindet: Mit Spielern aus der eigenen Jugend soll es nach oben gehen, die selbst geformten Talente sollen zu tragenden Säulen aufgebaut werden. Tatsächlich nehmen gleich mehrere Eigengewächse wichtige Rollen im Bremer Kader ein: Etwa Philipp Bargfrede, die Eggestein-Brüder oder die Jugendfreunde Max Kruse und Martin Harnik. Nur: Wie weit führt der Werder-Weg angesichts von Verletzungen und unklaren Vertragssituationen? Im zweiten Teil der Kader-Inventur nimmt Mein Werder Mittelfeldspieler und Stürmer unter die Lupe.

Defensives Mittelfeld:

Zehn von 23 Ligaspielen verpasste Philipp Bargfrede in dieser Saison bislang gesperrt oder verletzt. Bei aller Qualität, die der 29-Jährige mitbringt: Verlässlichkeit sieht anders aus. Nuri Sahin, die 1B-Lösung auf der Sechser-Position, zeigte sich mit gerade mit der Übernahme von Bargfredes anspruchsvollen Defensivaufgaben mitunter noch überfordert: Gerade seine enormen Tempo-Defizite machen dem 30-jährigen Strategen zu schaffen. Im defensiven Mittelfeld täte Werder gut daran, einen Generationenwechsel einzuleiten und einen Spielertypen hinzuzunehmen, der dazu in der Lage ist, im Rückwärtsgang weiträumiger und griffiger zu verteidigen als Sahin.

Fazit: Im defensiven Zentrum bleibt Werder fragil – und abhängig von Philipp Bargfrede. Ein jüngerer, entwicklungsfähiger Stabilisator als Alternative könnte zur neuen Saison Gold wert sein.

Zentrales Mittelfeld:

Im zentralen Mittelfeld kann Werder sich nicht beklagen: Davy Klaassen und Maximilian Eggestein gehören nicht nur zu den Top Sechs der laufstärksten Spieler der Liga, sie sind auch mit sieben (Klaassen) respektive sechs (Eggestein) Torbeteiligungen wichtig für das Bremer Angriffsspiel. Dahinter steht mit Kevin Möhwald eine bislang überzeugende Alternative bereit, und auch Nachwuchshoffnung Manuel Mbom durfte sich zuletzt gegen den VfB Stuttgart über seine erste Kadernominierung freuen.

Fazit: Das Herzstück des Bremer Spiels. Sollte nun auch noch Eggestein seinen Vertrag verlängern, könnte Werder absolut sorglos in die Zukunft blicken.

Offensives Mittelfeld:

Seit Werder häufiger mit einer Raute spielt, lässt sich auch von einem offensiven Mittelfeld sprechen. Dort zieht Topscorer Max Kruse die Fäden. Sollte Werders Kapitän seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern, haben die Bremer Kaderplaner jedoch ein Problem: Die aktuelle Spielidee von Florian Kohfeldt hängt stark mit dem Spieler Kruse zusammen. Dahinter steht Offensiv-Allrounder Yuya Osako bereit: Ein starker Kombinationsspieler mit einem Gespür dafür, die richtigen Räume zu besetzen, aber eben kein echter Spielmacher. Anders sieht das bei Niklas Schmidt aus: Der 20 Jahre alte Kreativspieler überzeugt in der dritten Liga bei Leih-Klub Wehen Wiesbaden und ist zweifellos ein Top-Talent. Allerdings zeigte Schmidt in der Vergangenheit Defizite in Sachen Professionalität und Defensivverhalten. Im Sommer droht der Verkauf des Youngsters. Angesichts von Schmidts Potential wäre Werder aber gut beraten, sich zumindest einen Rückkaufklausel zu sichern.

Fazit: Alles hängt an Kruse: Verlängert der Kapitän, kann Werder auf dem bisherigen Spielstil aufbauen. Geschieht dies nicht, muss Florian Kohfeldt umdenken – und aus dem geplanten kleinen Umbruch könnte ein größerer werden.

Im Sturm ist das Gedränge groß

Milot Rashica entwickelt sich stetig weiter. Mit seinem Tempo kann der Angreifer künftig zum Unterschiedsspieler werden. Daneben könnte Martin Harnik für Torgefahr sorgen, allerdings stoppten den 31-Jährigen in dieser Saison recht häufig Verletzungen oder die eigene Chancenverwertung. Doch auch Johannes Eggestein und Josh Sargent, dessen Statusgewinn zuletzt auch Ausdruck in Form einer Vertragsverlängerung zu besseren Bezügen fand, drängen in die Startelf. Dahinter stehen zwei Optionen mit Fragezeichen zur Verfügung: Fin Bartels möchte nach seinem Achillessehnenriss wieder angreifen, Claudio Pizarro scheint auch mit 40 Jahren des Fußballs noch nicht müde. Beide sollten zunächst jedoch eher als Bonusspieler eingeplant werden.

Fazit: Im Sturm fehlt es an etablierten Optionen, die Torgefahr, mitunter auch Zielspielerqualitäten und Tempo mitbringen. Aber: Da Werder mit Eggestein (so dieser denn verlängert), Sargent und Rashica genügend Rohdiamanten im Kader hat, dürfte man in diesem Mannschaftsteil darauf vertrauen, die eigenen Spieler weiterzuentwickeln.

Zum ersten Teil der Kader-Inventur geht es hier.

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