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Rasenreport
10.01.2019
Filbry wehrt sich gegen Trainingslager-Kritik

Alles andere als ein Reinfall

© nordphoto


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Es hatte zuletzt ordentlich Kritik gehagelt. Werders Trainingslager in Südafrika war in den Medien nicht allzu gut weggekommen, mitunter wurde die Reise sogar schon als Flop betitelt. Das schmeckte dem Verein natürlich gar nicht. Und deshalb trat am Donnerstag Geschäftsführer Klaus Filbry vor die Mikrofone der Journalisten, um noch einmal ausführlich die Beweggründe des Aufenthalts zu erläutern. Damit am Ende auch ja kein falsches Wort in den Zeitungen landen würde, bat der Klub darum, alle verwendeten Zitate autorisieren zu lassen. Ein Vorgang, der unüblich ist und zeigt, wie sensibel das Thema für Werder inzwischen ist.

„Ich habe mich über die Berichterstattung der letzten Tage gewundert, weil ich dabei das Gefühl hatte, hier läuft komplett alles schief. Das ist nicht der Fall“, sagte Filbry, der zudem darauf verwies, dass Chef-Coach Florian Kohfeldt kurz zuvor erklärt hatte, dass es ein gutes Trainingslager gewesen sei. Soll heißen: Der sportliche Wert ist keinesfalls zu kurz gekommen – unabhängig davon, ob nun das erste Testspiel wegen eines Gewitters abgebrochen und der Trainingsplatz obendrein witterungsbedingt in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Allerdings ging es bei der Kritik an der Südafrika-Tour auch stets um einen anderen Aspekt: Werder sollte und wollte vor Ort Werbung für den deutschen Fußball machen. Auf Wunsch der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die das Projekt mit einem Betrag in Höhe von 300.000 Euro bezuschusste. „Es wurde geschrieben, dass wir im Auftrag der DFL hier waren. Das ist nicht richtig“, betonte Filbry. „Wir haben bei Werder alle gemeinsam entschieden, in dieses Trainingslager zu fahren.“ Und dafür habe es gute Gründe gegeben: „Wir haben uns dafür entschieden, weil hier nur eine Stunde Zeitunterschied ist und es zwischen Hotel und Platz eine enge Anbindung gibt. Wettertechnisch sind ein paar Sachen nicht so gut gelaufen, aber da hatten wir auch vorgesorgt“, sagte Filbry.

All das hätte man aber bekanntlich auch wie im Vorjahr in Spanien bekommen können. Oder in Portugal. Eben dort, wo viele andere Bundesligisten sich aktuell aufhalten. Ganz ohne wirtschaftlichen Hintergedanken lief der Trip auf die Südhalbkugel aber eben doch nicht ab. „Wir sind hier aber auch hingeflogen, weil die Internationalisierungsbemühungen der Liga für uns wichtig sind“, sagte der Werder-Boss.

Doch wie genau können die Norddeutschen da helfen? Der Vorwurf: Mitbekommen habe den Aufenthalt in Johannesburg im Grunde niemand. Einheimische Fans tauchten kaum am Trainingsgelände auf, die Testspiele dürfen aus rechtlichen Gründen nicht einmal im Fernsehen übertragen werden. Das nämlich lässt der TV-Vertrag des südafrikanischen Verbandes nicht zu. Da ist Reklame für die eigenen Interessen schwierig. Klaus Filbry sieht das anders. "Wir haben hier zehn Tage lang verschiedenste Content-Maßnahmen durchgeführt“, sagte er. „Marco Bode (Werders Aufsichtsrats-Vorsitzender, Anm. d. Red.) war zum Beispiel in der größten südafrikanischen Sport-Show, in der größten südafrikanischen Radio-Show.“ Sieben Millionen Menschen sollen so allein erreicht worden sein.

Ein mühsamer Weg

Es sind kleine Fußspuren, die in Südafrika hinterlassen wurden, aber es sind Spuren. „Wir sind in einem Wettbewerb mit der englischen Premier League, der spanischen La Liga und der italienischen Serie A, und es geht darum, in diesen Zielmärkten auch eine Präsenz zu zeigen und Inhalte für die Medienpartner zu produzieren, mit denen sie dann arbeiten können“, sagte Filbry. „Idealerweise sind das natürlich Spiele, aber es war im Vorherein klar, dass das nicht geht. Aber wir haben viele andere Sachen gemacht, um das Thema Bundesliga hier weiter voranzutreiben.“

Bei Werder sind sie sich bewusst, dass der gesamte Weg ein mühsamer ist. Es soll aber einer sein, der sich lohnt. „Wenn sich die Vereine und die Liga diesen Herausforderungen nicht stellen, dann haben wir auf der internationalen Seite auch weniger Erlösquellen, von denen wir auch wieder alle partizipieren. Deswegen ist eben auch ein Teil der Verantwortung, sich hier als Verein für diese Belange auch einzusetzen“, sagte Klaus Filbry. „Wir sind alle gerne dabei, wenn das Fernsehgeld ausgeschüttet wird, aber dann haben wir vorher auch einen gewissen Beitrag dazu zu leisten. Und das haben wir hier gemacht.“

klarerBlick am 11.01.2019, 09:49
Man kann das Trainingslager wohl tatsächlich nur als Flop bezeichnen.

Es wurde noch nicht einmal ein Testspiel ausgetragen
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Netzaroth am 11.01.2019, 10:21
Wie Herr Filbry selbst sagt, Werder ist auf Geheiß der DFL aus Marketinggründen nach Südafrika gereist (anderen Vereinen war das ob der Regenzeit dort wohl zu unsicher). Die DFL hat die Reise sogar mitfinanziert (vielleicht ja als Entschädigung für die permanente Benachteiligung bei den Spielansetzungen). Mehr muss man nicht wissen.
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